Cadillac hat bei der 94. Auflage der 24 Stunden von Le Mans bereits im ersten freien Training ein deutliches Ausrufezeichen gesetzt. Nach der dreistündigen Auftaktsession führte der Cadillac V-Series.R mit der Startnummer 38 die Zeitenliste an, gefolgt vom Schwesterfahrzeug mit der Nummer 101 von Wayne Taylor Racing.
Die Bestzeit der Session markierte Earl Bamber mit einer Runde in 3:23,786 Minuten. Der Neuseeländer fuhr die Zeit auf seiner vorletzten Runde auf dem 13,6 Kilometer langen Circuit de la Sarthe. Damit blieb er lediglich eine halbe Sekunde über der Pole-Zeit des Vorjahres, die ebenfalls von einem Cadillac V-Series.R erzielt worden war.
„Wir haben uns vor allem auf die Rennvorbereitung konzentriert – Reifennutzung, Longruns und ähnliche Aspekte“, erklärte Bambers Teamkollege Jack Aitken. „Insgesamt verlief die Session sehr positiv und wir sind mit der aktuellen Fahrzeugbalance zufrieden. Es ging hauptsächlich um Feinarbeit und kleinere Anpassungen, um das Paket weiter zu optimieren.“
Bambers Bestzeit ragte deutlich heraus: Kein anderer Fahrer kam bis auf 1,5 Sekunden an seine Marke heran. Die zweitschnellste Runde ging an den Schwester-Cadillac von Ricky Taylor, Jordan Taylor und Felipe Albuquerque mit der Startnummer 101.
Auf Rang drei folgte der BMW mit der Nummer 20 von René Rast, knapp vor dem dritten Cadillac, den Will Stevens auf Platz vier brachte. Für den Titelverteidiger AF Corse verlief die Session hingegen nicht ohne Zwischenfall: Yifei Ye rutschte gegen Ende des Trainings in Mulsanne ins Kiesbett und schlug anschließend in die Reifenstapel ein. Trotz des heftigen Einschlags konnte der Chinese den Ferrari aus eigener Kraft zurück an die Box bringen.

Pin vor Estre in der LMP2
In der LMP2-Klasse setzte Doriane Pin bei ihrer Rückkehr nach Le Mans nach zweijähriger Pause ein Ausrufezeichen. Die Französin fuhr im Oreca 07 des Duqueine Teams mit der Startnummer 30 eine Bestzeit von 3:35,248 Minuten und war damit sieben Zehntelsekunden schneller als Porsche-Werksfahrer Kévin Estre im TDS-Racing-Oreca mit der Nummer 14.
Für Proton Competition verlief die Session dagegen enttäuschend. Der Oreca 07 mit der Startnummer 9 schied bereits nach neun Runden aus, nachdem ein Defekt an der Aufhängung Fahrer Harry King ins Schleudern geraten ließ. Der Brite schlug in die Leitplanken ein und konnte nicht mehr ins Geschehen eingreifen.
Lexus an der Spitze der LMGT3-Klasse
In der LMGT3-Kategorie sicherte sich der Lexus RC F GT3 des Akkodis ASP Teams mit der Startnummer 78 die Bestzeit. Jack Hawksworth umrundete den Kurs in 3:55,737 Minuten.
Augusto Farfus fehlte im BMW M4 GT3 Evo mit der Startnummer 31 lediglich eine Zehntelsekunde auf die Spitze. Sein Markenkollege Sean Gelael brachte den zweiten WRT-BMW mit der Nummer 46 auf Rang drei. Dahinter folgte das Schwesterfahrzeug mit der Startnummer 31, das nur eine Tausendstelsekunde langsamer war.
Weiter geht es am Mittwochabend mit den Qualifyings. Je eine 30-minütige Session entscheidet über die Startplätze für LMGT3 und LMP2 sowie für die Hypercar-Klasse. Nur die jeweils fünfzehn Schnellsten ihrer Kategorie qualifizieren sich für die Hyperpole-Shootouts am Donnerstag.
Bilder © Endurance Archive (Walter Schruff)

