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  • Titeldrama beim WEC-Finale in Bahrain

    Titeldrama beim WEC-Finale in Bahrain

    Die verlängerte WEC-Saison 2019/2020 fand in Bahrain ein abwechslungsreiches Ende. Das Rennen und die LMP-Fahrer-WM entschieden Mike Conway, Kamui Kobayashi und José Maria López im Toyota #7 für sich.

    Nachdem sich alle anderen LMP1-Fahrzeuge beim Finale zurückgezogen hatten, trat Toyota Gazoo Racing ganz ohne Konkurrenz an. Die einzige Frage über die 8 Stunden Renndistanz war jene nach der Fahrer-WM. Sowohl die #7, als auch die #8 hatten beide noch eine reale Chance auf den Titel.  Am Ende wurde es eine entspannte Ehrenrunde für die Japaner, die den TS050 Hybrid und damit die LMP1-Klasse in den Ruhestand verabschiedeten.

    Die GTE sorgt für Dramatik im Rennen

    Wo es der Spitzenklasse an Drama fehlte, legten die beiden GTE-Kategorien umso mehr nach. In der LMGTE-Pro trug Aston Martin den Kampf um die WM-Krone unter sich aus. Jedoch starteten nur Nicki Thiim, Marco Sorensen und Maxime Martin mit Chancen auf den Fahrertitel, da Alex Lynn durch einen positiven COVID-10-Test beim Finale aussetzen musste.

    Die Mannschaft mit der Startnummer 95 wollte ihre Führung zu Beginn des Rennens ausbauen. Doch beide Autos fielen rasch zurück, was sich bald als Probleme mit den Bremsen herausstellte. 

    Zur Rennhalbzeit fuhr der Vantage AMR #95 an die Box und wechselte die Bremsen, was ihn aus dem Kampf um den Rennsieg warf. Mit nur noch einer Stunde Restzeit und in der Lage, den Titel zu sichern, musste auch Martin an die Box und wurde schließlich Vierter. Die #95 beendete das Rennen auf Rang fünf. 

    Als Sieger im Rennen ging am Ende der Porsche #92 mit Michael Christensen und Kévin Estre hervor, während der Schwesterwagen #91 zweiter wurde.

    Kampf um den GTE Am Titel bis zum Schluss.

    Der Titelkampf in der GTE Am ging bis in die letzte Stunde der Saison. Für die Mannschaft der #90 (TF Sport) endete er mit einer bitteren Enttäuschung. Salih Yoluc und seinem Team, das die Meisterschaft mit acht Punkten Vorsprung in die Endrunde führte, war klar, dass sie das Ergebnis der Verfolger-Crew #83 (AF Corse Ferrari) einfach übertreffen mussten, um sich ihren ersten Titel zu sichern.

    Am Renntag wurden die GTE Am-Boliden allerdings mit den gleichen Bremsproblemen konfrontiert wie die GTE Pro-Maschinen. Die Startnummer 90 rutschte im Laufe der acht Stunden allmählich durch das Feld, schien aber immer noch auf dem Weg zum Titelgewinn zu sein. Eine Stunde vor Rennende absolvierte der Wagen dann einen längeren Boxenstopp, und machte damit alle Hoffnungen auf die Meisterschaft zunichte.

    Seinen ersten Saisonsieg holte sich das Team Project 1 mit der Nummer 56. Zweiter wurde der Meisterschaftssieger #83 des AF Corse Teams von Nielsen/Perrodo/Collard.

    Ein Kampf um die Spitze mit 8 Stunden Länge

    In der LMP2 konzentrierte man sich ausschließlich auf das Rennen, da alle Meisterschaften bereits vor Bahrain entschieden waren. In einem spannungsgeladenen Kampf, der sich über den größten Teil des Rennens hinzog, beendete die #37 von Jackie Chan DC Racing die Saison mit einem Sieg. 

    Die Entscheidung fiel jedoch erst in den letzten 10 Minuten des Rennens und zog sich fast über die gesamte Renndistanz, da das Feld ein weiteres Mal auf Augenhöhe war. Zweiter wurde das JOTA-Auto mit der Startnummer 38, wobei das Racing Team Nederland das Podium komplettierte.

    Bilder © 2020 AdrenalMedia.com – FIA WEC Pressematerial (Marius Hecker & Tim Hearn)

  • Letzte Pole der Saison für Toyota und Porsche

    Letzte Pole der Saison für Toyota und Porsche

    #7 TOYOTA GAZOO RACING / JPN / Toyota TS050 - Hybrid - Hybrid / Mike Conway (GBR) / Kamui Kobayashi (JPN) / Jose Maria Lopez (ARG) -- 8 hours of Bahrain - Bahrain International Circuit - Sakhir - Bahrain

    Das letzte Qualifying der Saison 2019/2020 ist vorbei. Die Spitzenpositionen für die 8 Stunden von Bahrain konnten sich der Toyota #7 und der Porsche #92 sichern.

    Begleitet vom Flutlicht ging es für alle Teilnehmer zum letzten Qualifying im Jahr 2020. In der kompakten LMP1-Klasse setzte sich der Toyota #7 mit einer Rundenzeit von 1:40.747 gegen das Schwesterfahrzeug (#8) durch. Trotz fehlender Konkurrenz wird es noch einmal spannend, da beide Werkstrios Chancen auf den letzten LMP-WM-Titel haben.

    Die zweite Startreihe geht diesmal an Fahrzeuge aus der kleineren LMP2-Kategorie. Hier konnte United Autosports mit 1:47.060 die beste Zeit der Klasse abliefern. Die Briten gehen vor Jackie Chan DC Racing (Startplatz zwei) und Signatech Alpine Elf (Position drei) ins Rennen.

    #92 PORSCHE GT TEAM / DEU / Porsche 911 RSR - - 8 hours of Bahrain - Bahrain International Circuit - Sakhir - Bahrain

    Porsche bestätigte die Leistung aus dem dritten Training und konnte sich mit 1:56.505 seine dritte Pole-Position in dieser Saison holen. Nur 0,016 Sekunden langsamer waren die aktuellen Tabellenführer im Aston Martin #95, die sich knapp vor dem AF Corse Ferrari #51 den zweiten Platz in der Aufstellung sicherten.

    Mit größerem Abstand zur GTE-Pro, aber weit vor der direkten Konkurrenz positionierte sich die #98 von Aston Martin. Die Briten fuhren mit einer Bestzeit von 1:58.356 die Pole in der kleinsten WEC-Klasse ein. Auf Startrang zwei fuhr der TF Sport Aston Martin (#90), gefolgt vom Red River Sport Ferrari #62.

    Alle Rundenzeiten aus dem Qualifying gibt es hier zum Nachlesen.

    Bilder © 2020 AdrenalMedia.com – FIA WEC Pressematerial (Marius Hecker & Tim Hearn)

  • Trainingsrückblick beim Saisonfinale in Bahrain

    Trainingsrückblick beim Saisonfinale in Bahrain

    Trotz reduzierter Teilnehmerzahl startete die FIA WEC am Donnerstagabend den Auftakt ins letzte Rennwochenende. Besonders abwechslungsreich ging es in den beiden GTE-Klassen zu.

    Wenig Überraschungen gab es in der Spitzenklasse LMP1 zu vermelden, die in Bahrain ihren Abschied feiert. Mangels Konkurrenz sind nur die beiden Toyota TS050 Hybrid auf dem Bahrain International Circuit zu sehen. Die Spitzenzeit ging im FP1 & FP3 jeweils an das Trio mit der Startnummer #8.

    Konstant ging es zunächst für die LMP2 auf den Kurs, wo die das Racing Team Nederland und Signatech Alpine in den ersten beiden Sessions je die Positionen eins und zwei sicherten. Völlig anders war das Kräfteverhältnis hingegen im dritten Training. Das konnten Jackie Chan DC Racing und United Autosport bestimmen und die ersten beiden Ränge einfahren.

    Beide GTE-Klassen im gleichen Zeitfenster

    So eng wie noch nie ging es in den beiden LMGTE-Kategorien zu. Zwischen Pro und Am war kaum noch ein zeitlicher Unterschied auszumachen. Die besten Rundenzeiten in der ersten Session kamen jeweils von Aston Martin Racing. Zwischen der #97 (Pro) und der #98 (Am) lag nur knapp eine Sekunde.

    Im FP2 wahr der AF Corse Ferrari #71 am schnellsten mit 1:57.193, wurde jedoch auf Schritt und Tritt vom restlichen Feld gejagt. So schrumpften nicht nur die Abstände zur direkten Konkurrenz, auch die Am-Klasse schloss auf. Hier lieferte der Dempsey-Proton-Porsche #88 mit 1:57.773 die beste Rundenzeit.

    In der letzten Trainings-Session konnten sich Porsche mit der #92 (Pro) und Aston Martin erneut mit der #98 (Am) an vorderster Stelle Platzieren. Viel Zeit zum durchatmen bleibt nicht. Durch das fehlende Rahmenprogramm gibt es nur vier Stunden Pause zwischen Training und Qualifying, welches um 16 Uhr mitteleuropäischer Zeit beginnt.

    Die Rundenzeiten vom dritten Freien Training gibt es hier noch einmal zum nachlesen.

    Bilder © Endurance Archive (Walter Schruff)

  • Zwischen Hypercar und Corona: Im Gespräch mit ByKolles Racing

    Zwischen Hypercar und Corona: Im Gespräch mit ByKolles Racing

    ByKolles Racing bei den 24 Stunden von Le Mans

    ByKolles Racing startet 2021 mit einem eigenen WEC Hypercar. Wir haben mit Einsatzleiter Boris Bermes über das neue Fahrzeug gesprochen.


    WM: Wie sieht Euer Zeitplan bei der Entwicklung des neuen Hypercars aus, unterscheidet dieser sich stark vom LMP1-Prozess?

    BB: Der Entwicklungszeitraum ist hier sehr ähnlich wie bei unserem LMP1-Fahrzeug. Insgesamt sind etwa zwei Jahre Vorlaufzeit nötig, wo wir beginnen erste Ideen und Konzepte auszuarbeiten. Steht die Skizze, so folgen die Konstruktions- und Aerodynamik-Arbeiten. Gut fünf Monate vor Saisonbeginn folgt der Produktionsstart für unsere Wagen und die notwendigen Sicherheitstest werden gemacht. Einen Monat vor den Start geht es in den abschließenden Fahrzeugbau samt Rollout.


    WM: Bei Eurer Fahrzeugvorstellung in Le Mans habt Ihr nur wenige Infos zum Motor des Hypercars genannt. Könnt Ihr uns schon mehr Details hierzu geben?

    BB: Unser Hypercar verwendet keinen Hybrid-Antrieb. Wir setzen auf einen Verbrennungs- bzw. Saugmotor der die vom Reglement vorgegebenen Leistungskurve erreicht.


    WM: Toyota und später auch Peugeot werden ein Hybrid-Antrieb in den eigenen Fahrzeugen verbauen. Ist das für Euch ein Nachteil im direkten Vergleich?

    BB: Ich denke nicht, denn anders als bisher gibt es im Reglement 2021 eine sehr gute Balance of Performance mit verschiedenen Performance-Fenstern. Das System ist aus unserer Sicht gut aufgebaut und es sollte den Unterschied zwischen Hybrid und Nicht-Hybrid weitestgehend kompensieren können.


    ByKolles Einsatzleiter Boris Bermes

    WM: In Le Mans dieses Jahres habt Ihr Euer Hypercar unter dem Titel „PMC Project LMH“ vorgestellt. Was steckt hinter dieser Bezeichnung?

    BB: Das ist unsere Projektbezeichnung für die Hypercar-Entwicklung. PMC ist der Name der Firma, die für die Entwicklung, Bau und Produktion der Karbonteile mitverantwortlich ist. ByKolles wird neben der weiteren Entwicklung für den Einsatz der Fahrzeuge verantwortlich sein.


    WM: Derzeit bestimmt die Pandemie den Alltag und auch in der WEC gab es zuletzt massive Einschränkungen. Wie sieht Euer Corona-Plan für 2021 aus?

    BB: Die Situation auf der ganzen Welt ist aktuell sehr schwierig. Ich denke, der Kalender für 2021 ist erstmal nur ein Entwurf. Eine Planung ist äußerst komplex und ob alle Rennen wirklich so stattfinden können wie gedacht, wird sich zeigen. Wir versuchen jedoch soweit uns möglich, das Hypercar-Projekt planmäßig durchzuführen und freuen uns schon auf die ersten Testfahrten. Im Fokus steht für uns hierbei ganz klar Le Mans. Das ist das Saison-Highlight und wir haben 2020 gesehen das es trotz Corona möglich ist.

    Bilder © Endurance Archive (Walter Schruff)

  • WEC-Magazin Podcast #25

    WEC-Magazin Podcast #25

    Es ist wieder Zeit für ein News-Update. Im WEC-Magazin Podcast #25 geht es um Hypercars, den Kalender 2021 und die LMDh.

    Die 24 Stunden von Le Mans sind bekanntlich der Rahmen für eine Vielzahl an Neuigkeiten, Produktpräsentationen und Bekanntgaben. In der neusten Ausgabe unseres Podcast arbeiten wir die News der vergangenen Wochen auf und sprechen über folgende Themen:

    • 00:00 – Die neuen Hypercars im Überblick
    • 28:38 – Der WEC-Kalender 2021
    • 42:27 – Einblick in das LMDh-Regelwerk

    Wir wünschen Euch viel Spaß bei anhören. Fragen, Vorschläge und Ideen zur Sendung nehmen wir gerne per E-Mail an podcast@endurance-archive.de entgegen.

  • Wer hat den WM-Titel sicher und wer muss noch kämpfen

    Wer hat den WM-Titel sicher und wer muss noch kämpfen

    Gleich mehrere WM-Titel wurden in Le Mans vorzeitig entschieden. Doch einige werden erst in Bahrain vergeben. Welche es genau sind, verraten wir Euch in diesem Text.

    Am Circuit de la Sarthe wurden die Hersteller- bzw. Teamtitel der LMP1, LMP2 sowie die LMGTE-Pro bereits eingetütet. So liegt Toyota Gazoo Racing uneinholbar an der Spitze und sicherte sich bequem die LMP-WM-Trophäe, da in Le Mans das Erfolgshandicap nicht angewendet wurde.

    Eine Siegesserie von vier ersten Plätzen war das Zünglein an der Waage für United Autosports, um frühzeitig die LMP2-Krone zu ergattern. Doch nicht nur der Teamtitel, auch die Fahrertrophäen konnte sich die Mannschaft mit Felipe Albuquerque und Phil Hanson holen. Paul di Resta verpasste die 6 Stunden von Fuji 2019 und damit wichtige Punkte um ebenfalls Meister zu werden.

    Fast identisch zeigt sich die Meisterschaft in der LMGTE-Pro. Egal wie man es berechnet: Aston Martin kann mit seinen 304 Punkten nicht mehr überholt werden und hat den WM-Titel in der Tasche. Der zweitplatzierte, das Porsche GT Team, liegt 81 Punkte hinter den Briten und könnte in Bahrain maximal nur 66 Punkte einfahren.

    Diese Titel sind noch zu vergeben

    Die weiteren Fahrertitel der WEC sind alle noch zu holen und werden erst mit dem Saisonfinale in Bahrain entschieden. So liegen in der LMP-Fahrer-WM die Toyota-Piloten Brendon Hartley, Sébastien Buemi und Kazuki Nakajima mit sieben Punkten vor Mike Conway, Kamui Kobayashi und José-Maria López.

    Das Wochenende in Le Mans hat Porsche jegliche Chancen auf den Fahrertitel der LMGTE gekostet. Dieser wird nun in Le Mans unter den Aston Martin-Duos Marco Sorensen und Nicki Thiim bzw. Maxime Martin und Alex Lynn entschieden. Die Fahrer liegen jeweils nur 14 Zähler auseinander.

    Ebenfalls die beste Ausgangslage hat Aston Martin in der LMGTE-Am. Dort führt aktuell das TF Sport-Trio Charlie Eastwood, Salih Yoluc und Johnny Adam mit acht Punkten vor der #83. Das AF Corse-Team rund um Francois Perrodo, Emmanuel Collard und Niklas Nielsen hat ebenfalls noch die Möglichkeit den Fahrertitel zu holen. 

    Identisch ist die Ausgangslage in der Teamwertung der kleinsten WEC-Klasse. Außer den beiden Teams (TF Sport / AF Corse) gibt es mathematisch keine anderen Titelanwärter mehr. Es wird spannend wie der Kampf um die Trophäe ausgeht, denn eines ist jedoch jetzt schon sicher: Während ein Team doppelten Grund zur Freude hat und beide Titel holt, wird das andere denkbar knapp scheitern. Die kompletten WM-Tabellen findet Ihr hier zum nachlesen.

    Bilder © Endurance Archive (Walter Schruff)

  • Der vorläufige WEC Kalender für 2021

    Der vorläufige WEC Kalender für 2021

    In Le Mans haben FIA und ACO einen Ausblick auf den WEC Kalender 2021 gegeben. Für das nächste Jahr erwarten uns voraussichtlich fünf bekannte und ein neues Rennen.

    Bedingt durch die aktuelle Corona-Situation schalten die Verantwortlichen der WEC einen ganz zurück und reduzieren den „neuen“ Kalender auf nur noch sechs Veranstaltungen. Im Gegensatz zu den bisherigen Jahren handelt es sich hierbei aber um eine „Vorläufige Version“, die in Abhängigkeit der weltweiten Entwicklung kurzfristig angepasst werden kann.

    Silverstone geht, Monza kommt

    Den Auftakt der neuen Saison 2021 sollen die 1000 Meilen von Sebring im März bilden, die (nach aktueller Planung) wieder zusammen mit den 12 Stunden von Sebring an einem Wochenende stattfinden. Fünf Tage vorher haben alle Teilnehmer die Möglichkeit an einem Saison-Vortest teilzunehmen und die Wagen abzustimmen.

    Nach einem Monat Pause (um eventuelle Quarantänezeiten zu ermöglichen), geht es im Mai weiter mit den 6 Stunden von Spa, sowie den 24 Stunden von Le Mans im Juni. Eine Premiere folgt im Monat darauf. Im Juli verzeichnet die WEC erstmals Monza im Kalender. Das 6 Stunden Rennen ersetzt jenes im britischen Silverstone, da die Verantwortlichen auf Nummer sicher gehen und die Europa-Läufe vorerst nur in EU-Staaten austragen wollen.

    Das Ende des 8-Stunden-Formates

    Nach einem weiteren Monat für Transport und Quarantäne geht es nach Japan, wo die 6 Stunden von Fuji erstmals im September geplant sind. Der Oktober bleibt ohne Rennaktivität. Das Finale findet ganz traditionell in Bahrain statt. Anders als bisher streicht die WEC das neue 8-Stunden-Format wieder und kürzt den Wüsten-Lauf auf 6 Stunden ein.

    Das geplante Debüt in Südafrika wird es 2021 vorerst nicht geben, da die aktuelle Situation nur schwierig planbar ist. Der Kurs wird vermutlich 2022 seine Premiere im Kalender feiern und dann als siebtes hinzustoßen. Ausschlaggebend hierfür ist jedoch die Entwicklung der Corona-Situation weltweit.

    Der WEC Kalender 2021

    DatumRennen
    13. – 14.03.2021Sebring-Vortest
    19.03.20211000 Meilen von Sebring
    01.05.20216 Stunden von Spa
    12. – 13.06.202124 Stunden von Le Mans
    18.07.20216 Stunden von Monza
    26.09.20216 Stunden von Fuji
    20.11.20216 Stunden von Bahrain

    Bilder © Endurance Archive (Walter Schruff)

  • WEC-Magazin Podcast #24

    WEC-Magazin Podcast #24

    Das Motorsport-Highlight des Jahres liegt hinter uns. Wir werfen einen übermüdeten Blick zurück auf die vergangenen 24 Stunden in Le Mans.

    Die 88. Ausgabe der 24 Stunden von Le Mans ist vorüber und wie immer gibt es viel zu berichten. Wer gewonnen hat, was unsere Highlights waren und wie wir das erste Le Mans-Rennen ohne Zuschauer empfunden haben, erfahrt Ihr in dieser Folge.

    Wir wünschen Euch viel Spaß bei anhören. Fragen, Vorschläge und Ideen zur Sendung nehmen wir gerne per E-Mail an podcast@endurance-archive.de entgegen.

  • Le Mans Tripel für Toyota Gazoo Racing

    Le Mans Tripel für Toyota Gazoo Racing

    Toyota Gazoo Racing gewinnt die 24 Stunden von Le Mans

    In einem nahezu fehlerfreien Rennen zeigte Toyota das ganze Potential des TS050 Hybrid und machte das Le Mans-Tripel perfekt. Die #8 siegte vor dem Rebellion #1 und dem Schwesterfahrzeug #7. Der erste Platz in der LMGTE-Pro ging an den Aston Martin #97.

    Während zunächst der Toyota #7 seine Pole-Position in die Führung umwandeln konnte, hatte Bruno Senna im Rebellion #1 gleich von Beginn an hart zu kämpfen. Sebastien Buemi am Steuer des Toyota #8 zog früh gleichauf und lieferte sich mit dem Brasilianer hartes Kopf-an-Kopf-Duell.

    Nach der ersten Stunde hatte sich die LMP1-Klasse sortiert und bis in die Nacht hinein sah alles nach einem Doppelsieg für Toyota aus mit der #7 auf Platz eins. Doch ein Schaden am Turbo des Führungsfahrzeugs kostete das Trio abermals die Chance auf den Le Mans-Sieg und machten einen langen Reparaturstopp nötig.

    Das ByKolles-Team verlor bereits in der ersten Rennhälfte den Anschluss an die Kampfgruppe. Vorzeitig zu Ende war das Rennen für die Gaststarter dann gegen 22 Uhr, als Bruno Spengler von der Strecke abkam.

    Das Schwersterfahrzeug #8 übernahm mit Beginn des neuen Tages die Gesamtführung und konnte die beiden Rebellion bequem auf Distanz halten. Die #7 hatte aufgrund des großen Rückstands kaum noch Chancen auf das Podest zu kommen, wäre der Rebellion nicht eine Stunde vor Schluss von der Strecke abgekommen. Bremsprobleme zwangen das Fahrzeug auf Höhe der Indianapolis-Kurve von der Strecke und machten eine Reparatur nötig. Der Aufenthalt reichte aus, damit der Toyota #7 doch vorbeigehen konnte.

    Ein Feld auf Augenhöhe

    Ungewohnt ausgeglichen waren die Kräfteverhältnisse im teilnehmerstärksten Feld. Die LMP2-Klasse ging mit ganzen 24 Fahrzeugen an den Start und versprach Zweikämpfe in Menge. Bereits zu Beginn sorgte die eigentlichen Favoriten für Aufsehen, als diese reihenweise mit Problemen in die Box abbiegen mussten.

    So lief der Oreca 07 vom Racing Team Nederland nicht wirklich rund und auch Signatech-Alpine hatte einen Einbruch beim Antrieb zu verzeichnen. Ganz andere Probleme hatte die IDEC-Mannschaft, die mit beiden Fahrzeugen aus der Box starten musste. Doch als wäre das nicht Strafe genug, so mussten die Oreca 07 zudem noch die komplette erste Runde aussetzen, da ein Unfall im Training die nötige Qualifikation unmöglich machte.

    Die Nacht forderte weitere Tribute und rief gleich mehrere Teilnehmer für längere Stopps in die Box. Einige Safety Car-Phasen und weitere Slow-Zones später konnte sich United Autosports an der Spitze mit SO24-Has by Graff festsetzen. Beide Teams kämpften über viele Runden um die Führung. Die Entscheidung brachte die letzte Stunde, als der Graff-Prototyp auf Höhe der Porsche-Kurven heftig einschlug und die finale Saftey Car-Phase auf den Plan rief.

    United Autosports holte den ersten Le Mans Sieg der Teamgeschichte und vorzeitig den Klassentitel in der LMP2-Klasse der WEC. Rang zwei sicherte sich JOTA gefolgt von Panis Racing auf Position drei.

    Aston Martin dominiert in den LMGTE-Klassen

    Bereits in den Trainings zeigte sich Aston Martin stark und auch im Rennen gab es an der britischen Marke keinen Weg vorbei. Nach einem knappen Qualifying ging es für Aston Martin von Rang vier aus an den Start. Während Ferrari in der ersten Stunde schnell die Spitze für sich beanspruchen konnte, verlor Porsche in Stunde eins schnell den Anschluss. Es bildete sich eine Kampfgruppe aus den Startnummern #51, #71, #95 und #97.

    Immer wieder wechselte die Führung doch spätestens zur Rennmitte hatte der Aston Martin #97 die bessere Strategie, welche am Ende den Sieg bescherte. Rang zwei ging an den AF Corse Ferrari #51 gefolgt vom Aston Martin #95 auf drei. Der zweite AF Corse Ferrari (#71) blieb in der letzten Runde aufgrund von Benzin-Mangel liegen.

    Chaotischer aber zugleich auch extrem spannend war das Rennen in der kleinsten WEC-Klasse. Die LMGTE-Am mit ihren 23 Teilnehmern enttäuschte nicht und lieferte Momente mit Höhen und Tiefen. Auch hier prägte Aston Martin die Spitze und konnte das Rennen am Ende für sich entscheiden.

    Spannung bis zum Schluss in der LMGTE-Am

    Knapp 20 Minuten nach Start kollidierte der Ferrari #61 mit dem Dempsey-Proton Porsche #88 und schob diesen auf Höhe der Dunlop-Kurven in die Streckenbegrenzung. Der Fahrer Thomas Preining reparierte über drei Stunden sein Fahrzeug im Alleingang am Streckenrand und konnte sich dank dieser Leistung zurück in die Box retten.

    Die Nachtphase war besonders für die Debütanten und unerfahrenen Teilnehmer eine große Herausforderung. Gleich mehrfach zollte die Dunkelheit ihren Tribut und viele Fahrzeuge kamen von der Fahrbahn ab. Ein großer Teil schaffte es jedoch aus eigener Kraft zurück ins Rennen.

    Besonders heikel war die letzte Stunde, als der Dempsey-Proton Porsche die Streckenbegrenzung der Tertre-Rouge zerpflückte und seinen Wagen schwer in Mitleidenschaft zog. Dieser Vorfall und der Unfall des Graff-LMP2 riefen das Safety-Car auf den Plan, was das GTE-Am-Feld zusammenstauchte.

    Mit der Freigabe 20 Minuten vor Schluss gab es ein großes Durcheinander und überrundete Fahrzeuge kämpften neben Führungswagen um Platz auf der Strecke. Das Resultat waren mehrere Positionswechsel und ein spannender Abschluss. Am Ende konnte TF Sport (#90) den Sieg mit nach Hause nehmen und Salih Yoluc als erster Türke einen Klassensieg in Le Mans erzielen. Die Ränge zwei und drei gingen an den Dempsey-Proton Porsche #77 und den AF Corse Ferrari #83.

    Ein Rennen wie kein anderes

    Die 24 Stunden von Le Mans 2020 spiegeln perfekt das unvorhersehbare Kalenderjahr wider. Nichts blieb, wie es schien und regelmäßig änderte sich die Situation im Rennen. Los ging es zum erst zweiten Mal in der Renngeschichte im September. Das Corona-Virus machte eine Austragung im Juni unmöglich und zwang die Organisatoren zur Umplanung.

    Der neue Termin verlängerte die Nachtphase und viele hatten Angst vor Wetterkapriolen. Mehrfach wurde im Rennen vor Regen, Hagel und Gewitter gewarnt doch jedes Mal zogen die Wolken knapp vorbei. Die Strecke blieb trocken und der Rennbetrieb musste nicht unterbrochen werden.

    Doch die Corona-Problematik dünnte das Starterfeld aus und gleich mehrere US-Gaststarter mussten die Teilnahme absagen. So fehlten beide Corvette und die US-Mannschaft von Porsche mit den beiden 911 RSR. Ebenfalls schmerzlich vermisst wurden die Zuschauer, welchen wenige Wochen vor Rennbeginn der Zutritt verwehrt wurde, da die Infektionszahlen zu hoch waren.

    Die 88. Ausgabe der 24 Stunden von Le Mans war ein Rennen mit spannenden Momenten, stabilen Rennphasen und einer ganzen Menge an Änderungen. Bleibt zu hoffen, dass die Welt im Juni 2021 sich wieder erholt hat und an der Sarthe der altbekannte Trubel einkehrt.

    Das vollständige Rennergebnis mit allen Rundenzeiten und Positionen der Teilnehmer gibt es hier in der Übersicht.

    Bilder © Endurance Archive (Walter Schruff)