Die European Le Mans Series (ELMS) gastierte zum Saisonfinale auf dem Autódromo Internacional do Algarve. Beim 4-Stunden-Rennen von Portimão wurden die letzten Titel der Saison vergeben – und in allen vier Klassen blieb die Spannung bis zur Zielflagge erhalten.
United Autosports krönt sich zum Doppelchampion
Als klare Favoriten auf den Titel ging die United-Autosports-Crew mit der Startnummer 22 ins Rennen. Ben Hanley, Griffin Peebles und Grégoire Saucy hatten in der LMP2-Klasse im bisherigen Saisonverlauf nur einmal den Sprung aufs Podium verpasst. Mit einem Vorsprung von 13 Punkten startete das Trio in das Finale und machte mit einem souveränen Start-Ziel-Sieg von der Pole-Position aus alles klar: Sowohl der Fahrer- als auch der Teamtitel gingen an United Autosports. Für den britischen Rennstall war es der erste ELMS-Meistertitel seit 2020.
„Es ist ein großartiges Gefühl, die Meisterschaft zu gewinnen – besonders nach unserem schwierigen Jahr 2025“, sagte Hanley. „Wir hatten ein großartiges Auto, insbesondere an diesem Wochenende, und alle haben fantastische Arbeit geleistet – von den Mechanikern über den Ingenieur bis hin zum gesamten Team.“

Fünf-Sekunden-Strafe kostet TDS Racing den Titel
In der LMP2-Pro-Am-Klasse spitzte sich der Titelkampf dramatisch zu. Zunächst schien die Meisterschaft an den TDS-Racing-Oreca mit der Startnummer 14 von Scott Huffaker, Sami Meguetounif und Steven Thomas zu gehen. Der bis dahin meisterschaftsführende AF-Corse-Wagen mit der Startnummer 83, pilotiert von Antonio Fuoco, François Perrodo und Matthieu Vaxiviere, war durch technische Probleme ans Ende des Feldes zurückgefallen.
Doch eine Fünf-Sekunden-Strafe wegen Überschreitens der Streckenbegrenzung in der vorletzten Runde machte die Titelhoffnungen von TDS Racing zunichte. Die Crew fiel dadurch auf den zweiten Platz zurück. Die großen Gewinner waren Malthe Jakobsen, Michael Jensen und Enzo Trulli im Algarve-Pro-Racing-Wagen mit der Startnummer 20. Sie sicherten sich nicht nur den Rennsieg, sondern auch den Meistertitel und damit eine automatische Startberechtigung für die 24 Stunden von Le Mans 2027.

LMGT3: TF Sport behält im Herzschlagfinale die Nerven
Auch in der LMGT3-Klasse fiel die Titelentscheidung erst in der Schlussphase. Matt Kurzejewski, Richard Lietz und Tom Sargent starteten im Porsche 911 GT3 R mit der Startnummer 75 von Proton Competition von Platz drei und lieferten ein nahezu perfektes Rennen ab. Mit einem souveränen Sieg brachten sie sich in eine aussichtsreiche Position im Titelkampf.
Der Tabellenführer, der Mercedes-AMG GT3 mit der Startnummer 62 von Team Qatar by Iron Lynx, verlor durch eine Strafe wegen Geschwindigkeitsüberschreitung in der Boxengasse entscheidend an Boden. Damit hatte Proton Competition gute Chancen auf den Titel in der Fahrer- und Teamwertung – vorausgesetzt, die Corvette mit der Startnummer 33 von TF Sport würde nicht über Platz drei hinauskommen.
Doch es kam anders: Der Nordire Charlie Eastwood lag in der Schlussphase auf Rang zwei und musste sich heftiger Angriffe erwehren. Benjamin Paque im Porsche mit der Startnummer 54 von High Class Racing und Mathys Jaubert im Ferrari mit der Startnummer 57 von Kessel Racing setzten ihn zunehmend unter Druck.
Die letzte halbe Stunde entwickelte sich zu einem packenden Duell. Eastwood verteidigte seine Position mit beeindruckender Entschlossenheit und bewegte sich dabei zeitweise am äußersten Rand des Reglements. Dank starker Stints von Blake McDonald und Alec Udell, der mit dem Goodyear Wingfoot Award als LMGT3-Fahrer des Tages ausgezeichnet wurde, brachte TF Sport den zweiten Platz ins Ziel. Das reichte, um sich den Meistertitel mit gerade einmal zwei Punkten Vorsprung zu sichern.

CLX Motorsport bleibt das Maß der Dinge in der LMP3
In der LMP3-Klasse setzte CLX Motorsport seine Erfolgsgeschichte fort. Paul Lanchere, Alexander Jacoby und Louis Iglesias sicherten dem Team mit einer weiteren überzeugenden Vorstellung den vierten Titel innerhalb von fünf Jahren – zwei davon noch unter dem früheren Namen Cool Racing.
Mit ihrem dritten Saisonsieg machte die Mannschaft den Titelgewinn souverän perfekt. Dahinter belegte die Rinaldi-Racing-Crew mit der Startnummer 5, bestehend aus José Cautela, Mikkel Gaarde Pedersen und Alvise Rodella, den zweiten Platz. Für das deutsche Team war dieses Ergebnis ebenfalls wertvoll: Es sicherte sich damit den Vizemeistertitel in der Gesamtwertung.
Die vollständigen Rennergebnisse findet ihr hier. Die European Le Mans Series startet am 14. März 2027 mit dem 4-Stunden-Rennen von Barcelona in die neue Saison.
Bilder (c) ELMS Press Material

