Der Ferrari 499P mit der Startnummer 50 von Niklas Nielsen, Antonio Fuoco und Miguel Molina hat das Lone Star Le Mans-Rennen auf dem Circuit of the Americas (COTA) in Austin, Texas gewonnen. Der Sieg fiel jedoch erst zehn Minuten vor Rennende: Der bis dahin führende Toyota schied aufgrund eines technischen Problems aus.
Bereits das Qualifying hatte ein enges Rennen erwarten lassen. Die vier schnellsten Fahrzeuge – eingesetzt von vier verschiedenen Herstellern – trennten gerade einmal 0,05 Sekunden. Noch knapper ging es an der Spitze zu: Ferrari #51 und Cadillac #38 erzielten mit 1:52,445 exakt die gleiche Zeit. Weil Giovinazzi die Bestzeit bereits zu Beginn des Qualifyings gesetzt hatte, ging die Pole-Position an Ferrari.
Auch im Rennen lagen die acht vertretenen Hersteller über weite Strecken eng beieinander. Cadillac, Alpine, Toyota und Aston Martin gehörten zu den aussichtsreichsten Kandidaten auf den Sieg. Besonders stark präsentierte sich Aston Martin mit dem Valkyrie, der wohl seine bislang beste Leistung in der FIA-WEC zeigte.
Showdown in der letzten Stunde
Ein virtuelles Safety Car und das anschließende echte Safety Car – ausgelöst durch Probleme am Lexus #78 des Akkodis ASP Teams – sorgten eine Stunde vor dem Ende dafür, dass das Feld wieder enger zusammenrückte.
An der Spitze lag zu diesem Zeitpunkt der Toyota #7 von Nyck de Vries. Der Niederländer hatte offenbar das nötige Tempo, um den Sieg für seine Crew nach Hause zu fahren.
Direkt dahinter befand sich der Ferrari #50, während auch die beiden Alpine noch in Schlagdistanz lagen. Das Auto mit der Startnummer 36 hatte allerdings Pech: Ein unglücklich getimter Boxenstopp kurz vor dem späten Safety-Car-Einsatz warf den Alpine aus dem Kampf um den Sieg.

Pech für Toyota – Ferrari wieder ganz oben
Nach dem Restart schien de Vries auf sicherem Kurs zu einem wichtigen Sieg für Toyota und die Crew des #7 zu sein. Auch in der Meisterschaft hätte der Erfolg Gewicht gehabt, zumal Titelrivale BMW zu diesem Zeitpunkt außerhalb der Punkteränge lag.
Doch zehn Minuten vor dem Ende kam die entscheidende Wende: Ein Verlust des Hydraulikdrucks zwang den Toyota GR010 Hybrid #7 an die Box. Das Fahrzeug konnte das Rennen nicht mehr fortsetzen.
Ferrari #50 profitierte unmittelbar davon. Nielsen übernahm die Führung und brachte den 499P sicher ins Ziel. Für Ferrari war es der erste FIA-WEC-Rennsieg seit den 24 Stunden von Le Mans 2025. Für die #50-Crew war es zugleich der erste Sieg seit dem Saisonauftakt in Katar.
„Ich bin wirklich glücklich“, sagte Molina nach dem Rennen. „Wir haben hinter den Kulissen sehr hart daran gearbeitet, wieder an diese Position zurückzukehren, und wir sind ein wirklich gutes Rennen ohne Fehler gefahren. Letztendlich war es unser Tag, daher ein großes Dankeschön an das Team. Jetzt müssen wir diesen Schwung mitnehmen.“

Heimsieg für „The Heart of Racing“
Auch in der LMGT3-Klasse gab es einen Heimsieg: „The Heart of Racing“ nutzte den Heimvorteil optimal und feierte den ersten Klassensieg seit zwei Jahren.
Nachdem das Team bereits die komplette erste Startreihe für sich beansprucht hatte, setzten sich Ian James, Zach Robichon und Mattia Drudi gegen die Konkurrenz von Ford, Mercedes und anderen Herstellern durch und holten den Klassensieg.
Das Schwesterauto #23 komplettierte den Erfolg mit Platz drei und erzielte damit das beste Gesamtergebnis des Teams in der FIA-WEC-Geschichte. Zwischen den beiden Aston Martin landete der Porsche #91 von Manthey DK Engineering.
Für Tabellenführer TF Sport verlief das Wochenende dagegen enttäuschend. Sowohl die Corvette #33 als auch die #34 verpassten die Punkteränge.
Die FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft wird am Wochenende des 23. September mit dem 6-Stunden-Rennen von Fuji fortgesetzt. Alle Ergebnisse des Lone Star Le Mans finden ihr hier.
Bilder © FIA WEC-Pressematerial via Photo Charly López / DPPI

