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Algarve Pro Racing feiert Durchbruchsieg im verregneten Silverstone

Der Oreca 07 mit der Startnummer 25 von Algarve Pro Racing hat beim regengeprägten 4-Stunden-Rennen von Silverstone den ersten Saisonsieg in der European Le Mans Series eingefahren. Jake Hughes, Matthias Kaiser und ihr neuer Teamkollege Ben Barnicoat bewahrten auch unter schwierigen Bedingungen einen kühlen Kopf und brachten den LMP2-Boliden mit rund 20 Sekunden Vorsprung ins Ziel.

Kaiser nahm das Rennen aus der dritten Startreihe auf und beendete seinen ersten Stint auf einem Platz unter den ersten drei. Anschließend übernahm Hughes das Steuer und trotzte während seines Einsatzes den widrigsten Bedingungen, ehe der mit Platin eingestufte Barnicoat für den Schlussstint ins Cockpit stieg und den Sieg nach Hause fuhr.

Wie schon im Vorjahr spielte das Wetter eine entscheidende Rolle. Nachdem die Ausgabe von 2025 aufgrund einer roten Flagge vorzeitig beendet worden war, sorgte auch diesmal einsetzender Regen nach rund eineinhalb Stunden für eine entscheidende Wendung im Rennverlauf.

„Ich bin wirklich stolz darauf, gemeinsam mit meinen Teamkollegen den Sieg geholt zu haben“, sagte Jake Hughes. „Es war ein kniffliges Rennen. Alle waren auf Slicks gestartet und als der Regen einsetzte, wusste niemand so recht, was die richtige Entscheidung war. In der Boxengasse gab es die unterschiedlichsten Meinungen. Bei meinem Stint ging es vor allem darum, das Auto heil durchzubringen. Ich habe es geschafft, den Wagen in einer guten Position und in gutem Zustand an Ben zu übergeben.“

Durcheinander im Feld

Zahlreiche Zwischenfälle auf der Strecke führten zu mehreren Safety-Car-Phasen und wirbelten das LMP2-Feld kräftig durcheinander. Den zweiten Platz im Gesamtklassement sicherte sich der Pro-Am-Oreca 07 mit der Startnummer 14 von TDS Racing. Steven Thomas, Sami Meguetounif und Scott Huffaker holten damit zugleich den Sieg in der LMP2-Pro-Am-Kategorie.

Rang drei im Gesamtklassement und Platz zwei in der LMP2 gingen an den United-Autosports-Oreca mit der Startnummer 21 von Daniel Schneider, Marino Sato und Oliver Jarvis. Das IDEC-Sport-Trio mit der Startnummer 28 – Paul Lafargue, Job van Uitert und Paul-Loup Chatin – sowie die United-Autosports-Besatzung der #22 mit Griffin Peebles, Grégoire Saucy und Ben Hanley komplettierten das LMP2-Podium.

Rückschlag für die Tabellenführer

Die Crew von Forestier Racing by Panis mit der Startnummer 29 – Oliver Gray, Esteban Masson und Louie Rousset – erlebte dagegen ein Wochenende zum Vergessen. Nach zwei Siegen und einem zweiten Platz in den bisherigen Saisonrennen geriet Gray auf nasser Strecke ins Schleudern, wodurch das Fahrzeug weit zurückfiel.

Die Tabellenführer konnten sich zwar noch bis auf Rang neun nach vorne arbeiten, büßten jedoch wichtige Punkte auf das United-Autosports-Trio Hanley/Saucy/Peebles ein. Dieses sammelte mit dem dritten Platz 15 Punkte und verkürzte den Rückstand entsprechend. Vor dem Saisonfinale in Portimão liegen die United-Autosports-Piloten nun 13 Punkte hinter den Tabellenführern.

Drama bis zum Schluss in der LMGT3

Für das dramatischste Finale des vorletzten Saisonlaufs sorgte die LMGT3-Klasse. Gleich vier Fahrzeuge kämpften bis in die letzte Runde um die ersten vier Positionen.

Zu Beginn des letzten Stints lag der Ferrari 296 LMGT3 mit der Startnummer 57 von Kessel Racing und Mathys Jaubert an der Spitze. Allerdings waren dessen Reifen deutlich älter als die Pneus der Corvette #33 von TF Sport und des Mercedes-AMG #62 von Team Qatar Iron Lynx.

Julian Hanses im Wagen mit der Startnummer 62 überholte die Corvette von Charlie Eastwood etwas mehr als zehn Minuten vor dem Ende und setzte anschließend den führenden Jaubert unter Druck. Als der Ferrari-Pilot in Luffield zu weit nach außen kam, nutzte Hanses seine Chance und übernahm die Führung.

Unter dem Druck des aggressiv attackierenden Eastwood verteidigte der mit Silber eingestufte Hanses die Spitze bis ins Ziel und bescherte dem Fahrzeug, das er sich mit Abdulla Al-Khelaifi und Rolf Aron teilt, den ersten Saisonsieg. Die Corvette #33 von TF Sport kam auf Rang zwei ins Ziel. In der letzten Runde sicherte sich der Proton-Porsche mit der Startnummer 77 noch den dritten Platz, nachdem Jauberts Ferrari zunehmend an Tempo verlor.

Mit dem Sieg übernimmt Team Qatar Iron Lynx die Führung in der Meisterschaft. Der Vorsprung auf TF Sport beträgt lediglich drei Punkte.

Entscheidung um den LMP3-Titel fällt im letzten Rennen

Auch in der LMP3-Klasse bleibt die Titelentscheidung bis zum Saisonfinale offen. Die #17 von CLX Motorsport hätte sich mit einem Sieg in Silverstone vorzeitig zum Meister krönen können. Doch der #82 R-ace GP mit Michal, Provost und Schwarze setzte sich durch und verwies CLX Motorsport auf den zweiten Platz.

Damit schrumpfte der Titelkampf auf die beiden letzten Konkurrenten zusammen. Vor dem Finale trennen die beiden Teams neun Punkte. CLX Motorsport benötigt damit lediglich einen zweiten Platz, um den LMP3-Meistertitel zum zweiten Mal in Folge zu gewinnen.

Die vollständigen Ergebnisse sind hier verfügbar. Das Saisonfinale der European Le Mans Series findet vom 8. bis 10. Oktober an der Algarve statt. Den Abschluss bildet das 4-Stunden-Rennen von Portimão.

Bilder © ELMS Press Material