Historischer Doppelsieg für BMW in Spa

Das BMW M Team WRT zeigte beim 6-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps 2026 eine herausragende Vorstellung und feierte mit den Plätzen eins und zwei einen historischen Doppelsieg.

Vor mehr als 100.000 Zuschauern überzeugte der BMW M Hybrid V8 mit der Startnummer 20 von Robin Frijns, René Rast und Sheldon van der Linde mit einer perfekten Mischung aus Tempo, Zuverlässigkeit und strategischer Raffinesse. Das Trio setzte sich am Ende mit einem Vorsprung von nur zwei Sekunden gegen das Schwesterfahrzeug von Kevin Magnussen, Raffaele Marciello und Dries Vanthoor durch.

Den Grundstein für den Triumph legte BMW bereits in der Anfangsphase des Rennens. Die Startnummer 20 absolvierte ihren Boxenstopp versetzt zum restlichen Feld und zeitgleich mit dem Toyota #8, um sich im weiteren Rennverlauf eine günstigere Position im Hypercar-Klassement zu sichern.

Da die Spitzengruppe mit dem Cadillac #12, dem Alpine #35 und dem Peugeot #94 eng beisammenlag, entwickelte sich ein packender strategischer Schlagabtausch zwischen den unterschiedlichen Taktiken und Boxenstopp-Zyklen.

Mit freier Strecke konnte die #20 ihr Tempo deutlich steigern und sich schrittweise vom restlichen Hypercar-Feld absetzen. Im letzten Renndrittel fiel das Fahrzeug durch den abweichenden Boxenstopp-Rhythmus dann nur auf Rang fünf zurück und genoss an der Spitze bereits einen Vorsprung von rund 50 Sekunden.

Mehrere Safety-Car-Phasen in der turbulenten Schlussphase ließen diesen Vorsprung allerdings rasch schmelzen. In der letzten Rennstunde entwickelte sich schließlich ein dramatischer Vierkampf zwischen den beiden BMWs, dem Ferrari #50, dem Toyota #7 und dem stark aufholenden Aston Martin #007.

Mit frischeren Reifen setzte Antonio Fuoco im Ferrari 499P #50 den zweitplatzierten Kevin Magnussen im BMW #15 massiv unter Druck. Trotz mehrerer Angriffsversuche fand der Italiener jedoch keinen Weg am kompromisslos verteidigenden Dänen vorbei.

An der Spitze brachte Robin Frijns den führenden BMW nach sechs intensiven Rennstunden sicher ins Ziel und löste damit großen Jubel in der WRT-Box sowie ausgelassene Feierlichkeiten unter den belgischen Fans aus.

„Das ist eine unglaubliche Geschichte für uns“, sagte Rast. „Es hat lange gedauert – wir haben die letzten zwei oder drei Jahre auf diesen Moment hingearbeitet. Jeder im Team hat unglaublich hart gearbeitet, und strategisch haben wir heute alles perfekt umgesetzt. Unseren ersten Sieg in Belgien zu feiern, der Heimat von WRT, macht diesen Erfolg noch besonderer. Es ist einfach ein fantastischer Tag.“

Mehrere Top-Anwärter schieden in der Schlussphase nach teils heftigen Unfällen aus. Der von Malthe Jakobsen pilotierte Peugeot #94 hatte keine Chance auszuweichen, als sich der Mercedes von Iron Lynx mit der Startnummer 61 direkt vor ihm drehte. Der Ferrari #51 von Alessandro Pier Guidi wurde zudem von einem außer Kontrolle geratenen BMW von Augusto Farfus getroffen.

Auch der aussichtsreich platzierte Aston Martin #009 fiel nach einer eifrigen Verteidigung von Antonio Félix da Costa im Alpine #35 auf der Kemmel-Geraden zurück. Kurz darauf zerstörte da Costa mit einem Dreher im Raidillon und einem Einschlag in die Leitplanke schließlich auch die Podiumshoffnungen von Alpine.

McLaren macht Enttäuschung von Imola in der LMGT3 wett

In der LMGT3-Klasse gelang dem McLaren 720S GT3 Evo #10 von Garage 59 die perfekte Wiedergutmachung für das späte Drama in Imola. Marvin Kirchhöfer, Thomas Fleming und Antares Au fuhren ein fehlerfreies Rennen, behielten trotz zahlreicher Unterbrechungen die Nerven und sicherten sich mit zwei Sekunden Vorsprung den Klassensieg.

Der Ferrari #21 von Vista AF Corse mit François Heriau, Simon Mann und Alessio Rovera hatte die Ziellinie zwar zunächst als Sieger überquert, erhielt nach einem unsicheren Freigabemanöver beim letzten Boxenstopp jedoch eine Fünf-Sekunden-Strafe. Dadurch fiel das Trio noch auf Rang vier zurück.

Zu Beginn des Rennens bestimmten die beiden Ford Mustang LMGT3 das Geschehen. Besonders das Fahrzeug mit der Startnummer 77 sorgte für Aufsehen, als Eric Powell bereits in den ersten Runden mit einem spektakulären Überholmanöver in Eau Rouge die Führung übernahm. Wenige Umläufe später verbremste sich Powell jedoch in Stavelot und strandete im Kiesbett.

In der ersten Rennhälfte lieferten sich der Ferrari #21 und der McLaren #10 ein intensives Duell mit dem Schwesterauto #88 von Giammarco Levorato, Stefano Gattuso und Logan Sargeant. Zwei Durchfahrtsstrafen wegen Überschreitens der Streckenbegrenzungen zerstörten jedoch die Hoffnungen der #88 auf ein Spitzenresultat.

Platz zwei in der Klasse ging an den Aston Martin #27 von Heart of Racing mit Ian James, Zach Robichon und Matteo Drudi. Rang drei sicherte sich der Porsche #92 von Manthey mit Yasser Shahin, Riccardo Pera und Richard Lietz.

Die nächste Runde der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft bildet zugleich den Saisonhöhepunkt: die 24 Stunden von Le Mans am Wochenende des 13. und 14. Juni. Alle Ergebnisse des Rennens in Spa sind hier verfügbar.

Bilder © Endurance Archive (Walter Schruff)