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Gewinner und Verlierer der 24 Stunden von Le Mans 2026

Wer hat sich in der 94. Ausgabe des legendärsten Langstreckenrennens der Welt durchgesetzt – und wer musste einen Dämpfer hinnehmen? Hier sind die Gewinner und Verlierer der 24 Stunden von Le Mans 2026.

Gewinner

Toyota

Beginnen wir mit dem Team, das den Pokal mit nach Hause nahm: Toyota hat mit seinem sechsten Sieg bei den 24 Stunden von Le Mans endgültig die Geister von 2016 vertrieben – auch wenn es der erste Erfolg gegen ein breit aufgestelltes Feld mehrerer Hersteller auf vergleichbarem Niveau war, und das ausgerechnet mit einem brandneuen Fahrzeug.

Zwar war es keineswegs ihre Schuld, dass die fünf vorherigen Siege gegen Teams wie Glickenhaus, Rebellion Racing und ein noch zugelassenes Alpine-LMP1-Programm errungen wurden, dennoch dürfte das in Köln ansässige Team die 94. Ausgabe des berühmten Langstreckenklassikers mit einem Gefühl von Wiedergutmachung und großer Zufriedenheit verlassen haben.

Der Triumph hatte allerdings auch Glückskomponenten. Ein Safety-Car-Einsatz knapp sechs Stunden vor Rennende neutralisierte den zuvor deutlichen Vorsprung zwischen dem Toyota mit der Startnummer 7 – der kurz zuvor wegen eines Reifenschadens an die Box musste – und dem Cadillac mit der Startnummer 12 sowie dem BMW mit der Startnummer 20.

BMW

Der wohl am stärksten auftrumpfende Hersteller der bisherigen Saison war BMW. Ein fehlerfreies Rennen an der Spitze hätte dem vom Team WRT eingesetzten M Hybrid V8 den zweiten Gesamtsieg in Le Mans bescheren können. Die Pole-Position war zudem ein zusätzlicher Bonus nach der Disqualifikation von Cadillac.

Das Auto mit der Startnummer 20 von René Rast, Robin Frijns und Sheldon van der Linde musste jedoch tatenlos zusehen, wie ein Safety-Car-Einsatz sechs Stunden vor Rennende den zuvor aufgebauten Vorsprung von rund 90 Sekunden auf den Toyota mit der Startnummer 7 zunichtemachte.

Dennoch wird das belgische Team nach dem Abklingen der Enttäuschung mit einem Podiumsplatz und den damit verbundenen wertvollen Meisterschaftspunkten zufrieden sein. Mit etwas mehr Glück hätte das Rennen auch einen völlig anderen Verlauf nehmen können.

Cadillac

Eine Rundenzeit, die zur Pole-Position reichte, starkes Renntempo über weite Strecken und am Ende Platz vier im Gesamtklassement: Cadillac bestätigte in Le Mans erneut seine Wettbewerbsfähigkeit und hätte das Rennen durchaus gewinnen können – wäre nicht eine durchgebrannte Sicherung in der Servolenkung des Fahrzeugs mit der Startnummer 38 dazwischengekommen.

Mit Jack Aitken hat das JOTA-Team zudem einen mehr als würdigen Ersatz für Jenson Button gefunden. Der britisch-koreanische Fahrer überzeugte nicht nur über eine schnelle Runde, sondern gehörte im Schnitt sogar zu den schnellsten Hypercar-Piloten des Feldes.

Genesis

Mit lediglich zwei Sechs-Stunden-Rennen Vorbereitung vor den 24 Stunden von Le Mans 2026 ging Genesis Magma Racing – ohne eigenes Verschulden aufgrund der Verschiebung des 1813-km-Rennens in Katar – vergleichsweise unvorbereitet in das Debütjahr.

Trotzdem zeigte der koreanische Hersteller eine beachtliche Leistung. Beide Fahrzeuge erreichten die Hyperpole und demonstrierten damit das starke Ein-Runden-Tempo des GMR-001-Hypercars. Zudem brachte das Team ein Auto ins Ziel und bewies damit, dass die Plattform grundsätzlich über die nötige Standfestigkeit für die volle Distanz verfügt.

Verlierer

Peugeot

Zu behaupten, 2026 sei kein gutes Jahr für Peugeot gewesen, wäre eine klare Untertreibung. Der französische Hersteller belegte mit seinem 9X8 die Plätze 11 und 12 im Gesamtklassement – und das trotz eines weitgehend störungsfreien Rennverlaufs ohne größere Zwischenfälle.

„Das Wichtigste ist, dass wir das Ziel der 24 Stunden von Le Mans erreicht haben“, erklärte Teamchef Emmanuel Esnault. „Das Auto hat sich durchweg als zuverlässig erwiesen, und das Team hat ein sauberes Rennen ohne Aufgeben gefahren. Wir nehmen sechs Meisterschaftspunkte mit und die klare Entschlossenheit, uns weiter zu verbessern.“

Ferrari

Ferrari erlebte bei den 24 Stunden von Le Mans eine ernüchternde Realität, nachdem der Hersteller die drei vorherigen Ausgaben des Rennens dominiert hatte. Der Ferrari mit der Startnummer 51 belegte den fünften Platz, während die Startnummer 50 aufgrund technischer Probleme im Bereich der Elektrik ausfiel.

Da die Konkurrenz offenbar aufgeholt hat, stehen bei der italienischen Marke nun intensive Entwicklungsarbeiten an, um den Ferrari 499P wieder an die absolute Spitze zu bringen. Tatsächlich bestätigte Ferdinando Cannizzo, Leiter der Langstrecken-Rennsportabteilung, dass das Team in der nächsten Entwicklungsstufe „drei bis vier“ der insgesamt fünf verfügbaren Leistungs-Joker einsetzen wird.

James Calado, Fahrer des Fahrzeugs mit der Startnummer 50, sagte: „Wir hatten große Hoffnungen und ich bin enttäuscht, aber eigentlich sollten wir auch zufrieden sein, denn wir wussten, dass wir im Renntempo Schwierigkeiten haben würden. Wir haben alles gegeben. Fünfter Platz – aber es liegt noch viel Arbeit vor uns.“

Bilder © Endurance Archive (Walter Schruff)