Toyota Racing dominierte das erstmalig ausgetragene 6 Stunden von Barcelona und feierte auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya einen souveränen Doppelsieg. Den Rennsieg sicherte sich der Toyota TR010 Hybrid mit der Startnummer 8, pilotiert von Sébastien Buemi, Brendon Hartley und Ryō Hirakawa.
Für den japanischen Hersteller war es der vierte Saisonsieg – und zugleich der vorzeitige Gewinn der Hypercar-Konstrukteurs-Weltmeisterschaft, ein Rennen vor Saisonende.
Der Toyota mit der Startnummer 8 nahm das Rennen aus der ersten Startreihe auf. Sébastien Buemi erwischte einen starken Start und nutzte die schwierigen Streckenbedingungen nach dem morgendlichen Regen, um sich gegen die beiden Genesis GMR-001-Hypercars durchzusetzen. Die Genesis-Prototypen waren nach einer sensationellen Qualifikation von den Startplätzen eins und drei ins Rennen gegangen. Buemi jedoch übernahm die Initiative und begann, einen Vorsprung herauszufahren.
Das Trio der Startnummer 8, das vor dem vorletzten Saisonlauf die Fahrerwertung anführte, geriet in den ersten beiden Rennstunden durch das Schwesterauto mit der Nummer 7 unter Druck. Nyck de Vries, Kamui Kobayashi und Mike Conway hielten den teaminternen Kampf lange offen. Doch Buemi, Hartley und Hirakawa behaupteten ihre Führung über die gesamte Distanz von sechs Stunden – trotz mehrerer Safety-Car-Phasen und Neutralisierungen durch Full-Course-Yellow.
„Es war ein fantastischer Tag für uns und das gesamte Team“, sagte Buemi, der sein 100. Rennen in der FIA-WEC bestritt. „Im vergangenen Jahr hatten wir große Schwierigkeiten. Deshalb sind wir mit einem überarbeiteten Auto in die Saison 2026 gestartet. Dass wir in diesem Jahr bereits drei Rennen gewinnen konnten und das Schwesterauto in Le Mans triumphierte, ist eine großartige Leistung. Mein Dank gilt dem gesamten Team für seine harte Arbeit.“

Pech bestraft Ferrari
Der Ferrari 499P mit der Startnummer 50 von Antonio Fuoco, Miguel Molina und Niklas Nielsen überquerte rund 30 Sekunden hinter dem Sieger die Ziellinie auf Rang drei. Zwar fehlte den Italienern das Tempo, um Toyota ernsthaft um den Sieg herauszufordern, doch innerhalb des Ferrari-Lagers entwickelte sich zwischen den Fahrzeugen mit den Startnummern 50 und 51 ein intensiver Kampf um die Positionen.
Für die Besatzung der Startnummer 51 nahm das Rennen in der Schlussphase jedoch eine unglückliche Wendung. Während einer kurzen Full-Course-Yellow-Phase musste das Auto an die Box. Da die Boxengasse während der Neutralisierung gesperrt war, war ein weiterer Boxenstopp nach deren Ende erforderlich. Alessandro Pier Guidi, James Calado und Antonio Giovinazzi fielen dadurch bis auf Rang 15 zurück.
Die Top sechs komplettierten Cadillac mit den Plätzen vier und sechs sowie der Ferrari 499P mit der Startnummer 83 von AF Corse auf Rang fünf.

Shahin glänzt bei Mantheys Sieg für The Bend
Yasser Shahin legte einen herausragenden ersten Stint hin und ebnete damit den Weg zum Sieg des Porsche 911 GT3 R mit der Startnummer 92 von The Bend Manthey. Der Australier war von Rang sechs gestartet, bewies auf der anspruchsvollen Strecke jedoch viel Übersicht und setzte sich mit einer kontrollierten, zugleich entschlossenen Fahrt bereits in der ersten Rennstunde an die Spitze.
Auch seine Teamkollegen Riccardo Pera und Porsche-Werksfahrer Richard Lietz überzeugten in ihren Stints und bauten den Vorsprung weiter aus. Ganz ohne Gegenwehr blieb der Porsche-Sieg allerdings nicht: Der McLaren mit der Startnummer 10 von Garage 59 und der BMW mit der Nummer 60 von Team WRT hielten dagegen und sicherten sich schließlich die Plätze zwei und drei.

Tabellenführer TF Sport belegte Rang sieben und sammelte damit sechs wichtige Meisterschaftspunkte. Da der Aston Martin mit der Startnummer 27 von Heart of Racing, einer der engsten Konkurrenten des Corvette-Teams, ein enttäuschendes Wochenende erlebte, bleibt TF Sport vor dem Saisonfinale der aussichtsreichste Kandidat auf den Titel in der Teamwertung.
Der Saisonabschluss findet vom 6. bis 8. November beim Sechs-Stunden-Rennen von Monza statt. Die vollständigen Ergebnisse des Rennwochenendes sind hier zu finden.
Bilder © Endurance Archive (Walter Schruff)

