Der Toyota TR010 Hybrid mit der Startnummer 8, pilotiert von Ryō Hirakawa, Brendon Hartley und Sébastien Buemi, hat dem japanischen Hersteller beim Heimrennen den Sieg beschert. Nach sechs Stunden überquerte der Toyota beim 6-Stunden-Rennen von Fuji als Erster die Ziellinie.
Entscheidend war eine Wendung in der Schlussphase, durch die sowohl der Toyota #8 als auch der drittplatzierte BMW M Hybrid V8 #15 in der Schlussphase Plätze gutmachen konnten. Der Alpine A424 #36 mit Jules Gounon und Victor Martins belegte den zweiten Platz, nachdem das Fahrzeug von der Pole-Position gestartet war und das Rennen über weite Strecken angeführt hatte.

Alpine dominiert die Anfangsphase
Nachdem Regen das Qualifying am Samstag vorzeitig beendet hatte, blieb es am Renntag weitgehend trocken – sehr zur Erleichterung der meisten der 45 gestarteten Fahrzeuge. Von der ersten Startreihe aus bestimmten die beiden Alpine die Anfangsphase und bauten einen komfortablen Vorsprung auf. Dahinter etablierte sich der Aston Martin Valkyrie #007 des THOR Teams mit Harry Tincknell und Tom Gamble als überraschend starker Verfolger.
Als der in der Meisterschaft führende Toyota #7 mit Nyck de Vries, Kamui Kobayashi und Mike Conway zum Angriff auf die Spitze ansetzte, leistete der zu diesem Zeitpunkt von Ferdinand Habsburg pilotierte Alpine #35 erbitterten Widerstand. Die Auseinandersetzung endete schließlich mit einem Dreher des Toyota #7. Ihre Meisterschaftshoffnungen erhielten im weiteren Rennverlauf einen zusätzlichen Dämpfer, als das Fahrzeug wegen eines Verstoßes gegen die Full-Course-Yellow-Regeln eine Durchfahrtsstrafe erhielt.
Auch der Aston Martin #007, der bis dahin seine beste Saisonleistung zeigte, geriet anschließend ins Hintertreffen. Das britische Fahrerduo musste eine Durchfahrtsstrafe antreten, nachdem Gamble beim Einfahren in die Boxengasse die weiße Linie überfahren hatte. Ein zum ungünstigsten Zeitpunkt eingesetztes Safety-Car machte die Hoffnungen des Teams auf einen Podiumsplatz schließlich zunichte.

Strategischer Coup nach spätem Safety-Car entscheidet das Rennen
Etwa eine Stunde vor Rennende sorgte eine Kollision zwischen dem Aston Martin Vantage #27 des Heart of Racing Teams und dem McLaren 720S #58 für einen weiteren Safety-Car-Einsatz. Toyota und BMW rechneten offenbar mit einer längeren Neutralisationsphase und gingen ein Risiko ein: Beide Teams betankten ihre Hypercars mit weniger Kraftstoff und konnten dadurch gegenüber den Alpine-Fahrzeugen Positionen gutmachen.
Der Alpine #36, inzwischen mit Pole-Setter Victor Martins am Steuer, hatte frischere Reifen und mehr Energie zur Verfügung als die beiden führenden Fahrzeuge. Als das Rennen rund 30 Minuten vor dem Ende wieder freigegeben wurde, ging Martins sofort in die Offensive. Nachdem er Dries Vanthoor im BMW #15 hinter sich gelassen hatte, nahm er den Toyota #8 von Hirakawa ins Visier. Den Rückstand auf den Japaner konnte er jedoch nicht mehr entscheidend verkürzen.
Damit feierte Toyota den ersten Heimsieg in Fuji seit 2023 und übernahm zugleich die Führung in der Fahrer- und Konstrukteurswertung.
„Wenn man sich die Kraftstoffmenge ansieht, die wir in das Auto getankt haben, hätten wir es nicht bis zum Ende geschafft, wenn das Rennen früher wieder freigegeben worden wäre“, erklärte Buemi. „Aber wir wussten, dass die Beseitung des Unfalls eine ganze Weile dauern würde, also haben wir etwas weniger getankt und alle in der Boxengasse überholt. Das war eine geniale strategische Entscheidung des Teams.“

LMGT3: Ein Rennen mit zwei Hälften
In der LMGT3-Klasse entwickelte sich die Schlussphase zu einem äußerst turbulenten Schlagabtausch. In der letzten halben Stunde wechselten die Positionen beinahe minütlich.
Während der vergleichweise ruhigen ersten Rennhälfte, hatten zunächst der von der Pole-Position gestartete Ford Mustang #77 von Proton Competition und der McLaren #10 von Garage 59 die Oberhand. Beide profitierten von den Stints ihrer Bronze-Fahrer. Auch die beiden Corvette von TF Sport hielten sich stets in Schlagdistanz, ebenso wie der BMW #32 des Teams WRT.
Nach dem letzten Safety-Car-Einsatz gipfelte der Kampf um den Klassensieg in einer rasanten Überholschlacht, bei der es teilweise bis an die Grenzen des Erlaubten ging. Fahrer wie Augusto Farfus, Mattia Drudi, Charlie Eastwood und Nicky Catsburg lieferten sich packende Duelle. So entwickelte sich in der letzten halben Stunde ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen einigen der besten GT3-Piloten auf der ganzen Welt.
Als das Rennen wieder freigegeben wurde, führte Eastwood in der Corvette #32 vor dem Schwesterauto #33 und dem McLaren #10. Augusto Farfus, der zu diesem Zeitpunkt auf Platz fünf lag, machte sich unterdessen daran, die vor ihm fahrenden Konkurrenten einzuholen. Mit einer herausragenden Schlussphase arbeitete er sich bis an die Spitze vor und sicherte seinem Team den Sieg. Hinter Farfus kam Drudi im Aston Martin ins Ziel, während der Ferrari #34 des Racing Team Turkey by TF als Dritter die Podiumsplätze komplettierte.
„Ich bin mit allen im Team super zufrieden“, sagte Farfus’ Teamkollege Sean Gelael. „Wir haben in COTA viele Verbesserungen erzielt und kontinuierlich hart gearbeitet. Es war heute nicht einfach, aber am Ende ist alles zu unseren Gunsten gelaufen. Hoffentlich können wir diesen Schwung mitnehmen.“
Für den Ferrari #21 von Vista AF Corse nahm das Rennen dagegen ein bitteres Ende. Das Fahrzeug, das vor dem Lauf in Fuji auf dem zweiten Platz der Meisterschaft lag, war in der letzten Runde in einen Zwischenfall mit dem Aston Martin Valkyrie #009 verwickelt und konnte das Rennen nicht beenden. Bei nur noch zwei ausstehenden Läufen bedeutete der Ausfall einen empfindlichen Rückschlag im Kampf um die Meisterschaftspunkte.
Als Nächstes macht die FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft Station in Spanien: Das 6-Stunden-Rennen von Barcelona findet vom 16. bis 18. Oktober statt. Die aktuelle Meisterschaftswertung findet ihr hier, die vollständigen Ergebnisse des 6-Stunden-Rennens von Fuji hier.
Bilder (c) DPPI / Andrea Lorenzina, Antonin Vincent und Fabrizio Boldoni

