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  • Ein Saisonauftakt in den Ardennen

    Ein Saisonauftakt in den Ardennen

    Erstmals in der WEC-Gesichte gab es einen Saisonauftakt mit Prolog in den belgischen Ardennen. Wir fassen das Rennwochenende in Spa zusammen.

    Nicht nur der erste WEC-Lauf 2021 fand in Belgien statt, auch der Prolog wurde wenige Tage zuvor hier abgehalten. Wir blicken auf die Unfälle vor dem Rennstart, die Premiere der neuen Hypercar-Klasse und diskutieren die Probleme mit dem Empfang der WEC.

    Wir wünschen Euch viel Spaß beim anhören. Fragen, Vorschläge und Ideen zur Sendung nehmen wir gerne per E-Mail an podcast@endurance-archive.de entgegen.

  • Sieg für Toyota beim ersten Rennen im Hypercar

    Sieg für Toyota beim ersten Rennen im Hypercar

    Toyota konnte sich mit dem ersten Sieg eines Hypercar einen Eintrag in den Geschichtsbüchern sichern. Mit 1:07 Minuten Abstand zum zweitplatzierten Alpine konnten die Japaner das Renndebüt des GR010 Hybrid perfekt machen. Bei den LMGTE-Pro-Fahrzeugen kämpfte sich Porsche zum Start-Ziel-Sieg.

    Das erste Rennwochenende in Spa-Francorchamps steckte voller Überraschungen. Bereits beim vorangegangenen Prolog gab es erste Ausflüge ins Kiesbett und notwendige Chassis-Wechsel zu verzeichnen. Das Ganze setzte sich auch im Qualifying fort und fand seinen Höhepunkt kurz vor Rennstart.

    Der Project 1-Porsche #56 konnte sein Rennen gar nicht erst starten und auch der GR Racing-Porsche #86 schaffte es nicht in die Startaufstellung. In der ersten Rennrunde kehrte zudem Neueinsteiger ARC Bratislava zurück in die Box und stellte seinen LMP2-Boliden ab. Doch der Rest des Feldes zeigte sich fokussiert und lieferte ein fast sechsstündiges Sprintrennen.

    Der erste Sieg im Hypercar geht an Toyota

    Die neue Spitzenklasse LMH ging in verkleinerter Formation ins Rennen. Das Team von Cameron Glickenhaus konnte sein Hypercar nicht rechtzeitig fertigstellen und stößt erst in Portugal dazu. Toyota und Alpine nutzten diese Gelegenheit, um beide den Premieren-Sieg in der neuen Klasse für sich zu beanspruchen.

    Über die ersten zwei Stunden konnte sich Toyota gegen den französischen Wagen behaupten, schaffte es jedoch nie, einen wirklichen Abstand herauszufahren. Auf diese Situation reagierte die Alpine-Crew mit kürzeren Stints und einer angepassten Boxenstrategie. Diese zahlte sich aus, denn nach der Rennhalbzeit übernahm die #36 die Führung im Rennen.

    Bis zum Schluss wechselten sich Toyota und Alpine an der Spitze ab. Durch einen Abflug des Toyota #7 in Stunde vier wurde der Spitzenkampf zum Duell. Jenes konnte #8 schließlich für sich entscheiden. Platz zwei ging an den Alpine #36, nachdem ein platter Reifen 30 Minuten vor Schluss alle Chancen zerstörte.

    Ein Taktisches Rennen zwischen Porsche und Ferrari

    Kühl und mit einer ausgeklügelten Strategie agierten die beiden LMGTE-Pro-Teams Ferrari und Porsche. Zunächst ging das deutsche Werksteam von den Spitzenpositionen ins Rennen und konnte einen geringen Abstand zur AF Corse-Mannschaft aufbauen. Doch mit jedem Boxenstopp wechselte die erste Position und es entbrannte ein taktisches Duell der beiden Teams.

    Durch einen Reifenplatzer in der zweiten Rennhälfte verlor Porsche sein stabiles Doppelpack. Die 92 war nun in einem anderen Rhythmus unterwegs als die 91, welche zunächst am Ende der Klasse mitfuhr. Dazwischen waren die beiden Ferrari 51 und 52. Beide Teams taktierten mit jedem Boxenstopp und jedem Stint, doch keiner schaffte es, sich klar durchzusetzen.

    Am Ende konnte der Porsche #92 den Sieg in der LMGTE-Pro einfahren. Neel Jani konnte zudem als erster Schweizer einen Sieg in der höchsten GTE-Klasse holen. Die Ränge zwei und drei gingen an die AF Corse Ferrari #51 und #52. Gaststarter Corvette hielt zwar bis zum Ende durch, konnte aber kein echtes Wort im Duell um die Spitze mitreden. Die Amerikaner fuhren am Ende auf Position vier.

    Die LMP2-Klasse im Mittelpunkt des Geschehens

    Bedingt durch die neuen Leistungsvorgaben in LMH und LMP2 wurde das Gesamtfeld stark zusammengestaucht. Die bis dato vorhandenen Unterschiede im Renntempo zwischen der Spitzenklasse und der kleinsten WEC-Kategorie waren nicht mehr wirklich vorhanden.

    Kombiniert mit einer Vielzahl an neuen Teams und Fahrern sorgte diese Situation für viel Druck in der LMP2. Die Spitzenfahrzeuge der LMH waren nur unwesentlich schneller und die eigentlich langsamere LMGTE-Pro zog teilweise an den LMP2-Wagen vorbei.

    Zahlreiche Zwei- und Dreikämpfe sorgten für ein spannendes Rennen und viele einprägsame Momente. Doch die Spitzenposition war dominiert durch den Polesetter mit der Nummer 22 (United Autosport USA). Das Team konstant unterwegs und holte nach sechs Stunden den Klassensieg vor den beiden Jota #38 und #28.

    Erstmals wurde zudem eine Pro/Am-Wertung innerhalb der LMP2-Klasse ausgetragen. Diese soll den Teams überwiegend Bronze-Fahrern gesonderte Aufmerksamkeit schenkt. Den ersten Pro/Am-Sieg in diesem Jahr holte das Racing Team Nederland.

    Sieg für AF Corse in der LMGTE-Am

    Die neue Spitzenklasse sowie die LMP2 zogen einen Großteil der Aufmerksamkeit auf sich und ließen die LMGTE-Am im Schatten zurück. Nur selten waren die Teilnehmer der kleinsten WEC-Kategorie im TV-Bild zu sehen, obwohl sich auch hier einige harte Positionskämpfe abspielten.

    Mit einem Abstand von nur 33,468 Sekunden zur LMGTE-Pro konnte sich der AF Corse Ferrari #83 den Sieg in der Am-Klasse sichern. Auf Rang zwei landete der TF Sport Aston Martin (#33) knapp vor Cetilar Racing (#47). Einen Überblick aller Platzierungen des ersten Saison-Rennens gibt es hier zum Nachlesen.

    Bilder © Endurance Archive (Walter Schruff)

  • Gelungene Premiere des neuen Qualifying-Formats

    Gelungene Premiere des neuen Qualifying-Formats

    Nur 10 Minuten hatten die Fahrzeuge im Qualifying zeit

    Beim ersten Qualifying 2021 wurde ein neues Format angewendet, das für unglaublich viel Spannung sorgte. Den Fahrern blieb kein Platz für Fehler und die wenigen Runden musste auf Anhieb sitzen.

    Mit der neuen WEC-Saison wurde erstmals ein überarbeitetes Qualifying-Format eingeführt. Bisher hatten die LMP’s und LMGTE’s je 20 Minuten und mussten mehrere Runden mit zwei Fahrern absolvieren. Das neue System der Saison 2021 sieht nur noch je 10 Minuten für LMH/LMP2 sowie LMGTE vor.

    Ein Fahrer pro Fahrzeug kann diese Zeit nutzen, um eine bestmögliche Rundenzeit für das Team zu registrieren. Die schnellste Zeit aller zurückgelegten bestimmt dann den Platz in der Startaufstellung. Die Wahl der Fahrer ist in den Klassen LMH und LMGTE-Pro freigestellt. Bei den LMP2-Teams muss ein Silber- oder Bronze-Pilot diese Zeit einfahren und bei den LMGTE-Am-Wagen zwingend ein Bronze-Pilot.

    Porsche holte die Poleposition in der LMGTE-Pro

    Rote Flaggen im ersten Qualifying 2021

    Gleich zu Beginn sorgte die Startnummer 77 von Dempsey-Proton-Racing in der LMGTE-Session für eine Unterbrechung. Knapp drei Minuten nach der Freigabe fuhr Christian Ried ausgangs der Raidillon-Kurve in die Streckenbegrenzung. Die resultierende rote Flagge unterbrach die Session für knapp 15 Minuten.

    Nicht einmal 60 Sekunden nach der Wiederfreigabe kam es beim Project 1 Porsche #56 zu einem Zwischenfall an der gleichen Stelle. Fahrer Egidio Perfetti verpasste ebenfalls den Kurven-Ausgang und sorgte für eine weitere rote Flagge.

    Nach einer erneuten Zwangspause konnte die #92 vom Porsche GT Team die LMGTE-Pro Pole sichern. Die Startpositionen zwei und drei holten der Ferrari #51 und der Schwester-Porsche #91. Bei den LMGTE-Am Wagen gingen die Plätze eins bis drei an TF Sport (#33), Aston Martin Racing (#98) und Dempsey-Proton Racing (#88).

    Die erste Hypercar-Pole ging an Toyota Gazoo Racing

    Toyota zurück in gewohnter Bestform

    Nach anfänglichen Startschwierigkeiten im ersten Freien Training fand das Toyota-Team pünktlich zum Qualifying eine stabile Basis. Die Japaner hatten nach wie vor nur wenig Abstand auf das LMP2-Feld, konnten sich jedoch klar an der Spitze positionieren. Die Hypercar-Poleposition geht somit an den Toyota #7, gefolgt vom Schwesterauto mit der #8 und dem Alpine Matmut Elf #36.

    Beim ersten Qualifying der LMP2-Fahrzeuge im Jahr 2021 war das Feld unverändert kompakt. Die beste Runde mit 1,657 Sekunden Abstand zur LMH-Kategorie und somit die Pole-Zeit der eigenen Klasse fuhr United Autosports (#22) ein. Von den Startplätzen zwei und drei gehen die Gaststarter von G-Drive Racing (#26) und das Racing Team Nederland (#29) ins Rennen.

    Alle Rundenzeiten der beiden Qualifying-Sessions gibt es hier zum nachlesen.

    Bilder © Endurance Archive (Walter Schruff)

  • Toyota im dritten Training zurück an der Spitze

    Toyota im dritten Training zurück an der Spitze

    Toyota Gazoo Racing zeigte in Spa-Francorchamps endlich seine wahre Pace und setzte sich im dritten Freien Training zurück an die Spitze der Tabelle.

    Der amtierende Weltmeister fuhr im Toyota GR010 Hybrid mit der Startnummer #7 eine Bestzeit von 2:02.518 ein. Die Zeit von Kamui Kobayashi lag nur drei Zehntelsekunden vor dem Spitzenwert seines Teamkollegen Kazuki Nakajima im Schwesterauto mit der Startnummer #8.

    Das dritte Fahrzeug in der LMH-Kategorie, die #36 von Alpine Elf Matmut, beendete die Session als Sechstschnellster mit 2:04.110 auf der Uhr. Ein Training zuvor konnte sich die französische Mannschaft noch an die Gesamtspitze setzen.

    Der Oreca mit der Startnummer 22 von United Autosports sorgte für einen klaren Sieg der US-Mannschaft im Freien Training. Felipe Albuquerque war im FP3 mit einer 2:03.761 erneut der schnellste Mann der Klasse, konnte aber seine FP2-Zeit von 2:03.733 nicht verbessern.

    Zweitschnellster in der LMP2-Klasse war Roberto Merhis FP3-Zeit im G-Drive Racing Aurus 01 (#25), gefolgt von Nick de Vries‘ FP2-Zeit von 2:03.979 im Schwesterauto mit der #26.

    Porsche dominiert die LMGTE-Spitzen

    Die fünf Wagen der LMGTE-Pro-Klasse fuhren im dritten Freien Training ihre bisher schnellste Zeit des Wochenendes ein. Was im FP1 und FP2 noch eine relativ eng beisammen war, wurde im letzten Training mit der 2:11.936 von Kévin Estre gesprengt. Der Franzose war ganze sieben Zehntelsekunden schneller als Richard Lietz im Schwesterauto mit der Startnummer 91.

    Drittschnellster war der Spanier Miguel Molina (2:13.202) im AF Corse Ferrari 488 GTE EVO mit der Startnummer 52. Alessandrio Pier Guidi war mit einer 2:13.325 Viertschnellster. Die Gaststarter von Corvette Racing waren mit einer 2:13,904 auf der sechsten Gesamtposition aller LMGTE-Fahrzeuge.

    In der LMGTE-Am dominierte Porsche ebenfalls. Die Wagen des deutschen Herstellers setzte sich in allen drei Sessions an die Spitze. Die schnellste Trainings-Gesamtzeit ging hierbei an Matteo Cairoli im Auto mit der Startnummer 56 (2:13,515).

    Alessio Rovera im AF Corse-Ferrari mit der Startnummer 83 zeigte jedoch, dass Porsche an diesem Wochenende ein harter Kampf bevorsteht. Der Italiener, der in Spa sein WEC-Debüt gibt, war mit einer 2:14.099 der Drittschnellste AM-Fahrer in allen drei Sessions.

    Alle Rundenzeiten für das zweite Freie Training haben wir hier und für das dritte Freie Training hier verlinkt.

    Bilder © Endurance Archive (Walter Schruff)

  • Überraschung beim ersten Training in Spa

    Überraschung beim ersten Training in Spa

    Die neue WEC-Saison hätte spannender nicht starten können. Bereits beim ersten Training in Spa überraschte die #22 von United Autosports mit der schnellsten Zeit des Tages und Platz eins der Tabelle.

    Einen Moment wie zum ersten Trainingsauftakt in Spa 2021 gab es so noch nie. Die eigentlich schnelleren Fahrzeuge der LMH-Klasse fanden keine gute Basis. Das führte zu Rundenzeiten von 2:04 Minuten, die nahezu zeitgleich waren mit denen der niedrigeren LMP2-Kategorie.

    Die Plätze eins bis zehn lagen alle innerhalb der gleichen Sekunde und wurden nur durch Zehntel voneinander getrennt. Eine völlig neue Situation für Routinier Toyota, die mit dem neuen GR010 Hybrid nicht über die Positionen sieben und zehn hinaus kamen.

    Den zweiten Rang hinter United Autosport sicherte Aufsteiger Alpine Elf Matmut im ehemaligen LMP1-Boliden von Rebellion

    Porsche knapp vor Ferrari in der LMGTE

    Etwas klarer, aber ebenfalls mit nur hauchdünnem Abstand zeigte sich das Feld in der LMGTE-Klasse. Die Pro- und Am-Kategorien waren aufgrund fast identischer Rundenzeiten ebenfalls kaum voneinander zu trennen. An der Spitze positionierte sich Porsche auf den Rängen eins und zwei. Mit nur 0,020 Sekunden Abstand folgen jedoch die beiden AF Corse-Ferrari.

    Keine 0,226 Sekunden langsamer im ersten Training in Spa war zudem das Schnellste Am-Fahrzeug, der Project 1-Porsche #56. Dieser schaffte es sogar am Gaststarter Corvette vorbei und ist nur knapp von der LMGTE-Spitze entfernt.

    Es bleibt spannend, wie sich die nächste Trainingssession und das Qualifying entwickelt. Doch der vorangegangene Prolog Anfang der Woche und das erste Training zeigen ein kompaktes Feld wie nie. Mit etwas Glück könnten aus vier Klassen im Renngeschehen zwei sehr kompakte werden. Ein Sprint-Rennen über sechs Stunden wäre so durchaus im Bereich des möglichen.

    Alle Rundenzeiten gibt es hier noch einmal im Überblick.

    Bilder © Endurance Archive (Walter Schruff)

  • Die WEC im TV – Eine unendliche Geschichte

    Die WEC im TV – Eine unendliche Geschichte

    Es gibt Themen, die jedes Jahr aufkochen und scheinbar nie ein zufriedenstellendes Ende finden. Dazu gehört seit vielen Jahren die TV-Übertragung der FIA WEC. Warum es auch 2021 keine Besserung gibt, verraten wir in diesem Beitrag.

    Vor langer Zeit, als Audi noch die LMP1-Klasse dominierte und die LMP2 noch offene Fahrzeuge erlaubte, war es auch einfach, die WEC-Rennen zu schauen. In den Anfangsjahren der Rennserie gab es nur einen einzigen Livestream auf Dailymotion. Dieser hatte zwar lediglich eine Auflösung von 480p, aber funktionierte ohne Probleme, ohne Werbung und war kostenfrei.

    Der Wechsel ins Pay TV

    Doch spätestens mit dem Einstieg von Porsche und der goldenen Ära der LMP1-Klasse wollte jeder ein Stück vom Kuchen haben. Was folgte, war eine Neuvergabe der WEC-Senderechte und eine Abschaffung des kostenfreien Livestream. Von nun an hatte man die Wahl zwischen der unterbrechungsfreien Übertragung auf Eurosport (im PayTV), auf dem damals neuen Eurosport Player (kostenpflichtig) oder alternativ über die ebenso neue FIA WEC-App (auch kostenpflichtig).

    Auch wenn der Wechsel hin zum reinen Bezahlmodell nicht für jeden schön war, so konnte man es doch verstehen. Die Auswahl war gegeben und die Preise noch akzeptabel. Für die acht bzw. neun Rennen wurden z. B. in der offiziellen App 20€ pro Saison fällig. Zudem konnte man jeden Lauf einzeln für 2-3€ schauen.

    Der Beginn des Sender-Chaos

    Doch dieser Zustand hielt nicht lange an. Völlig überraschen erwarb nämlich auch Sport 1 in Deutschland einen Teil der Senderechte. Seitdem gab es noch einen zusätzlichen Pay TV-Sender, der die WEC ausstrahlte und zudem einen kostenfreien Livestream mit Werbung.

    Mit dem neuen TV-Partner kam jedoch auch das Chaos in die TV-Übertragung. Nach nur kurzer Zeit fehlte dem durchschnittlichen Fan der Überblick, wo er die WEC live verfolgen konnte. Sowohl Eurosport als auch Sport 1 strahlten nicht mehr alle Rennen in voller Länge aus. Je nach Zeitzone der Veranstaltung und Länge des Events zeigte mal der eine, mal der andere die WEC in voller Länge. An einigen Tagen sah man nur den Anfang und mal nur das Ende vom Rennen. Was im Hinblick auf die geringere Zielgruppe noch verständlich sein kann, führte aber auch zu absurden Szenarien im Internet.

    Während der Sport 1-Livestream nur noch einen einzelnen Kommentator hatte, der tapfer mit sich selbst sprach und das Bild auf 480p beschränkt blieb, verzichtete der Eurosport Player zeitweise auf Kommentatoren. Dort gab es bei sehr vielen Events zwar zwei Sprecher, die für Abwechslung sorgten, jedoch begrenzt auf Anfang und Ende vom Rennen. Dazwischen blieben nur die Fahrgeräusche der Autos.

    Die Situation im Jahr 2021

    Die neue Saison bringt nur minimale Verbesserungen. Die WEC hat die Senderechte mit Beginn der Hypercar-Ära neu vergeben und entsprechend auch andere Verträge mit den Sendern geschlossen. Künftig gibt es zwar eine aufgeräumte TV-Landschaft, aber auch einen Kahlschlag für alle deutschen Fans.

    Der kostenfreie Livestream der WEC auf Sport 1 ist ebenso Geschichte wie die Pay TV Übertragung des Senders. Die Rechte liegen nun wieder bei Eurosport. Doch auch hier scheint es noch Ungereimtheiten zu geben, denn die 6 Stunden von Spa z. B. werden nur am Anfang und Ende mit Kommentar gezeigt. Für die mittleren zwei Stunden gibt es wie zuletzt nur Streckenton der Autos. Der offizielle Livestream ist durch die Preiserhöhung auch nur bedingt eine Option. So kosten sechs Rennen stattliche 37€ (und das nur mit Kommentar auf Englisch).

    Einziger Hoffnungsschimmer ist hier der österreichische Sender ORF. Dieser sendet auf seinem Kanal „ORF Sport +“ das Rennen unterbrechungsfrei und in voller Länge mit Kommentar. Für den Empfang außerhalb des österreichischen Kabel-Fernsehens ist jedoch eine Satelliten-Schüssel (mit aktiver ORF DIGITAL-SAT-Karte) notwendig. Zudem gibt es einen Livestream des Senders, der aber nur mit österreichischer IP-Adresse aufrufbar ist. Eine Übersicht aller TV-Sender und Livestreams mit Sendezeiten gibt es wie immer auf unserer Übersicht.

    Bilder © Endurance Archive (Walter Schruff)

  • Luigi und der Lord – Der erste Le Mans-Sieg eines Ferrari

    Luigi und der Lord – Der erste Le Mans-Sieg eines Ferrari

    Mit 13 Sportwagen-WM-Titeln und neun Gesamtsiegen in an der Sarthe ist Ferrari nach Porsche und Audi der dritterfolgreichste Hersteller aller Zeiten. Doch nur wenige wissen, wer den ersten Le Mans-Sieg für Ferrari überhaupt möglich machte.

    Die mit Abstand erfolgreichste Ära der Italiener sind die 1960er Jahre. Damals schaffte es die Scuderia mit den Frontmotor-basierten Testa Rossas sowie den Heckmotor-getriebenen Wagen der P-Serie fünf Mal in Folge den Le Mans-Titel zu sichern. Einzig die Ford GT40 waren in der Lage, diese Siegesserie zu beenden, wie der Film Le Mans 66 zeigt.

    Viele wissen, dass der erste Sieg eines Ferrari-Werksteams in Le Mans im Jahr 1954 errungen wurde. Doch weniger bekannt ist der erste Le Mans-Erfolg eines Ferrari, der sich fünf Jahre zuvor ereignete.

    Die Wiedergeburt der 24 Stunden von Le Mans

    Das Rennen von 1949 war gebettet in die Zeit nach dem Krieg und etwa mit Beginn des Wirtschaftswunders. Viele Jahre konnte das berühmteste Autorennen der Welt nicht stattfinden, da die Deutsche Luftwaffe den angrenzenden Flughafen zuvor besetzt hatte. 

    Dies führte im 2. Weltkrieg zu schweren Bombardierungen durch die britische Royal Air Force. Die Deutschen hatte sogar die Mulsanne-Gerade zu einer Behelfspiste umgebaut, die ebenfalls bombardiert wurde. Darüber hinaus wurde die Anlagen der Rennstrecke für kurze Zeit auch als Gefangenenlager genutzt.

    Es dauerte vier Jahre, bis der Rennveranstalter (der Automobile Club de l’Ouest – ACO) die notwendigen Gelder zusammentragen konnte, um die Strecke wiederherzustellen. Neue Tribünen, Boxen und Presse-Räume wurden errichtet. Insgesamt beliefen sich die Kosten auf 150.000€, was etwa 6.000.000€ nach heutigem Kurs entspricht.

    Zu diesem Zeitpunkt befand sich Ferrari noch in den Anfängen und versuchte Fuß zu fassen im Motorsport. Das erste Fahrzeug, was für diese Zwecke entworfen wurde, war der 166 S von 1948, der 1949 ein Upgrade in Form des 166 Mille Miglia (MM) bekam. Erste Erfolge konnte Ferrari mit dem 166 S bereits bei der Targa Florio und der Mille Miglia (beide mit jeweils 10 – 12 Stunden Distanz) erzielen.

    Doch das Team aus Maranello war sich noch nicht sicher, ob dies ausreichen würde, um den heiligen Gral, die 24 Stunde von Le Mans, zu meistern. Diese Unsicherheit nutzten „Luigi und der Lord“ mit ihrem Privateinsatz – ein Glücksfall für beide, denn es reichte zum ersten Le Mans-Sieg eines Ferrari.

    Eine Premiere mit Privatmannschaft

    Peter Mitchell-Thompson, auch bekannt als Lord Selsdon, fuhr bereits zwei Mal in den 1930er Jahren in Le Mans. Sein Debüt gab er im Frazer-Nash 1935, gefolgt vom zweiten Start im V12 Lagonda 1939. Für das Jahr 1949 kaufte der 36 Jahre alte Brite einen 166 MM im Ferrari-Werk und registrierte diesen mithilfe von Luigi Chinetti, der zweifach in den 1930er Jahren mit Alfa Romeo in Le Mans startete, für den Langstrecken-Klassiker.

    Ein zweiter Ferrari wurde im selben Jahr durch Pierre Louis Dreyfus und Jean Lucas eingesetzt. Doch noch bevor das Rennen begann, wurde dieser Wagen schwer beschädigt. Nur mit etwas Glück konnte das Team die dringendsten Reparaturen durchführen.

    Zwischen den damals bekannten Werksgrößen wie Delage, Talbot-Lago und Delahave wirkten die beiden privat eingesetzten Ferrari nicht wie eine ernstzunehmende Konkurrenz. Doch alle Fahrzeuge des Jahrgangs 1949 wurden erst nach dem Krieg gebaut. Es war für viele ein Rennen ins Ungewisse.

    Ein zermürbendes Rennen

    Wie erwartet, kamen die beiden Werks-Delahayes am Start gut los und bauten innerhalb der ersten Stunde eine Runde Abstand zur Konkurrenz auf. Doch wie fast immer in Le Mans, gab es kurz darauf einen dramatischen Zwischenfall beim Führungsfahrzeugen, der alles veränderte.

    „Flahaults Delahaye absolvierte eine Reihe von Boxenstopps mit dem Ergebnis, dass der Motor nicht mehr anspringen wollte und 43,2 Minuten verloren gingen“, schrieb Dennis Jenkinson im Motorsport Magazine. „Und als ob das noch nicht genug wäre, fing Pozzi im führenden Delahaye auf der Mulsanne Feuer. Es muss eine halbe Stunde gedauert haben, bis er unter frenetischem Beifall seinen geschundenen Wagen ohne Licht in der Abenddämmerung an die Box brachte!“

    Als der weitaus schnellere Fahrer wurde Chinetti von Teambesitzer und Co-Pilot Lord Selsdon sich selbst überlassen. Der Italiener hielt an dritter Stelle mit den Delahayes mit, verlor aber in der Abenddämmerung 7 Minuten in der Box.

    Der unwahrscheinliche Sieger

    Chinetti verarbeitete den Rückschlag schnell und profitierte von dem Delahaye-Drama, indem er die Führung erbte. Der Vorsprung auf die beiden Werks-Delages betrug über Nacht rund zwei Minuten und im Morgengrauen zwei Runden. Nachdem Lord Selsdons Co-Pilot genug Vorsprung herausgefahren hatte, war es an der Zeit, dass der Lord selbst ans Steuer ging. Sein Stint dauerte 72 Minuten, bevor er den 166 MM wieder an einen erfrischten Chinetti übergab.

    Trotz eines Problems mit der Kupplung in der Schlussphase, schaffte es Chinetti den ersten Le Mans-Sieg für Ferrari einzufahren. Acht weitere Ferrari-Gesamtsiege sollten in absehbarer Zeit folgen.

    Chinetti, der ursprünglich nach Frankreich und nach dem Krieg in Richtung Amerika gezogen war, wurde exklusiver Nordamerika-Importeur für Ferrari. Er gründete zudem das „North America Racing Team“, welches Ferraris in zahlreichen Sportwagen- und Formel 1-Rennen einsetzte. 

    Für Lord Selsdon, der als erster Schotte die 24 Stunden von Le Mans gewinnen konnte, war es der Höhepunkt in seiner Rennfahrer-Karriere. Nach diesem Erfolg trat er nie wieder auf der internationalen Motorsportbühne an. Er verstarb im Jahr 1963.

    Weiterführende Informationen

    Wer mehr zum Ferrari-Comeback erfahren möchte, findet hier unsere neuste Meldung verlinkt. Den oben erwähnten Film Le Mans 66 haben wir in Folge 15 des Endurance Archive Podcast besprochen. Noch mehr „Legenden von Le Mans“ haben wir auf dieser Seite für Euch zusammengestellt.

    Bild © Ferrari 166MM – Winning car at the 1949 24 Hours Le Mans – CC BY-SA 2.0 Marty B auf Flickr

  • Warum sich der flexible Rennkalender schon bewährt hat

    Warum sich der flexible Rennkalender schon bewährt hat

    Beim Rennkalender 2021 baute die FIA WEC Puffer-Monate ein, um flexibel auf die aktuelle Pandemie reagieren zu können. Dies war eine kluge Entscheidung, wie die jüngsten Terminverschiebungen zeigen.

    Die größte Neuigkeit der vergangenen Wochen war wohl die Verschiebung der 24 Stunden von Le Mans. Zum zweiten Mal in Folge findet der Langstreckenklassiker nicht am traditionellen Juni-Termin statt. Stattdessen wird das Jahreshighlight vom 21 bis 22. August ausgetragen.

    Auslöser war die Möglichkeit, dass eventuell wieder Zuschauer an die Strecke kommen können, da die Impfprogramme in Frankreich gute Fortschritte machen. Hätte der ACO am bekannten Juni-Termin festgehalten, wären Zuschauer weniger wahrscheinlich gewesen. Möglich wurde die Verschiebung, da zwischen allen WEC-Rennen je ein Puffer-Monat im ursprünglichen Kalender eingeplant wurde.

    „Es war eine schwierige Entscheidung, aber die richtige“, sagte ACO-Präsident Pierre Fillon. „Die 24 Stunden von Le Mans im zweiten Jahr in Folge hinter verschlossenen Türen abzuhalten, wäre undenkbar. Wir tun daher alles, um dies zu vermeiden. Gleichzeitig wollen wir den Teilnehmern einen klaren Blick auf die gesamte Saison ermöglichen.“

    Portimão übernimmt den Le Mans-Termin im Rennkalender 

    Im gleichen Atemzug hat die WEC auch die ersten Termine im Rennkalender neu geordnet und von der flexiblen Kalendergestaltung gebrauch gemacht. Die 8 Stunden von Portimão, welche als Ersatz für Sebring den Saisonauftakt bilden sollten, werden auf den bisherigen Le Mans-Termin Mitte Juni verschoben. Die 6h Spa bilden damit das erste Rennen und übernehmen den Prolog eine Woche vorher.

    Auslöser für diese zusätzliche Kalender-Verschiebung ist die aktuelle Corona-Situation in Portugal. Durch die weiterhin hohen Infektionszahlen machen einen verantwortungsvollen Prolog samt Rennen nahezu unmöglich.

    Ein Glücksumstand ist der neue Rennkalender für das LMH-Team Scuderia Cameron Glickenhaus. Die Mannschaft hatte die 12 Stunden von Sebring schon frühzeitig ausgeschlossen und wäre auch zu den 8 Stunden nicht fertig mit der Entwicklung geworden. Da die Saison erst Anfang Mai in Dpa startet, kann der Neuzugang alle Rennen wahrnehmen und so gegen Toyota um den WM-Titel kämpfen.

    Bilder © Endurance Archive (Walter Schruff)

    Via: FIA WEC Pressemitteilung

  • Unsere Gedanken zum Ferrari-Hypercar-Programm

    Unsere Gedanken zum Ferrari-Hypercar-Programm

    Vor wenigen Tagen sorgte Ferrari mit einer Bekanntgabe für ein Erdbeben. Wir sprechen über das kommende Hypercar-Programm der Italiener.

    Auch in der zweiten Folge der zweiten Staffel sind wir wieder zu dritt im Gespräch. David und Tobias werden unterstützt durch Dominic. Zusammen diskutieren wir über das kommende Ferrari Hypercar, besprechen weitere Hypercar-Updates und blicken auf die kurze Saison der Asien Le Mans Series.

    Wir wünschen Euch viel Spaß beim anhören. Fragen, Vorschläge und Ideen zur Sendung nehmen wir gerne per E-Mail an podcast@endurance-archive.de entgegen.