Toyota holt 6. Le-Mans-Sieg nach packendem Dreikampf mit BMW und Cadillac

Toyota Racing hat die 94. Ausgabe der 24 Stunden von Le Mans gewonnen und damit seinen sechsten Gesamtsieg beim Langstreckenklassiker gefeiert. Nach einem packenden Rennen setzte sich der japanische Hersteller gegen BMW und Cadillac durch.

Der Toyota GR010 Hybrid mit der Startnummer 7, pilotiert von Mike Conway, Kamui Kobayashi und Nyck de Vries, überquerte nach 24 Rennstunden die Ziellinie mit einem Vorsprung von lediglich zehn Sekunden auf den BMW M Hybrid V8 des BMW M Team WRT mit Robin Frijns, René Rast und Sheldon van der Linde. Weitere zehn Sekunden dahinter komplettierte das Schwesterfahrzeug von Sébastien Buemi, Brendon Hartley und Ryo Hirakawa das Podium.

Für Conway und Kobayashi war es der zweite Gesamtsieg in Le Mans. Nyck de Vries feierte dagegen seinen ersten Triumph beim berühmtesten Langstreckenrennen der Welt und wurde damit erst der dritte Niederländer überhaupt, der die Gesamtwertung gewann – nach Jan Lammers (1988) sowie Gijs van Lennep (1971 und 1976).

Bei Temperaturen von rund 30 Grad Celsius, die im Zuge einer Hitzewelle über Westfrankreich herrschten, entwickelte sich das Rennen zu einer material- und kräftezehrenden Herausforderung. Die Führung wechselte mehrfach, und Toyota musste sich den Weg an die Spitze hart erarbeiten.

„Wir hatten einen Reifenschaden, dazu ein Problem mit einem Antriebswellensensor, wodurch wir Leistung verloren haben“, erklärte Kamui Kobayashi. „Es war kein einfaches Rennen, aber am Ende haben wir es geschafft. Das gesamte Team hat einen fantastischen Job gemacht.“

Strategisch setzte Toyota früh auf versetzte Boxenstopps seiner beiden Fahrzeuge. Dadurch konnten die Fahrer häufiger in freier Fahrt agieren und ihre Pace effizienter nutzen, anstatt im dichten Verkehr festzustecken – eine Herangehensweise, die an die erfolgreiche BMW-Taktik beim Rennen in Spa-Francorchamps erinnerte.

„Es gab Phasen, in denen Cadillac, BMW und Ferrari unglaublich stark waren. Das hat es für uns sehr schwierig gemacht“, sagte Mike Conway. „Selbst drei Stunden vor Schluss war völlig offen, wie das Rennen ausgehen würde.“

LMP2: Inter Europol feiert Doppelsieg

In der LMP2-Klasse sicherte sich Inter Europol Competition einen eindrucksvollen Doppelsieg. Jakub Śmiechowski, Nick Yelloly und Tom Dillmann gewannen im Fahrzeug mit der Startnummer 343 und sorgten damit zugleich für das vierte Podium des Teams in Folge in Le Mans.

Den zweiten Platz belegte das Schwesterfahrzeug des polnischen Rennstalls. Rang drei ging an Forestier Racing by Panis mit der Startnummer 29, das von einem späten Ausfall des Duqueine-Racing-Autos mit der Nummer 30 profitierte. Bemerkenswert: Es blieb der einzige Ausfall im gesamten LMP2-Feld.

LMGT3: Corvette setzt sich durch

In der LMGT3-Kategorie triumphierte die Corvette Z06 LMGT3.R von TF Sport mit der Startnummer 33. Ben Keating, Nicky Catsburg und Johnny Edgar sicherten dem Team den Klassensieg.

Keating hatte noch mit den Folgen eines Ellenbogenbruchs zu kämpfen, den er sich neun Wochen zuvor zugezogen hatte. Nachdem er seine vorgeschriebenen Stints bereits am Samstag absolviert hatte, konnten Catsburg und Edgar die Corvette kontrolliert ins Ziel bringen.

Den zweiten Platz belegte der Lexus des Akkodis ASP Teams mit der Startnummer 78. Das Podium komplettierte der Aston Martin von Heart of Racing mit der Nummer 23.

Bilder © Endurance Archive (Walter Schruff)