BMW gewinnt in São Paulo und belebt den WM-Kampf neu 

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15 MAGNUSSEN Kevin (dnk), MARCIELLO Raffaele (swi), VANTHOOR Dries (bel), BMW M Team WRT, BMW M Hybrid V8 #15, Hypercar, action during the 6 Hours of Sao Paulo 2026, 4th round of the 2026 FIA World Endurance Championship, from July 10 to 12, 2026 on the Interlagos Circuit in Sao Paulo, Brazil - Photo Julien Delfosse / DPPI

Vor fast 85.000 Zuschauern setzte sich in São Paulo der BMW Nummer 15 von Kevin Magnussen, Raffaele Marciello und Dries Vanthoor durch. Auf den Plätzen zwei und drei folgten der Ferrari #51 sowie der Cadillac #12 – weniger als sieben Sekunden trennten das gesamte Spitzentrio am Ziel.

Den entscheidenden Grundstein legte BMW bereits in der Anfangsphase. Magnussen schob sich in der elften Runde an Earl Bamber im Cadillac #38 vorbei und machte sich umgehend auf die Jagd nach Polesetter Will Stevens. Als die #12 beim ersten Boxenstopp durch einen Radmutterverlust kostbare Zeit einbüßte, übernahm der BMW die Nettoführung und gab sie nicht mehr her.

Alpine setzt auf Strategie, BMW bleibt vorn

In der dritten und vierten Stunde entwickelte sich ein faszinierendes Strategiespiel. António Félix da Costa führte den Alpine #35 über weite Abschnitte des mittleren Renndrittels mit versetztem Stopp-Rhythmus an der Spitze. Marciello baute im BMW hinter ihm kontinuierlich Druck auf und lieferte sich mit da Costa ein unterhaltsames Duell. Erst als die Franzosen kurz vor der fünften Stunde auf Charles Milesi wechselten, übernahm der BMW die Nettospitze endgültig.

Der Ferrari #51 rückte in dieser Phase näher ans Geschehen heran. Alessandro Pier Guidi hatte das Spitzenduo auf wenige Sekunden herangezogen. Kurz nach dem Fahrerwechsel sammelte James Calado jedoch unfreiwillig ein Werbeschild am Streckenrand auf und bekam dieses nicht mehr vom Fahrzeug los. Das kostete den Ferrari wertvolle Zeit im Rennen, brachte diesen aber nicht aus dem Rhythmus.

Vanthoor hält das Trio auf Distanz

In der Schlussphase übernahm Dries Vanthoor das Steuer des BMW. Mit dem Ferrari #51 und dem sich zurückkämpfenden Cadillac #12 im Rücken verwaltete der Belgier die Führung bis zur Ziellinie. Calado, Giovinazzi und Pier Guidi holten als Zweite das bislang beste Saisonergebnis für die amtierenden Weltmeister. Stevens komplettierte das Podium auf Rang drei – ganze zwölf Monate nach dem letzten Podestplatz für Cadillac in der WEC.

Toyota hingegen erlebte das härteste Wochenende der bisherigen Saison. Beide GR010 Hybrid fanden in Interlagos kein Tempo. Die #7 beendete das Rennen auf Rang zwölf, die #8 verlor nach einer Kollision mit dem Genesis #17 mehr als zehn Runden in der Box. Alpine blieb trotz teils starker Leistung mit einem einzigen Punkt für Rang zehn ebenfalls weit hinter den Erwartungen zurück.

In der Meisterschaft teilen sich die BMW-Sieger aus Brasilien nun die Führung mit den Le-Mans-Siegern von Toyota. Vier Rennen vor Schluss ist im WM-Kampf nun wieder alles offen.

34 DEMPSEY Peter (irl), EASTWOOD Charlie (irl), YOLUC Salih (tur), Racing Team Turkey by TF, Corvette Z06 GT3.R #34, LM GT3, celebrating their win during the 6 Hours of Sao Paulo 2026, 4th round of the 2026 FIA World Endurance Championship, from July 10 to 12, 2026 on the Interlagos Circuit in Sao Paulo, Brazil - Photo Julien Delfosse / DPPI

Corvette siegt erneut in der LMGT3

In der GT3-Klasse feierte die #34 vom Racing Team Turkey by TF rund um Salih Yoluç, Peter Dempsey und Charlie Eastwood einen verdienten Sieg. Es ist der zweite Erfolg in kurzer Zeit für die Mannschaft. Die Entscheidung fiel über die Strategie: Yoluç startete als Silver-Fahrer, Dempsey übernahm und fuhr zwei fehlerfreie Stints, ehe Eastwood das Fahrzeug für die Schlussphase übernahm.

In den Anfangsstunden hatte sich an der LMGT3-Spitze ein buntes Stelldichein entwickelt. Der Iron-Lynx-Mercedes, der Akkodis-Lexus und die beiden Proton-Ford-Mustangs wechselten sich vorn ab. Dempseys konsequente Mittphase schuf schließlich den entscheidenden Puffer. Eastwood musste in den letzten Minuten einen schleichenden Reifenschaden managen, hielt den Vorsprung aber auf den BMW #69 von McIntosh, Thompson und Harper, welche als zweites ins Ziel kam.

Den dritten Platz sicherte sich der Porsche #92 von Lietz, Shahin und Pera nach einem unterhaltsamen Schlussduell mit dem Ford #88. Jonny Edgar führt die Fahrerwertung der LMGT3 nun als alleiniger Spitzenreiter an.

Alle Ergebnisse vom Rennen gibt es hier zum nachlesen.

Bilder © DPPI (Julien Delfosse)via FIA WEC-Pressematerial