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  • Toyota holt erste Pole des Jahres

    Der Start der Saison, und das erste Aufeinandertreffen der drei großen LMP1-H Werksteams. Die Konzepte könnten unterschiedlicher nicht sein, Saugmotor gegen Turbomotor, Benzin gegen Diesel, V4 gegen V6 gegen V8. Und doch wurde eines am heutigen Tag klar, dass alle drei fast identische Zeiten zustande bringen.

    Zu Beginn des Qualifying konnte sich der Däne Tom Kristensen mit einer Zeit von 1:42.4 vorne absetzen. Beim Wechsel der Fahrer konnte Loic Duval die gleiche Zeit abliefern. Parallel lieferte Alexander Wurz eine solide Leistung von 1:42.8 ab und man dachte der Kampf wäre entschieden, doch als Kazuki Nakajima ans Steuer kam, lieferte er eine unglaubliche Leistung ab und überbot die Zeit des Audi Nummer 1. Nakajima/Wurz sichern sich mit unglaublichen 0,005 Sekunden Vorsprung die erste Poleposition des Jahres. Auf Platz zwei landete der Audi Nummer 1 gefahren von Kristensen/Duval. Neueinsteiger Porsche sichert sich mit dem Wagen Nummer 14 die dritte Position. Die weiteren Plätze belegen der Audi mit der Nummer 2, der Toyota mit der Startnummer 8 und der zweite Porsche mit der 20.

    In der LMP1-L fuhren die beiden Rebellion aus dem Jahr 2013 anfangs exakt die gleiche Zeit ein. Erst beim Fahrerwechsel konnte sich Mathias Beche ganz knapp gegen Dominik Kraihamer durchsetzen und landete auf Position 7. Eine Klasse tiefer konnten sich Oliver Pla und Roman Rusinov die Poleposition für G-Drive Racing holen. Spannend ging es auch in der GT-Pro zu. Hier konnte Neuzugang Nick Tandy zu beginn eine unglaubliche Performance abliefern. Er konnte mit 1:58.4 die schnellste Zeit aller GT-Fahrzeuge holen und ließ sogar den Titelgewinner des letzten Jahres Gianmaria Bruni hinter sich. Doch nach dem Fahrerwechsel bauten die Reifen bei Porsche extrem schnell ab.

    Patrick Pilet schaffte es nicht an die Zeit seines Teamkollegen heran. Der Ferrari von AF Corse konnte wesentlich sparsamer mit den Reifen umgehen. So schaffte es Toni Vilander problemlos bei der Rundenzeit seines Teamkollegen mitzuhalten. Dieser Reifenvorteil sicherte AF Corse die Poleposition in der GT-Pro. Die beiden Porsche landeten auf den Plätzen 2 und 3. Nur 0,592 Sekunden dahinter landete der Ferrari von James Calado und Davide Rigon. Schwer zu kämpfen hat Aston Martin Racing bei seinem Heimrennen. In beiden GT-Klassen hatten die Briten schwer zu kämpfen und konnten sich nur Plätze im hinteren Mittelfeld sichern. In der GT-Am konnten sich die Fahrer Bird/Rugolo den ersten Startplatz in der GT-Am sichern.

    Quelle: Motorsport-Total.com

  • Meldeliste für Silverstone veröffentlicht

    Die FIA hat heute die offizielle Meldeliste für die 6 Stunden von Silverstone veröffentlicht. Insgesamt haben sich alle 17 Teams mit 31 Fahrzeugen angemeldet. Mit Bekanntgabe der Liste wurden auch die letzten offenen Plätze besetzt. So werden im Lotus T129-AER Christjian Albers, James Rossiter und Thomas Holzer Platz nehmen. Für die GT-Am Fahrzeugen von AF Corse konnte man Luis Perez-Companac, Marco Cioci und Mirko Venturi sowie Stephen Wyatt, Michele Rugolo und Sam Bird gewinnen. Beim deutschen Team Proton Competition werden Christian Ried, Klaus Bachler und Khaled Al Qubaisi zusammen um den GT-Am Titel kämpfen.

  • Nachgefragt bei Mike Conway

    Nach seinem erfolgreichen ersten Jahr in der FIAWEC bei G-Drive Racing, steigt der WM-Dritte Mike Conway aus der LMP2-Klasse in die nächst höhere Klasse auf. Bei Toyota Racing fungiert er ab dieser Saison in der LMP1-Klasse als Test- und Ersatzfahrer. In einem Interview mit Toyota Racing verriet der Brite, was ihn in der Saison 2014 erwartet und wie es sich anfühlt für ein großes Team wie Toyota zu arbeiten.

    Wie fühlst du dich mittlerweile bei TOYOTA Racing?

    „Ich bin sehr glücklich ein Teil der TOYOTA-Familie zu sein und am Langstrecken-Programm mitzuarbeiten. Ich bin schon ganz aufgeregt, kann es kaum erwarten das Auto wieder zu testen. Es wird eine ziemlich geschäftige Saison für mich werden, mit dem TOYOTA-Programm auf der einen und den IndyCar-Rennen in den Staaten auf der anderen Seite, aber das mag ich ja.“

    Wie fährt sich der TS040 HYBRID?

    „Eine großartige Erfahrung mit einem tollen Auto, auch wenn ich noch viel über Langstrecken-Rennen in einem LMP1 lernen muss. Die Art und Weise, wie wir Sprit sparen müssen, wie man mit dem Antrieb haushaltet, wie man sich am besten seinen Turnus einteilt, da lerne ich bei jeder Fahrt etwas Neues dazu. Mit dem LMP1-Fahrzeug ist das ein echtes Erlebnis, es übertrifft meine Erwartungen was das Fahren betrifft und es macht Spaß sich mit den anderen Jungs auszutauschen.“

    Welche Eindrücke hast du bei deinem ersten Besuch am Firmensitz von TMG gewonnen?

    „Es war sehr beeindruckend. Ich habe ja so einiges erwartet, wenn man die F1-Vergangenheit bedenkt, aber meine Erwartungen wurden übertroffen. Da gibt es einfach alles. Die gesamte Technologie dreht sich dort um Leistung und Ausdauer, ganz nach Maß für diese Aufgabe. Vom Design über den Prototypenbau, die Fertigung, das Testen und Entwickeln, alles kann hier unter einem Dach abgewickelt werden. Einfach eine cooles Werk. Und dabei geht es noch nicht einmal nur um das Auto als Ganzes, sie können dort jede einzelne Komponente bauen, testen und Simulationen fahren, um Gewissheit zu erlangen, dass das jeweilige Teil bereits erprobt ist, wenn es ins Auto eingebaut wird.“

  • Toyota präsentiert den TS040

    Toyota Racing enthüllte heute den neuen TS040 Hybrid für die Saison 2014. Dieser kommt erstmals mit einen Allrad-Hybridantrieb in der WM zum Einsatz.

    Mit den 480 PS des Allrad-Hybridantriebs sowie den zusätzlichen 520 PS des 3,7 Liter Benzinmotors repräsentiert der TS040 Hybrid die fortschrittlichste Hybrid-Technologie, die ein Rennwagen bisher je hatte.

    Toyota kehrt mit dem Wechsel vom Heck-Hybridantrieb zum Allrad-Hybridantrieb zu einem Konzept zurück, welches seit 2007 im Motorsport entwickelt wird. In diesem Jahr gewann der allradangetriebene Supra HV-R als erster Hybrid-Rennwagen ein Langstreckenrennen – die 24 Stunden von Tokachi.

    Der neue Antriebsstrang namens „Toyota Hybrid System Racing“, wurde extra an die neuen WEC Regularien angepasst. Im Vergleich zu 2013 gilt es zukünftig 25% weniger Treibstoff zu verbrauchen, was durch ein optimales Zusammenspiel von Aerodynamik, Antrieb und Fahrweise erzielt werden soll. Ein sogenannter Durchflussmenge-Sensor ermittelt den Kraftstoffverbrauch. Für den Fall, dass der im Rennen über eine Messstrecke von drei Runden ermittelte Kraftstoffverbrauch die vorgeschriebenen Limits überschreitet, gibt es eine Strafe für das Fahrzeug.

    Mehr Leistung durch die Hybrid-Einheit

    Ein neu formuliertes Regelwerk erlaubt es Toyota Racing nun auch eine größere Leistungssteigerung beim Hybridsystem mit einer zusätzlichen AISIN AW Motorgenerator-Einheit an der Vorderachse, welche ergänzend zur DENSO Einheit an der Hinterachse agiert, zu verwenden. Beim Abbremsen unterstützen die Motorgenerator-Einheiten die Wirkung der Bremsanlage und generieren dabei Energie, die über einen Umwandler an den Nisshinbo-Akkumolator zur Speicherung weitergegeben wird. Diese gespeicherte Energie unterstützt das Fahrzeug beim beschleunigen.

    Das Chassis des TS040 Hybrid wurde von der Toyota Motorsport GmbH (TMG) in Köln entwickelt, entworfen hergestellt und zusammengebaut. Es handelt sich um eine wesentliche Erneuerung des bisherigen TS030 Modelles, unter Berücksichtigung des neuen Regelwerks. Besondere Aufmerksamkeit galt der Luftströmung um das Fahrzeug, um sowohl den Luftwiderstand und folglich den Kraftstoffverbrauch zu verringern, sowie den Anpressdruck und auch das Haftungsniveau zu erhöhen.

    Quelle: Toyota-Motorsport

  • Audi präsentiert neuen R18 e-tron quattro

    Zur neuen Saison bringt Audi den neuen R18 e-tron quattro an den Start. Warum dieser eine neue Lackierung bekommt, verraten wir in diesem Artikel.

    Der wohl spektakulärste Auftritt in der Vorsaison 2014 geht an Audi. Tom Kristensen absolvierte mit dem neuen Audi R18 e-tron quattro die ersten Kilometer im Straßenverkehr von Le Mans. Von TV-Kameras und Fotografen begleitet, legte der neue Bolide von Audi rund zehn Kilometer in einer Polizeieskorte durch die Innenstadt zurück, drehte eine Rund auf dem Circuit Bugatti und kam unter Applaus der geladenen Gäste an.

    „Seit 1997 starte ich in Le Mans, aber das war eine neue und aufregende Erfahrung für mich“, erklärte Tom Kristensen. Neben der Fahrt durch die Innenstadt, präsentierte Audi ein neues Design für den Boliden. Bei der Weltpremiere im Dezember 2013 war die Karosserie noch schwarz mit roten Details, doch jetzt steht die neue Haut des Wagens in einem schwarz, rot, weiß und Silber da.

    Wieso eine neue Lackierung?

    „Mit den Farben verbindet sich eine Symbolik“, erklärt der Motorsport Design-Manager von Audi Dirk van Braeckel. „Silber betont die Rennerfolge der Vergangenheit. Als sehr ruhige Farbe ist sie die Basis unseres Designs. Weiß als zweite Farbe harmoniert gut mit Silber und wirkt sehr leicht. Sie steht für den Hybrid-Antrieb. Wir setzen das Weiß asymmetrisch ein, um die Komplexität dieser Antriebstechnologie zu symbolisieren.“ 

    Doch warum wird der Wagen zum Heck hin rot und schwarz. „Wir haben uns für Mattschwarz entschieden, da es einen schönen Kontrast zum glänzenden Weiß bildet“, sagt van Braeckel. „Schwarz steht für Leichtbau. Die große Finne auf der Motorabdeckung soll mit ihrem schwarzen Erscheinungsbild eine Art Rückgrat darstellen.“ Und ein spezielles rot komplettiert die Performance-Farbe von Audi.

    Ein echter Hingucker sind auch die reflektierenden Elemente auf der Oberfläche. „Das reflektierende Design kommt besonders nachts zur Geltung und bietet den Zuschauern ein Extra-Erlebnis“, begründet van Braeckel.

    Doch nicht nur die Lackierung hat sich geändert

    Nicht nur mit dem Design sorgte Audi für aufsehen in Le Mans. Die Ingolstädter veröffentlichten die Daten zum neuen Antrieb des LMP1 Fahrzeuges. So wurde der Hubraum des V6-TDI von 3,7 Liter auf 4 Liter erhöht, um den Motor zu optimieren. Zudem tritt Audi mit nur einer Motor-Generator-Einheit (MGU) an der Vorderachse an.

    Am 28. und 29. März nimmt der R18 bei den offiziellen Testtagen der FIAWEC in Le Castellet teil, bevor die Weltmeister zum ersten Rennen der Saison am 20. April in Silverstone starten.

    Quelle: Audi-Motorsport Pressemitteilung

  • Fernando Rees im Interview

    Endurance Archive hatte Gelegenheit mit Fernando Rees vor dem Start der neuen Saison zu sprechen. Mit dem neuen Jahr wird er für Aston Martin an den Start gehen.

    In gut einem Monat ist es so weit, die WEC startet in ihre dritte Saison. Die Teams sind in den letzten Vorbereitungen für das erste Rennen in Silverstone. Die neuen Wagen treten in den nächsten Wochen zu den offiziellen FIA Testtagen am Circuit Paul Ricard an und die letzten offenen Plätze in den Cockpits füllen sich zügig.

    Eines der größten Rennprogramme stellt 2014 Aston Martin Racing auf die Beine. Mit 4 Autos und 10 Fahrern will man dieses Jahr die Titel der GT-Pro und GT-Am gewinnen. Einer der Neuzugänge bei dem britischen Team ist der Brasilianer Fernando Rees. Wir haben ihn zu seiner vergangene Saison bei Larbre Compétiton und die neuen Herausforderungen bei Aston Martin befragt.

    Das vergangene Jahr war ein Auf und Ab

    Das Jahr 2013 war voller Emotionen und besonderer Ereignisse. Beschreibe dein 2013 mit 5 Worten.
    Schock, Überwindung, Unsicherheit, Glauben, Erfolg.

    Im Motorsport weiß man nie ob man die Ziellinie jemals unversehrt überqueren wird. Die Gefahr ist allgegenwärtig. Wie gehst du da mit um? Denkst du im Rennen daran oder blendest du die Gefahr aus?
    Ich habe großen Respekt vor der Gefahr des Motorsports. Dieser Respekt gibt mir ein positives Gefühl der Angst und steigert so meine Wahrnehmung. Es ist gefährlich und unklug, fruchtlos in ein Rennen zu gehen. Die Bewusste Angst, die Achtung und das Verständnis der Gefahr sind der Schlüssel um sein bestes zu erreichen.

    In Le Mans haben wir Allan Simonsen verloren. Es war ein Schock für die Motorsportwelt. Wie hast du dich gefühlt als du die Nachricht von seinen Tod gehört hast? Kanntest du ihn persönlich?
    Ich kannte ihn von den zwei Podien in Silverstone und Spa-Francorchamps, die wir uns 2013 geteilt haben. Wir hatten nicht viel gerdet, nur diese typischen Backstage-Gespräche zwischen Fahrern. Er schien ein sehr netter Kerl zu sein, und sicher auch ein talentierter Fahrer. Als ich von seinem Tod hörte war ich schockiert. Besonders schlimm war die entstandene Unsicherheit über seinen Zustand. Die offiziellen Informationen der Verantwortlichen an der Strecke passten nicht mit zu den Insider-Informationen welche ich von meinem Team bekam. Diese entstandene Verwirrung machte es für mich nicht wirklich leichter.

    Die letzten Jahre bist du für Larbre Compétition gefahren. Wie würdest du rückblickend deine Zeit dort beschreiben? Wie war die Atmosphäre, die Leute und die Corvette?
    Larbre Compétiton war ein idealer Arbeitsplatz. Sie haben mich weit nach vorne gebracht und mir den Weg frei gemacht in meiner Karriere größere Ziele zu erreichen. Im Hinblick auf die Teamarbeit, die Teammitglieder und Teambesitzer gab es nie große Probleme. Manchmal gab es Unstimmigkeiten, aber wir haben eigentlich immer gut zusammengearbeitet. Die Corvette war ein wirklich tolles Auto. Besonders vor der Einführung des zusätzlichen Strafgewichtes und der Veränderung der Regel für die Höchstleistung des Fahrzeugs in der Saison 2013. Das Auto hat sich seit dem ganz schön verändert. An den Stellen wo die Corvette ziemlich gut war, wurde sie immer schwächer und in Bereichen wo es vorher schon nicht sonderlich gut aussah, wurde es noch schlimmer.

    Am Ende der Saison hast du Platz 7 in der GTE-Am Fahrerwertung und mit der Mannschaft die 5. Position in der GTE-Am Teamwertung erreicht. Bist du mit dir selbst und deiner Leistung zufrieden?
    Überhaupt nicht. Nach dem Titelgewinn 2012 haben wir alle mehr erwartet. Unter den gegebenen Umständen, besonders das zusätzliche Strafgewicht und die veränderte Leistungsregelung erschwerten uns die Arbeit. Es ist fast das beste was wir so erreichen konnten. Manchmal gewinnt man, manchmal lernt man.

    Das richtige Training ist entscheidend

    Für mich als normalen Autofahrer kommt nach 2 Stunden irgendwann der Punkt wo ich ein Pause brauche. Als Motorsportler ist der Konzentrationsgrad noch viel höher. Wie ist es für dich wenn du 2, 3 oder gar 4 Stunden am Stück hinter dem Lenkrad sitzt, ein gewisses Level halten musst und jede kleine Schwäche sofort bestraft wird?
    Das ist etwas was man trainieren muss um erfolgreich zu werden. Aus meiner Erfahrung habe ich gelernt, dass es unabdingbar ist ein top Fitnesslevel zu haben. Nur so kann man den Mangel an Unaufmerksamkeit durch die entstehende körperliche Müdigkeit ausgleichen. Der Geist wird sowieso irgendwann müde. Wenn dein Körper dann auch noch müde wird, wird noch mehr von deinem Geist abverlangt, welcher aber aufgrund der Müdigkeit nicht mehr voll leistungsfähig ist. Mein Rezept ist es den Körper top fit zu halten, so sind auch längere Zeiträume ohne Pause kein Problem.

    Was tust du um dich fit zu halten? Viele Motorsportler fahren viel Fahrrad, meist über lange Distanzen. Wie sieht dein Trainingsplan aus? Gehörst du auch zu den Fahrradfahren?
    Ich trainiere sehr viel zwischen den Rennen. Ich persönlich bevorzuge eher den Ausdauerlauf. Vier mal die Woche renne ich längere Distanzen von 12-15 Kilometern am Stück. Ich nehme auch gerne an verschiedenen Marathons teil, gerade hier in Brasilien mache ich das öfters. Das Fahrradfahren ist nicht ganz so meins. Ich lebe in einer großen Stadt und da ist es sehr gefährlich auf der Straße zu fahren. Im Fitnessstudio fahre ich öfters Fahrrad zur Erwärmung, doch das kann man nicht vergleichen.  Mein Fokus beim Cardio Traing liegt ganz klar im Bereich Ausdauerlauf.

    Viele Rennfahrer haben einen sehr Strengen Ernährungsplan welcher mit dem Trainingsplan abgestimmt ist. Wie sieht das bei dir aus?
    Ich bin Vegetarier und esse kein Tiere. Von daher muss ich besonders darauf achten was ich zu mir nehme und das beeinflusst meinen Ernährungsplan. Es macht für mich keinen Unterschied ob ein Rennen ansteht oder nicht, da ich mich immer ausgewogen und bewusst ernähre.

    Viele Junge Menschen sehen dir am Fernseher und an der Strecke zu wie du fährst. Einige spielen früher oder später mit dem Gedanken ebenfalls Rennfahrer zu werden. Wie hast du angefangen? Welche Tipps hast du für alle die eine Motorsportkarriere einschlagen wollen?
    Meine ersten Erfahrungen habe ich im Go-Kart gemacht. Als ich 8 Jahre alt war habe ich in Brasilien angefangen jede freie Minute dafür zu opfern. Es hatte mich gefesselt, es gab seid dem kein Jahr wo ich keine Rennen gefahren bin. Auch 20 Jahre Später geht es mir nicht anders. Der wichtigste Rat den ich geben kann ist folgender: „Wenn du jung bist mach dich nicht fertig, wenn du die erhofften Erfolge und Ziele nicht gleich erreichst. Fokussiere dich weiterhin darauf, immer dein bestes zu geben und das Ziel zu erreichen. Am Ende des Tages, wenn du fühlst das du dein bestes gegeben hast und etwas neues dazu gelernt hast, wirst du merken das du auf dem richtigen Weg bist.“

    Wie stand deine Familie zu deinen Plänen als du jung warst? Stehen sie noch immer hinter deiner Arbeit als Rennfahrer oder gab es mal den Zeitpunkt wo sie wollten das du aufhörst?
    Meine Familie hat mich immer voll unterstützt. Unsere Meinungen gingen in manchen Punkten auseinander aber sie haben nie aufgehört mich zu unterstützen. Nach dem tragischen Ereignis in Le Mans 2013 haben wir viel darüber diskutiert ob ich aufhören sollte oder nicht. Die Frage kam nicht nur von ihnen, sondern auch von mir. Doch wir kamen zu dem Entschluss das ich weitermache.

    Neues Jahr, neuer Anfang

    Neues Jahr, neue Saison, neues Team. Aston Martin hat bekanntgegeben das du 2014 im Wagen mit der Startnummer #99 fährst. Wie bist du zu Aston Martin gekommen?
    Während der Saison 2013 haben wir erste Gespräche geführt. Ich wollte höhere Ziele erreichen, ein Teil davon war der Wechsel in die LMGTE-Pro Klasse. Die Verhandlungen mit Aston Martin sind so gut verlaufen, dass auf beiden Seiten sofort klar war das eine Zusammenarbeit der Ideale Weg ist. Ich bin mit der Art und Weise wie die Verhandlungen verlaufen sind sehr zufrieden.

    Wirst du Larbre Compétition und deine alten Teamkollegen vermissen?
    Ich werde sicherlich die Mechaniker und Ingenieure vermissen. Sie waren das wichtigste Stück im Puzzle. Bei ihnen fühlte ich mich immer wie zu Hause. Ich werde sie vermissen, auch wenn ich bei Aston Martin das Gefühl habe mehr als Willkommen zu sein.

    Bist du aufgeregt? Was glaubst du kann das Team dieses Jahr erreichen? Ist ein Titelgewinn möglich?
    Ja, ich bin sehr aufgeregt und freue mich sehr auf die bevorstehende Saison. Ich halte mir alle Möglichkeiten offen. Doch mein Hauptziel ist es, alle Erwartungen von Aston Martin Racing zu übertreffen um am Ende des Jahres das Gefühl zu haben, das ich mein bestes gegeben habe.

    Die WEC ist gut in ihre ersten zwei Jahre gestartet. Sie wächst kontinuierlich und findet regelmäßig neue Fans. Immer mehr neue Teams kommen hinzu. Wie denkst du darüber? Wo siehst du die WEC in den nächsten 5 Jahren? Wird sie die Fan-Basis der Formel 1 überholen können?
    Ich glaube nicht das die WEC in den nächsten fünf Jahren die Formel 1 überholen wird. Aber sie wird größer sein als sie jetzt schon ist. Ich glaube auch, dass das Potential außerhalb von Europa wachsen wird. Gerade in Ländern wie Brasilien, wo die Menschen nur wenige Rennserien neben der Formel 1 kennen, gibt es genug Platz für die WEC um zuwachsen.

    Wie sehen deine Pläne für dieses Jahr aus? Stehen für dich Gaststarts in anderen Rennserien oder bei Großveranstaltungen auf dem Plan?
    Möglichkeiten gibt es immer, aber ich bin mir noch nicht sicher. Mein Fokus für dieses Jahr liegt ganz klar auf der WEC und Aston Martin Racing. Sollte sich eine Möglichkeit ergeben mit ihnen parallel in einer anderen Rennserie an den Start zu gehen, werde ich diese Möglichkeit sicher ergreifen.

    In diesem Jahr startet die Formel E in ihre erste Saison. Wie denkst du über diese neue Rennserie? Bist du eher für oder gegen den elektrischen Motorsport?
    Es ist eine gute Idee und ich glaube das es interessant wird. Aber ich weiß nicht wie weit es sich entwickeln wird. Es gibt so viele Möglichkeiten die Nachhaltigkeit von Brennstoff betriebenen Autos zu verbessern welche noch nicht umgesetzt wurden. Ich bin mir nur nicht ganz sicher, ob genügend Interesse bei den Herstellern da ist, diese Ideen auch umzusetzen. Gute Ansätze sind bei der Formel E aber auf jeden Fall vorhanden, wir müssen abwarten wie sich das ganze entwickelt.

    Lass uns das Interview so beenden wie wir es begonnen haben. Beschreibe dein Jahr 2014 in 5 Worten. Was erwartest du von diesem Jahr?
    Herausforderungen, Überwindung, Freude, Verantwortung, Erfolg.

  • Alle Porschefahrer in Weissach zur Sitzanpassung

    Die Vorbereitungen für die neue WEC Saison laufen bei Porsche auf Hochtouren. In Weissach fanden sich jüngst alle Fahrer zur Sitzanpassung ein.

    Alle sechs Porsche-Werksfahrer waren die ganze Woche über in Deutschland um zusammen mit ihrem neuen Team die Fahrerpaarungen zu besprechen und um die einzelnen Sitze anzupassen. Dazu standen noch Fitness- und Reaktionstests auf dem Plan für die Werksfahrer. 

    Die nun offiziell verkündete Fahrerpaarung sieht wie folgt aus, im Auto mit der Startnummer 14 fahren Romain Dumas, Neel Jani und der deutsche Marc Lieb. Im zweiten eingesetzten Fahrzeug mit der Startnummer 20 wird der Ex- Formel 1 Pilot Mark Webber neben Timo Bernhard und Brendon Hartley antreten.

    „Eine tolle Woche liegt hinter uns. Es ist großartig zu sehen, wie sich die Jungs von Porsche auf das neue Projekt vorbereiten.“ Erklärte Mark Webber bei der heutigen Sitzanpassung. Neel Jani zeigte sich relativ erschöpft von dieser Woche und Twitterte: „3 Tage Sitzanpassung, langsam ist es genug. Ich glaube wir haben jetzt die richtigen Positionen!“

    Doch vorbei ist es mit der Vorbereitung auf die neue Langstrecken Weltmeisterschafts Saison noch lange nicht. Auf die LMP1 Fahrer von Porsche kommt im März ein erneuter Testtag auf einer noch nicht bekannt gegebenen Rennstrecke hinzu.

    Via: Porsche Motorsport

  • Alle Infos zur LMGTE 2014

    Die Starterlisten für die Saison 2014 sind offiziell. Nicht nur in der LMP hat sich einiges verändert, auch in der LMGTE gibt es Überraschungen.

    In der GT-Pro halten sich die Veränderungen in Grenzen. AF Corse, das Porsche AG Team Manthey und Aston Martin Racing bleiben uns erhalten und gehen jeweils wieder mit 2 Wagen an den Start. Neu hinzu kommt das britisch Team RAM, welches sowohl in der GT-Pro als auch in der GT-Am jeweils ein Fahrzeug angemeldet hat. Zuvor war man in der ELMS unterwegs und hatte sich nach dem Gewinn des Meistertitel entschlossen den nächsten Schritt zu wagen.

    Weniger Konstant sieht die Konstellation in der LMGTE-Am aus. Dort müssen wir uns von den Teams IMSA Performance Matmut, Larbre Compétition und Krohn Racing verabschieden. Alle drei haben sich nicht für die Saison 2014 eingeschrieben. Bei Larbre Compétiton war der Vertrag mit Corvette ausgelaufen und man war nicht mehr in der Lage das Projekt WEC zu stemmen, nun ist man in die ELMS gewechselt. Als Ausgleich für die entstandenen Lücken gibt es aber interessanten Ersatz. Als Neuzugang dürfen wir die Mannschaft Prospeed Competiton und das bereits erwähnte britische Team RAM Racing begrüßen.

    Für beide ist es die erste Saison in der WEC. AF Corse bringt einen zusätzlichen Wagen in die GT-Am. Die Italiener sind nun mit dem großen Konkurrenten Aston Martin Racing auf Augenhöhe, welche ebenfalls vier Fahrzeuge in beiden GT-Klassen einsetzten. Unverändert sieht die Situation bei 8 Star Motorsport und Proton Competition aus. Beide Mannschaften sind wieder mit ihrem Fahrzeug dabei.

    In der LMGTE treten insgesamt 15 Fahrzeuge gegeneinander an. Auch wenn leider Teams die WEC verlassen mussten, ist es trotzdem eine interessante Mischung. Das Feld wird von Porsche und Ferrari dominiert, jedoch ist Aston Martin nicht zu unterschätzen. Wir dürfen gespannt sein.

  • Die LMP-Klasse 2014 im Detail

    Mit der neuen Saison gibt es zahlreiche Änderungen in den LMP-Klassen. Was uns an Regelanpassungen erwartet haben wir hier zusammengefasst.

    Wie bereits in den Vorjahren 2012 und 2013, hat man auch die 3. Saison mit einer Pressekonferenz eröffnet. Bei der Veranstaltung gestern Nachmittag wurde die offizielle Starterliste der Weltöffentlichkeit präsentiert. Allen Team samt dem 1. Fahrer und den zugehörigen Wagens stellten sich vor. Darunter waren viele neue und auch altbekannte Gesichter. Die Chefs von FIA und ACO gingen auf das neue Reglement ein und stellten die Veränderungen genau vor. In den nächsten Artikeln werden wir euch alle Neuerungen im Detail vorstellen. Den Anfang machen wir mit der LMP-Kategorie.

    Die erste Neuerung findet sich in der Klassenaufteilung der LMP wieder. Die LMP1 ist das Herzstück der WEC. Um dem wachsenden Interesse auf Dauer gerecht zu werden, hat man sich entschlossen eine Zweiteilung vorzunehmen. So gibt es ab sofort die Unterklassen LMP1-H und LMP1-L. Hinter der Endung -H verbirgt sich das Wort „Hybrid“. Hier werden alle Prototypen eingeordnet, die mit einem umweltfreundlichen Hybridantrieb an den Start gehen.

    Hier finden sich Audi, Toyota und Porsche wieder, welche alle mit 2 Wagen antreten. Die restlichem LMP1-Fahrzeuge werden der Unterklasse -L zugeordnet, welches für das Wort „Light“ steht und die schwächere Gesamtleistung aufgrund des fehlenden Elektromotors hervorhebt. Den Anfang in dieser neuen Unterklasse macht Rebellion, welche ebenfalls 2 Wagen an den Start bringt. Das Team Lotus steigt von der LMP2 in die LMP1-L auf und wird mit 1 Fahrzeug antreten.

    In der LMP2 bleibt die Klassenstruktur gleich. Jedoch müssen wir uns hier auf einige neue Namen einstellen. Der einzige bekannte Name ist das russischen G-Drive Team. Sie werden mit 1 Wagen an den Start gehen. Das Weltmeisterteam OAK Racing nimmt sich eine Auszeit und hat kein einziges Fahrzeug angemeldet. Es gab Probleme mit der Entwicklung des neuen Chassis und man ist nicht rechtzeitig fertig geworden. Ersatzweise startet man mit dem bestehenden Fahrzeug in der ELMS und der USCC.

    Aber 2015 will man dann aber wieder in der WEC mitmischen. Das Team peilt einen Aufstieg in die LMP1-L Kategorie an. Die Jungs rund um das Team Delta-ADR haben sich neu formiert und werden nun unter dem Namen „Millennium Racing“ mit zwei Wagen antreten. Das Team von Strakka Racing steigt von der LMP1 in die LMP2 ab. Man hatte sich letztes Jahr mit dem Projekt übernommen und konnte nur zu zwei Rennen antreten. Mit dem Wechsel soll es nun möglich sein das eine Fahrzeug zu allen Rennen an den Start zu bringen.

    Des weiteren dürfen wir uns über zwei Neuzugänge in der LMP2 freuen. Zum einen wird KCMG alle acht Rennen mit einem Fahrzeug am Start sein. Nach den erfolgreichen Test im letzten Jahr will man nun voll durchstarten. Ein ähnliches Ziel hat die neue russische SMP-Mannschaft. Sie wird mit zwei Wagen vom Typ Oreca 03 – Nissan in der LMP2 antreten. Im dritten Jahr der WEC gehen 16 Le Mans Prototypen an den Start. Die Rennserie wächst kontinuierlich und die Veranstalter sind äußerst zu frieden. Auch die Chefs der einzelnen Teams äußerten sich äußerst positiv über den bisherigen Verlauf und sehen eine rosige Zukunft. Es wird ein spannendes Jahr 2014, dass ist sicher.