Blog

  • Aus Fahrersicht: Dominik Kraihamer in Spa

    Der Österreicher Dominik Kraihamer startete vergangenes Wochenende ins erste Rennen der neuen WEC-Saison. Erneut griff er dabei für ByKolles Racing in der LMP1-Klasse ins Steuer. Für uns hat er den ersten Lauf des Jahres 2018 zusammengefasst und einen Ausblick auf Le Mans gewagt.

    „Das Rennen in Spa war sehr interessant, da wir ohne große Erwartungen an den Start gegangen sind“, so der 28-Jährige. „Unser Wagen war bereits mit dem Downforcekit für Le Mans ausgestattet, um die Teile ausgiebig zu testen. Im Vergleich zu den beiden Rebellion hatten wir viel weniger Abtrieb und verloren daher mehr Zeit im Mittelsektor. Trotzdem fanden wir uns schnell zu recht und konnten schnell Fortschritte machen.“

    Auch wenn es am Ende nur für den sechten Platz in der LMP1-Klasse reichte zieht Kraihamer dennoch ein positives Fazit: „Wir haben über den Winter viele Bereiche am Fahrzeug weiterentwickelt und vor allem beim Motor große Fortschritte gemacht. Im vergangenen Jahr war die Standfestigkeit immer noch ein großes Problem, doch diese haben wir endlich im Griff. Wir konnten in Spa ohne große Probleme zu Ende fahren, was vorher noch nicht so einfach möglich war. Das stimmt uns äußerst zuversichtlich für die anstehenden Rennen.“

    Nach nur einem Lauf geht es direkt weiter zu den 24 Stunden von Le Mans. Trotz der Herausforderung die 24 Stunden zu bestehen freut sich der ByKolles-Pilot. „Le Mans wird einfach großartig. Wir sind gut vorbereitet und die Strecke kommt unserem Fahrzeug entgegen. Klar ist die lange Distanz immer ein großes Fragezeichen und man weiß nie ob die Technik zu 100% hält, aber ich bin dennoch zuversichtlich. Jetzt nach Spa werden wir noch einige Teile optimieren, um Auffälligkeiten zu beseitigen. Dann sollte uns nichts mehr im Weg stehen“

    Bilder © Endurance Archive / Walter Schruff / Ton Kerdijk

  • Toyota und Ford gewinnen die Eröffnungsrunde der Super Season

    Fernando Alonso, Sébastien Buemi und Kazuki Nakajima schafften es nach sechs Stunden voller Rennaction, die Ziellinie als erstes zu überqueren. In der LMGTE-Pro behielt Ford einen kühlen Kopf und konnte den Sieg einfahren.

    WEC-Debütant Fernando Alonso schaffte es gemeinsam mit seinen Teamkollegen Buemi und Nakajima in seinem ersten 6-Stunden-Rennen einen Start-Ziel-Sieg einzufahren. Nachdem das Schwesterfahrzeug mit der Startnummer sieben von der Boxengasse aus starten musste, übernahm die #8 die Führung im Rennen. Immer wieder gewann das Trio an Vorsprung, doch eine Reihe von Safety Car-Phasen und mehrere größere Unfälle machten diesen zunichte. 

    Die beiden Rebellion R13 schafften es regelmäßig aufzuschließen, konnten den Toyota jedoch nie lange genug in Schach halten, um endgültig die Führung im Rennen zu übernehmen. Am Ende überquerte Toyota mit zwei Runden Vorsprung auf den bestplatzierten Rebellion (André Lotterer, Bruno Senna und Neel Jani) die Ziellinie. 

    Das Renndebüt der neuen Privatfahrzeuge in der LMP1 war gekennzeichnet durch zahlreiche technische Probleme. Sowohl Rebellion Racing, als auch SMP Racing mussten gleich mehrfach an die Box, um Probleme am Prototypen zu beheben. Am Ende sorgte ein Unfall von Matevos Isaakyan (SMP-Racing #17) für die letzte Safety Car-Phase des Rennens, als der Russe die Traktion am Ausgang der Raidillon verlor. 

    Sieg für Ford in der LMGTE-Pro

    In der LMGTE-Pro sicherte sich Ford den Sieg und somit die ersten Punkte im Meisterschaftskampf. Nach einer beeindruckenden Leistung in Training und Qualifying konnte sich das Trio der #66 (Stefan Mücke, Olivier Pla, Billy Johnson) auch im ersten Rennen an der Spitze platzieren. Rennentscheidend war hier das Überholmanöver gegen den Porsche #92 von Michael Christensen und Kevin Estre eine Stunde vor Schluss. 

    Der Schwesterwagen rund um Harry Tincknell, Andy Priaulx und Tony Kanaan hatte zunächst einen guten Start von der Pole-Position und kämpfte um die Führung. Doch in der Eau Rouge verlor Tincknell die Kontrolle über seinen Ford und kollidierte frontal mit dem Reifenstapel – Das frühe Aus für das Trio. Glücklicherweise blieb der Brite unverletzt.

    In dritter Position liegend überquerte der AF Corse Ferrari #71 mit Davide Rigon und Sam Bird nach sechs Stunden die Ziellinie. In der finalen Rennstunde lieferte sich das italienische Team einen spannenden Kampf mit den beiden Porsche 911 RSR und schaffte es das Podium in den letzten 15 Minuten zu erklimmen.

    Die Ergebnisse der LMP2 und LMGTE-Am

    Gaststarter G-Drive Racing siegte in der LMP2-Kategorie, 20 Sekunden vor der Startnummer 38 von Jackie Chan DC Racing. Die Pole-Setter von Signatech-Alpine Matmut konnten ihre Startposition nicht voll ausschöpfen und überquerten die Ziellinie mit 30 Sekunden abstand auf Platz drei.

    Eines der spannendsten Duelle des Rennens gab es in der LMGTE-Am-Klasse zu sehen. Die beiden Aston Martin Vantage V8 mit den Startnummern 90 und 98 kämpften bis zum Schluss auf jedem Meter um den Sieg. Trotz einer starken Schlussleistung des Briten Euan Hankey im Wagen von TF Sport (#90) überquerte das Erfolgstrio Paul Dalla Lana, Pedro Lamy und Mathias Lauda am Ende als erstes die Ziellinie. Der dritte Rang ging an den Ferrari von Clearwater Racing (#61).

    Das vollständige Ergebnis gibt es hier (© Al Kamel Systems)

    Bilder © Endurance Archive / Walter Schruff / Ton Kerdijk

  • Toyota sichert sich die Pole in Spa

    Das Trio Kamui Kobayashi, Mike Conway und José Maria López konnte sich im Quaifying dank einer fehlerfreien Leistung die Pole-Position für das morgige Rennen sichern. Die Toyota-Piloten waren ganze 0,293 Sekunden schneller als das Schwesterfahrzeug #8, welches vom zweiten Startplatz ins Rennen geht.

    Die dritte und vierte Position in der Startaufstellung konnten sich die beiden Rebellion R13 #1 und #3 sichern. Trotz schneller Runden waren die beiden Prototypen 1,8 bzw. 2,4 Sekunden langsamer als die Werksfahrzeuge.

    Für SMP Racing lief er hingegen weniger erfolgreich. Hydraulikprobleme sorgten für ein vorzeitiges Aus im Qualifying für die Nummer 17. Da der Bolide inmitten der Kemmel Straight ausrollte wurde das Qualifying erstmals unterbrochen, um das Fahrzeug zu bergen. Die zweite rote Flagge folgte, als Pietro Fittipaldi einen heftigen Einschlag auf Höhe der Eau Rouge hatte. Der junge Brasilianer konnte aus dem schwer zerstörten Fahrzeug geborgen und vom Medical Center direkt ins Krankenhaus in Liège überführt werden.

    In der LMGTE-Pro war Ford wieder das Maß aller Dinge und knüpfte an die beeindruckende Leistung aus den Trainings an. Die schnellste Zeit sicherten sich hier die Fahrer der #67 (Andy Priaulx, Harry Tincknell und Tony Kanaan). Das Schwesterfahrzeug #66 (Stefan Mücke, Olivier Pla, und Billy Johnson) geht von der zweiten Position ins Eröffnungsrennen, während die beiden Werkporsche auf den Rängen drei und vier starten.

    Signatech Alpine Matmut steigerte sich pünktlich zum Qualifying und konnte die Spitze in der LMP2-Klasse übernehmen. Mit einer Durchschnittszeit von 2:02.405 Minuten war das französische Team 0,09 Sekunden schneller als die #26 von G-Drive Racing und sicherte sich die Pole-Position. Startplatz drei ging an die #38 von Jackie Chan DC Racing. 

    Bei den AM-Fahrzeugen fuhr die Crew der Startnummer #88 von Dempsey-Proton Racing (Khaled Al Qubaisi, Christian Ried und Gianluca Roda) auf den ersten Startplatz. Dicht dahinter qualifizierte sich das erfolgreiche Trio der #98 (Paul Dalla Lana, Pedro Lamy und Matthias Lauda), gefolgt von Neueinsteiger Project 1 (#56)

    Das vollständige Ergebnis gibt es hier.

    Bilder © Endurance Archive / Walter Schruff / Ton Kerdijk

  • Vorzeitiges aus für CEFC TRSM Racing in Spa

    Nachdem CEFC TRSM Racing bereits in den Freien Trainings nicht auf die Strecke fuhr, wurden im Fahrerlager Gerüchte laut. Jetzt gab Hersteller Ginetta offiziell bekannt, dass die beiden G60-LT-P1 nicht in Spa an den Start gehen werden.

    Die Entscheidung für den vorzeitigen Rückzug kam von Ginetta, nachdem das Team die ausstehenden Rechnungen für die beiden G60-LT-P1 nicht zahlen konnte. Grund hierfür waren wohl Finanzprobleme beim Hauptsponsor TRS aus China.

    „Wir sind in eine Situation geraten, wo ein Team aus dem Vereinigten Königreich, das exzellent vorbereitet ist, genügend Personal und Material besitzt, zwei moderne LMP1-Fahrzeuge parat hat und zudem bereits alle Startgebühren für 2018/19 entrichtet hat, nicht starten kann, da der Geldfluss versiegt ist“, sagt Ginetta-Chef Lawrence Tomlinson.

    Ginetta ergänzt, dass die Finanzprobleme vermutlich nur von kurzer Natur sind und bis zu den 24 Stunden von Le Mans 2018 alles wieder nach Plan ablaufen sollte.

    Bild © Walter Schruff / Ton Kerdijk

  • Rebellion vor Toyota im dritten Freien Training

    Rebellion vor Toyota im dritten Freien Training

    Nach dem Toyota die ersten beiden Sessions in Spa-Francorchamps beherrschte, schaffte es die Schweizer Rebellion-Mannschaft sich erstmals an der Spitze zu platzieren. Der ehemalige Porsche-Pilot Neil Jani war der schnellste Fahrer im Feld und ganze acht zehntel schneller als der beste Toyota.

    Die Zeit des Schweizers war die Fünftschnellste im vergleich mit den beiden vorherigen Sessions. Er zeigte, dass Rebellion Racing ein exzellentes Paket zusammengestellt hat und durchaus auf Augenhöhe mit den Japanern liegt.

    Bei den LMGTE-Fahrzeugen verzeichnete Andy Priaulx im Ford #67 die schnellste Rundenzeit. Mit seinen 2:13.693 war er 0,6 Sekunden schneller als Tom Blomqvist im BMW #82. Unverändert hingegen das Bild in der LMP2-Klasse. Auch zum dritten Mal in Folge setzte sich Pastor Maldonado hier an die Spitze des Feldes. Jean-Eric Verne kam dem Venezolaner jedoch gefährlich nahe und fuhr mit seinem G-Drive-Boliden auf die zweite Position. 

    Auch in der LMGTE-Am zeigte sich Porsche unverändert stark an der Spitze. Doch diesmal war es Matt Campbell im Wagen mit der #77, der die schnellste Rundenzeit zurücklegte. Matteo Cairoli im Schwesterfahrzeug #88 platzierte sich sich dahinter auf der zwei, während der TF Sport Aston Martin erstmals zur dritten Position aufschließen konnte.

    Das vollständige Ergebnis gibt es hier (© Al Kamel Systems)

    Bild © Endurance Archive / Walter Schruff / Ton Kerdijk

  • Toyota, Ford, DragonSpeed und Gulf Racing an der Spitze

    Toyota beendete das zweite Freie Training deutlich vor der Konkurrenz an der Spitze. Mike Conway war hier der schnellste Fahrer im Feld und umrundete den Kurs in 1:56.172 Minuten. Auf Rang zwei platzierte sich der Wagen #8 mit nur 0,6 Sekunden abstand.

    Bei den Privatmannschaften der LMP1-Klasse war Pietro Fittipaldi der schnellste Pilot mit einer Rundenzeit von 1:58.835. CEFC TRSM Racing hingegen schaffte es wieder nicht eine Runde zu absolvieren und die beiden Ginetta G60-LT-P1 blieben erneut in der Box.

    In der LMGTE-Pro überraschte Stefan Mücke mit einer Spitzenzeit von 2:13.733 Minuten. Damit sicherte er sich die Spitzenzeit im Ford #66 knapp vor seinem Teamkollegen Olivier Pla. Der Porsche #91 war kaum eine Sekunde langsamer und verpasste die zweite Position nur knapp.

    Unter den LMP2-Fahrern war Neueinsteiger Pastor Maldonado erneut das Maß aller Dinge. Auch im zweiten Training legte er mit 2:02.991 Minuten die schnellste Rundenzeit der Session zurück. Auf Platz zwei findet sich ebenfalls ein WEC-Neuling. Nabil Jeffri konnte bei seiner Premiere für Jackie Chan DC Racing die Strecke in 2:03.306 umrunden.

    Die LMGTE-Am-Klasse war erneut in Porschehand. Der Brite Ben Barker setzte die schnellste Zeit  in der Kategorie und positionierte den Wagen mit der #86 auf Rang eins. Dicht gefolgt wurde Gulf Racing vom Dempsey-Proton-Porsche und dem Aston Martin #98 auf drei.

    Das vollständige Ergebnis gibt es hier (© Al Kamel Systems)
    Bilder © Endurance Archive / Walter Schruff / Ton Kerdijk

  • Toyota führt beim ersten Freien Training

    Toyota führt beim ersten Freien Training

    Im ersten Freien Training zu den 6 Stunden von Spa-Francorchamps umrundete Toyota als schnellster den Kurs. Fernando Alonso im Wagen Nummer acht war mit 1:58.392 Minuten auf der Uhr der beste Fahrer im Feld.

    Die große Überraschung in der LMP1-Klasse war die Performance der Privatteams. Der junge Franzose Thomas Laurent konnte die Geschwindigkeit der Toyota-Piloten problemlos mitgehen und seinen Rebellion #3 in nur 1:58.849 Minuten um die Strecke steuern.

    Auch der Bolide von DragonSpeed, die Startnummer zehn, beendete die erste Trainingssession nur eine Sekunde hinter dem schnellsten Toyota. Größere Probleme hatte hingegen die Mannschaft von CEFC TRSM Racing. Beide Ginettas waren nicht in der Lage gezeitete Runden zurückzulegen. 

    In der LMGTE-Pro zeigte sich die Ford-Mannschaft dominant und sicherte sich die ersten beiden Plätze in der GTE-Klasse. Der Brite Andy Priaulx legte in seinem Ford GT #67 mit 2:15.014 die schnellste Rundenzeit zurück. Dicht hinter den beiden US-Rennwagen platzierte sich der Porsche #91 mit Bruni und Lietz am Steuer.

    Für DragonSpeed lief es nicht nur in der LMP1-Klasse hervorragen, auch in der LMP2-Kategorie beeindruckten die Amerikaner. Eine Überraschung lieferte hierbei der ehemalige Formel 1-Pilot Pastor Maldonado, welcher bei seinem Debüt im Oreac 07 direkt die schnellste Rundenzeit zurücklegte. 

    Ein ähnliches Bild zeigte auch die kleinste Klasse der WEC. In der LMGTE-Am behauptete sich das Trio Matteo Cairoli, Khaled Al-Qubaisi und Gianluca Roda an der Spitze. Die Dempsey-Proton Racing-Fahrer umrundeten die belgische Strecke in nur 2:16.601 Minuten.

    Bilder © Endurance Archive / Walter Schruff / Ton Kerdijk

  • Start der Super Season in Spa

    Start der Super Season in Spa

    An diesem Wochenende startet das erste Rennen der FIA WEC Super Season 2018/19. Besonders im Fokus stehen bei den 6 Stunden von Spa-Francorchamps die sechs neuen Fahrzeuge, welche erstmals antreten. Wir haben einen Blick auf die neuen Boliden der Privateers und Werksteams geworfen.

    Das erhoffte Kräftemessen der LMP1-Mannschaften blieb beim Prolog aus und die Fans warten nun ungeduldig auf das erste Saisonrennen ins Spa. Dort wird sich erstmals zeigen, ob Toyota die LMP1 dominiert oder ob die Privatteams auf Augenhöhe sind.

    Ein Neuzugang im Aufgebot der Japaner ist der zweifache Formel 1-Weltmeister Fernando Alonso, welcher sein lang ersehntes WEC-Debüt im TS050 Hybrid mit der Startnummer acht geben wird.

    Doch auch die Konkurrenz des Werksteams hat sich auf dem Fahrermarkt umgeschaut und die schnellsten LMP1 und LMP2-Fahrer für ihre Mission „Super Season“ verpflichtet. So steigt der amtierende LMP2-Champion Bruno Senna in die Top-Kategorie auf. Auch der Meister von 2016, Gustavo Menezes, wird für Rebellion Racing im neuen R13 Gibson platz nehmen.

    CEFC TRSM Racing hat sich für seine beiden neuen Ginette G60-LT-P1 einige starke Fahrer verpflichtet. So greifen Alex Brundle, Oliver Turvey und Léo Roussel, sowie Oliver Rowland und Dean Stoneman für die Chinesen ins Steuer.

    Die stärkste LMGTE-Pro aller Zeiten

    In der LMGTE-Pro steht alles unter dem Einstieg von BMW. Das bayrische Werksteam hat sich nach langer Entwicklungsphase für das Debüt in der nächsten GTE-Klasse entschieden. Doch gleich zum ersten Rennen sorgen Überschneidungen mit der DTM für Komplikationen.

    Die Stammfahrer Augusto Farfus und Philipp Eng müssen zeitlich in Hockenheim bei der Tourenwagen-Serie teilnehmen und verpassen den Einstand von BMW in der WEC. Ähnlich geht es Alexander Sims, welcher zum selben Zeitpunkt bei der IMSA WeatherTech SportsCar Championship ist.

    Auch Aston Martin geht mit einem neuen Fahrzeug und neuen Gesichtern an den Start. So steigen Alex Lynn und Maxime Martin erstmals ins Cockpit des nagelneuen britischen Sportwagens. In Vorbereitung auf die 24 Stunden von Le Mans verstärkt sich die Ford-Mannschaft mit Billy Johnson und Tony Kanal als dritte Fahrer.

    Mit den beiden Fahrzeugen von Ferrari (AF Corse) und Porsche komplettieren das Feld und bringen es insgesamt auf Zehn Teilnehmer in der GTE-Pro. Schon jetzt ist Spannung garantiert und wir können die ersten Rennminuten in Spa-Francorchamps kaum erwarten.

    Bilder © Endurance Archive / Walter Schruff / Ton Kerdijk

  • Toyota mit angepasstem Fahrzeug an der Spitze

    Toyota mit angepasstem Fahrzeug an der Spitze

    Auch nach Abschluss des 30-Stunden-Tests konnte Toyota die Spitze beim Prolog behaupten. Doch die Zeiten allein erzählen nur die halbe Geschichte, denn der TS050 war nicht so im Einsatz, wie wir ihn bei den Saisonrennen sehen werden.

    Bei kühlen aber sonnigen Bedingungen startete der japanische Autobauer sein Testprogramm im Süden Frankreichs. Mit 1:32.662 fuhr der Toyota-Pilot Mike Conway im Wagen Nummer acht die schnellste Runde des Wochenendes. Trotz starker Bemühungen schaffte es keiner der Konkurrenten, diesen Wert zu unterbieten. Doch kurz nach Abschluss des Prologs stellte sich heraus, dass Toyota beide Prototypen ohne Beachtung der Technologie-Äquivalenz-Regelung, also mit unbegrenzter Energiemenge, eingesetzt hatte.

    Durch die fehlende Drosslung konnten beide Fahrzeuge ihr volles Potenzial ausfahren und Rundenzeiten zurücklegen, die bei den regulären Saisonrennen nicht erreichbar sind. Laut Technikdirektor Pascal Vasselon war diese Maßnahme nötig, um das Kühlsystem ausgiebig zu testen, da beim Wintertest keine ausreichend warmen Bedingungen vorherrschten.

    Am Freitagnachmittag gegen 17 Uhr aktivierte Toyota bei beiden Fahrzeugen die EoT-Vorgaben wieder und verlor umgehend fünf Sekunden pro Runde. Unter besten Bedingungen schafften es die beiden Boliden nicht, die Zeitmarke von 1:39 zu knacken. Für die LMP1-Privatteams Rebellion Racing, SMP Racing, ByKolles, DragonSpeed und CEFC TRSM Racing war der Prolog die erste richtige Chance, die neuen Wagen voll auszufahren. Die schnellste Zeit hier erzielte Vitaly Petrov im BR1 mit 1:37.034.

    Der Hauptfokus lag für alle Teams auf der Ausdauerbelastung der neuen Rennwagen. Spitzenreiter unter allen Teilnehmern war ganz klar der Toyota #8, welcher 839 Runden während des 30-Stunden-Test zurücklegte. Bei einer Streckenlänge von 5,7 km entspricht das einer Gesamtdistanz von rund 4500 km, was in etwas 350 Runden auf dem Circuit de la Sarthe entspricht – nur 17 Runden weniger, als der Sieger-Porsche 2017 in Le Mans zurücklegte.

    In der LMGTE-Pro konnte sich Porsche bereits am Freitag an der Spitze behaupten. Am Ende der 30 Stunden zeigte sich ein ähnliches Bild mit zwei Porsche 911 RSR ganz vorn. Die schnellste Zeit kam hier von Gianmaria Bruni mit 1:51.332. Nach der knappen Niederlage am Vortag setzte Ford alles daran, sich vor den deutschen Konkurrenten zu setzen, doch schaffte es trotz aller Bemühungen nicht über die Ränge drei und vier hinaus. Die fünfte Position sicherte sich der AF Corse Ferrari #51.

    Aston Martin konnte im neuen 2018er Vantage zwar nicht die schnellsten Rundenzeiten zurücklegen, dafür aber die Meisten in der LMGTE. Ganze 852 Mal umrundete der neue GTE-Wagen den Circuit Paul Ricard und sammelte dabei wertvolle Daten für das anstehende Rennen in Spa-Francorchamps.

    Die Spitze der LMP2-Klasse wurde von einem neuen Gesicht angeführt. Pastor Maldonado verblüffte bei seinem WEC-Debüt im Oreca 07 von DragonSpeed mit der schnellsten Zeit der Klasse, knapp vor Signatech Alpine Matmut und TDS Racing. Interessant könnte hier im Laufe der Saison die Reifenwahl werden, denn die DragonSpeed-Mannschaft setzte beim Prolog auf Michelin, während die Teams auf zwei und drei die Slicks von Dunlop bevorzugten.

    Ähnlich wie in der LMGTE-Pro führte Porsche auch die Spitze in der Am-Kategorie an. Der Porsche Supercup-Champion Matheo Cairoli zeigte im Dempsey-Proton Porsche sein volles Potenzial und fuhr in nur 1:52.936 Minuten als Schnellster um die Strecke. Nur zwei Zehntelsekunden langsamer war Ben Barker im Gulf Porsche unterwegs. Der Brite zeigte sich ebenfalls in Bestform und verpasste die Spitzenposition nur knapp.

    Bilder © Endurance Archive / Walter Schruff / Ton Kerdijk