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  • Kostete ein kurioser Zwischenfall Toyota den Sieg?

    Kostete ein kurioser Zwischenfall Toyota den Sieg?

    Ein weiters Mal ist die Toyota-Mannschaft mit einer deutlichen Führung bei den 24 Stunden von Le Mans ausgeschieden. Diesmal machte ein Kupplungsproblem am Toyota TS050 Hybrid #7 von Kamui Kobayashi, Mike Conway und Stéphane Sarrazin dem führenden Team nach zehn Rennstunden einen Strich durch die Rechnung. Das bizarre an diesem Ausfall: ein Zwischenfall in der Boxengasse soll das Kupplungsproblem hervorgerufen haben.

    Kobayashi kam während der ersten Safetycar-Phase des Rennens zum Boxenstopp. Als der Japaner auf seiner sogenannten „Outlap“ unterwegs war, wurde das Rennen von den Rennleitern wieder freigegeben. Als der ehemalige Formel-1-Pilot über Start-Ziel fuhr, konnte er nicht mehr in den nächsten Gang schalten und verlor an Geschwindigkeit. Kobayashi versuchte mit aller Kraft sein Fahrzeug zurück an die Box zu bekommen, doch kam in den Porsche-Kurven endgültig zum stehen, was Toyota eine weitere Chance auf den ersten Le-Mans-Sieg kostete.

    Ein genauerer Blick auf den Boxenstopp von Kamui Kobayashi zeigt jedoch den unglaublichen Grund für das Kupplungsproblem am TS050 Hybrid. Als der Toyota-Pilot seinen Stopp beendete, wurde er von einem Streckenposten am Ende der Boxengasse regelkonform angehalten, um dort auf das nächste Safetycar zu warten.

    Wenige Sekunden später tauchte eine weitere in orange gekleidete Person auf, welche auf den ersten Blick wie ein weiterer Streckenposten aussah. Diese Person signalisierte Kobayashi mit einem Handzeichen, dass er weiter fahren könnte. Somit legte der Japaner den Gang ein und startete Richtung Boxenausfahrt, bevor er abrupt stehen blieb. Sein Team teilte ihm mit, dass das Safetycar noch nicht in Reichweite wäre und er die Strecke nicht befahren dürfe.

    Unglaublicher Weise trug der zweite Mann im orangenen Overall das Logo von SO24 auf dem Rücken, was ein Partner der LMP2-Mannschaft Algrave Pro Racing #45 ist. Es ist unklar, ob ein Zusammenhang in diesem Zwischenfall besteht. Hat wirklich ein Mitglied eines anderen Teams Toyota den Sieg gekostet? Von Seiten der Mannschaft gab es bisher noch keine Stellungnahme.

    Update:

    Nach der Veröffentlichung dieses Artikels gab der Algarve Pro Racing-Pilot Vincent Capillaire ein Statement zum Vorfall auf Facebook ab. Er erklärt in seinem Beitrag, dass er die Person auf dem Video war und Kamui Kobayashi in diesem Moment mit Handzeichen viel Glück für das weitere Rennen wünschen wollte. Weiterhin sagt er, dass der ACO ihn für diesen Vorfall mit einer Geldstrafe belegt hat.

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    Bilder: Endurance Archive

     

  • Porsche gewinnt dramatisches Rennen in Le Mans

    Porsche gewinnt dramatisches Rennen in Le Mans

    Timo Bernhard, Brendon Hartley und Earl Bamber sichern sich in ihrem Porsche 919 Hybrid den Sieg bei den 24 Stunden von Le Mans 2017. Nach einer einstündigen Reparaturpause zu Beginn des Rennens, erzielte die Mannschaft nach einer eindrucksvollen Aufholjagd den Triumph beim Rennklassiker.

    Die Teamkollegen im Fahrzeug mit der Nummer eins, André Lotterer, Nick Tandy und Neel Jani, führten seit den Ausfällen von Toyota in der Nachtphase das Rennen an und wurden bereits als klare Sieger des Rennens gehandelt. Doch Probleme mit dem Öldruck beendeten den Lauf von André Lotterer und seinen Teamkollegen vier Stunden vor Rennende. Dies führte dazu, dass erstmals in der Geschichte der 24 Stunden von Le Mans ein LMP2-Fahrzeug, der #38 Jackie Chan DC Racing, die Gesamtführung des Rennens übernehmen konnte.

    Doch Brendon Hartley im Porsche #2 setzte seine Aufholjagd fort und konnte den Boliden auf Rang zwei an seinen Kollegen Timo Bernhard übergeben. Dieser knüpfte an die Leistungen an und überholte knapp eine Stunde vor der Zielüberfahrt den Rennführenden Ho-Ping Tung.

    Dieser Sieg bildet den 19. Porscheerfolg beim Rennklassiker in Le Mans und den dritten in Folge. Der Neuseeländer Brendon Hartley kann nach diesem Triumph zum ersten mal die begehrte Trophäe in die Luft strecken, während Timo Bernhard das Rennen zum zweiten Mal gewinnt jedoch zum ersten Mal für Porsche. Der zweite Kiwi im Team, Earl Bamber, baut mit dem Erfolg seine 100%-Quote in Le Mans aus. Bei zwei Teilnahmen in der LMP1-Klasse konnte Bamber zwei Siege erzielen.

    Hinter den Spitzenreitern sicherte sich die LMP2-Mannschaft von Jackie Chan DC Racing #38 mit Ho-Ping Tung, Thomas Laurent und Oliver Jarvis den zweiten Gesamtplatz und gleichzeitig Rang eins in der Klasse. Gesamtrang drei und die zweite Position in der LMP2-Klasse holte Vaillant Rebellion mit dem Fahrzeug Nummer 13. Nach großen Problemen in der Schlussphase war David Heinemeier Hansson, Mathias Beche und Nelson Piquet Jr. die Freude über den Podesterfolg deutlich anzusehen. Das zweite Jackie Chan DC Racing-Fahrzeug mit der Startnummer #37 komplettiert das LMP2-Podium.

    In einer hart umkämpften Schlussphase gelang es Jonathan Adam im Aston Martin Vantage #97 den Sieg in der LMGTE-Pro Klasse einzufahren. Gemeinsam mit seinen Teamkollegen Darren Turner und Daniel Serra landete Adam vor der Ford-Mannschaft (#67) mit Harry Tincknell, Andy Prilaux und Pipo Derani. Rang drei ging an das Corvette-Team #63 von Magnussen, Garcia und Taylor, welches eine Runde vor Schluss aufgrund eines Fahrfehlers die Führung in der Klasse verlor.

    Nach einer eindrucksvollen Leistung sicherten sich die JMW Motorsport-Piloten Smith, Stevens und Vanthoor im Ferrari 488 GTE den Sieg in der LMGTE-Am. Rang zwei sicherte sich die Spirit of Race Mannschaft rund um das Trio Cameron, Scott und Cioci, ebenfalls in einem Ferrari 488 GTE. Das US-Amerikanische Team Scuderia Corsa komplettierte die Top-3 und sorgte somit für ein reines Ferrari-Podium.

    Bilder © Endurance Archive / Walter Schruff / Ton Kerdijk

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  • 24h Le Mans: Porsche auf dem Weg zum Hattrick

    24h Le Mans: Porsche auf dem Weg zum Hattrick

    Nach dem überraschenden Ausfall der beiden Toyota verlor der japanische Autobauer alle Chancen auf einen Sieg bei der 85. Auflage in Le Mans. Porsche konnte sich mit seiner Nummer eins als letzter Teilnehmer die Titelchancen bewahren und führt die Gesamtwertung  vor den LMP2-Fahrzeugen an.

    Nachdem das Vaillant Rebellion-Team lange Zeit die Oberhand im Kampf um die LMP2-Krone behalten konnte, sorgten schwerwiegende Getriebeprobleme für einen Reparaturstopp beim Führenden mit der Startnummer #31 (Prost / Senna / Canal). Nach einem Aufenthalt in der Box war es auch um das Schwesterfahrzeug nicht besser bestellt und die #38 von Jackie Chanc DC Racing schaffte es die Spitze zu erobern.

    Nur kurze Zeit später landeten zwei GT-Fahrzeuge zeitgleich in den Kiesbetten. Während Michael Christensen seinen Porsche 911 RSR #92 auf Höhe der Maison Blanche von der Strecke steuerte, landete Christian Philippon mit seiner Larbre-Corvette #50 abseits der Strecke und steckte fest. Aston Martin nutzte den Vorfall um seine Doppelspitze in der LMGTE-Pro zu festigen und baute sich einen großen Vorsprung auf den AF Corse Ferrari #51 aus.

    Zum Sonnenaufgang hatten alle Kampfgruppe einen Gang zurückgeschalten. Sowohl der Porsche #1 als auch die #38 von Jacki Chan DC Racing hatten einen mehr als großzügigen Vorsprung auf die Verfolgerfahrzeuge und konnten im Schonmodus die Strecke umrunden. In den beiden GT-Klassen lagen jeweils Aston Martin sowie der Ferrari von JMW Motorsports in Führung und auch hier bestand für die Konkurrenz keine Chance zum Überholen.

    Eine Kollision zwischen dem AF Corse Ferrari #51 und dem Aston Martin #90 von TF Sport zwang die italienische Mannschaft in die Box. Nachdem der Ferrari eine beeindruckende Aufholjagd hinlegte und die Aston Martin Spitze in Reichweite hatte, zerstörte die längere Reparatur jegliche Siegchancen. Nur wenig später nutzte das Corvette-Team die regulären Boxenstopps bei Aston Martin aus und konnte den Briten die Führung in der LMGTE-Pro abjagen.

    Bilder: Endurance Archive

  • 24h Le Mans: Drama in der Nachtphase

    24h Le Mans: Drama in der Nachtphase

    Nachdem die Toyota-Mannschaft die turbulente Startphase der 24 Stunden von Le Mans souverän meisterte, erlebte das japanische Team in der Nacht einen herben Rückschlag. Innerhalb von 50 Minuten verlor Toyota Gazoo Racing zwei Fahrzeuge im dem Rennen und somit auch die hart umkämpfte Führung.

    Mit dem Sonnenuntergang am Circuit de la Sarthe sorgte ein Zwischenfall beim Spitzenreiter der LMGTE-Am Klasse für Aufsehen. Ein Reifenplatzer am Aston Martin von Paul Dala Lana sorgte für einen großen Schaden am Fahrzeug und zwang den Kanadier zum unplanmäßigen Boxenstopp. Nur wenige Minuten nach diesem Ereignis, gab es Probleme beim Toyota mit der Startnummer #8. Nach starker Rauchentwicklung an der Frontpartie, musste der Le-Mans-Prototyp gelöscht werden und wurde für eine einstündige Reparatur in die Box geschoben.

    Kurz vor Mitternacht gab es beim 24-Stunden-Rennen in der GTE-Pro Klasse einige ungewollte Positionsveränderungen. Nach einem Fahrfehler in den berüchtigten Porsche-Kurven, rutschte die Corvette #64 von der Strecke und schlug in die Streckenbegrenzung ein. Auf dem Weg in die Boxengasse verlor der Corvette-Pilot allerdings erneut die Kontrolle über sein Fahrzeug und vergrub seine C7.R im Kiesbett. Ford-Pilot Olivier Pla verlor fast zeitgleich in der Kurvenkombination Indianapolis seinen Ford GT und sorgte aufgrund des Bergungseinsatzes für die erste Safety-Car-Phase des Rennens.

    Nachdem das Rennen wieder freigegeben werden konnte, ereignete sich kurz vor ein Uhr das große Drama bei Toyota. Der Rennführende Kamui Kobayashi rollte im Toyota TS050 mit fehlendem Vortrieb um den 13 Kilometer langen Kurs. Der Pole-Setter versuchte alles, um seinen Boliden zurück an die Box zu bringen, doch blieb auf halber Strecke stehen. Die vermeindlichen Kupplungsprobleme hinderten den Japaner am weiterfahren und zwangen das Team zum Rückzug des Autos. Somit gelang es Porsche-Pilot Earl Bamber die Führung des Rennklassikers zu übernehmen.

    Doch damit nicht genug. Gut 20 Minuten nach dem Aus des Pole-Fahrzeuges, konzentrierte sich die Toyota-Mannschaft auf den dritten Wagen mit der Startnummer #9. Wegen eines Missverständnisses an der Boxenausfahrt kollidierte der Prototyp mit einem langsameren LMP2-Fahrzeug und zog sich starke Beschädigungen am Chassis zu. Nachdem am Ende der Mulsanne Flammen aus dem Auto aufstiegen, war auch das Rennen für den bis dato bestplatzierten Toyota beendet.

    Durch diesen Zwischenfall an der Spitze, kam es zu weiteren Verschiebungen im Klassement. Somit übernahmen die LMP2-Boliden von Rebellion Racing die Plätze zwei und drei in der Gesamtwertung, hinter dem Führenden Porsche-Ass Earl Bamber.

    Bilder: Endurance Archive

  • 24h Le Mans: Toyota führt nach sechs Stunden

    24h Le Mans: Toyota führt nach sechs Stunden

    Die Toyota-Pikoten Stéphane Sarrazin, Mike Conway und Kamui Kobayashi führen nach den ersten sechs Stunden die 85. Ausgabe von Le Mans an. Mit zwanzig Sekunden Vorsprung konnten sich die Japaner vor dem Porsche #1 behaupten, während die Pole-Setter im Schwesterfahrzeug #8 auf der dritten Position den deutschen Prototypen weiter unter Druck setzen. 

    Bei besonders heißen Wetterbedingungen startete Chase Carey, Chairman der Formula One Group, die 85. Ausgabe der 24 Stunden von Le Mans. Die Pole-Setter im Toyota #7 konnten die gute Ausgangslage bestens ausnutzen und die Gesamtführung übernehmen. Weniger Glück hatte das Schwesterfahrzeug #8, welches den zweiten Platz nach ein paar Sekunden an den Porsche #1 abgeben musste. 

    Während sich die Hybridfahrzeuge nach wenigen Metern bereits absetzen konnten, verlor der ByKolles-Wagen (#4) nach nur sechs Kurven an Geschwindigkeit. Rauch trat aus dem Heck des Fahrzeugs und am Ende der ersten Runde musste die Mannschaft das Rennen vorzeitig beenden.

    Auch in der LMP2 gab es kurz nach der Startphase erste Ausfälle zu verzeichnen. Die Nummer 36 von Signatech Alpine und die #26 von G-Drive verpassten die Bremspunkte und steuerten nach Ausflügen ins Kiesbett ebenfalls die Boxengasse an. Im Gegensatz zum Team ByKolles konnten beide Wagen nach längerer Reparatur wieder auf die Strecke.

    Bei den LMGTE-Pro-Fahrzeugen zeigte sich Aston Martin Racing besonders stark und konnte innerhalb der ersten Stunde einen beeindruckenden Vorsprung ausbauen. Während die #95 von der Pole-Position aus in Führung ging, kämpfte sich die #97 problemlos an der Konkurrenz vorbei und sicherte den zweiten Platz.

    Nachdem Signatech-Alpine die Führung in der LMP2-Klasse verloren hatte, lieferten sich die beiden Fahrzeuge von Jackie Chan DC Racing, CEFC Manor TRS Racing und Vaillant Rebellion einen beeindruckenden Kampf. In einem regen Schlagabtausch eroberte einer nach dem anderen die Führungsposition. Nach längeren Zweikämpfen konnte das Schweizer Vaillant Rebellion-Team die Oberhand gewinnen und sich die Plätze eins und zwei sichern.

    Auch in der LMP1-Klasse wechselte  die Führung. Während des ersten Boxenstopps übernahm Sébastien Buemi im Toyota #7 die Spitzenposition, während die #8 hinter den Porsche #1 auf den dritten Platz zurückfiel.

    Eine weitere Kollision von G-Drive sorgte für das vorzeitige Aus der Startnummer #88 von Proton Competition. Ausgangs der Porschekurven erwischte der Prototyp das GT-Fahrzeug und drückte es in die Streckenbegrenzung. Nach einem längeren Aufenthalt in der Box musste auch das G-Drive-Team aufgeben, da die Beschädigung am Fahrzeug zu groß waren.

    Nach einer fehlerfreien Vorstellung sorgte ein Reifenschaden am Aston Martin #95 für den Verlust der Führung. Die Fetzen am linken Hinterreifen von Marco Sørensen beschädigten den Radkasten und den Diffusor so stark, dass der Klassenführende für eine längere Zeit in die Box musste und die Führung an die Ford-Mannschaft abgab.

    Kurz vor Ende der sechs Stunden drängte ein weiterer Prototyp ein GT-Fahrzeug von der Strecke. Nach einem gewagten Überholmanöver auf dem Grünstreifen scherte die #28 von TDS Racing viel zu früh ein und drückte die #82 von Risi Competizione in die Leitplanke. Erst nach mehreren Einschlägen kam der Ferrari zum Stehen und musste von der Strecke geborgen werden.

    Bilder: Endurance Archive

  • 24h Le Mans: Aktueller Zwischenstand

    24h Le Mans: Aktueller Zwischenstand

    Die 24 Stunden von Le Mans sind im vollen Gange und in den vier Klassen wird hart gekämpft. Wir haben die Führungspositionen der einzelnen Spitzengruppen hier aufgelistet.

    [tabs]
    [tab title=“Gesamt“ start=open]

    Team   #     Fahrzeug
    Porsche LMP Team 2 Porsche 919 Hybrid
    Jackie Chan DC Racing 38 Oreca 07
    Vaillant Rebellion 13 Oreca 07

    [/tab]
    [tab title=“LMP2″]

    Team   #   Fahrzeug
    Jackie Chan DC Racing 38 Oreca 07
    Vaillant Rebellion 13 Oreca 07
    Jackie Chan DC Racing 37 Oreca 07

    [/tab]
    [tab title=“LMGTE-Pro“]

    Team   #   Fahrzeug
    Aston Martin Racing 97 Aston Martin Vantage
    Ford Chip Ganassi Team UK 67 Ford GT
    Corvette Racing – GM 63 Corvette C7.R

    [/tab]
    [tab title=“LMGTE-Am“]

    Team   #   Fahrzeug
    JMW Motorsport 84 Ferrari 488 GTE
    Spirit of Race 55 Ferrari 488 GTE
    Scuderia Corsa 62 Ferrari 488 GTE

    [/tab]
    [/tabs]

  • Hitze in Le Mans könnte Auswirkungen auf das Rennen haben

    Hitze in Le Mans könnte Auswirkungen auf das Rennen haben

    Dieses Wochenende könnte in Le Mans eines der heißesten der Geschichte des 24-Stunden-Rennens werden, mit Temperaturvorhersagen über 33°C am Sonntag. Die Hitze könnte aufgrund von kürzlichen Regelanpassungen eine bedeutende Rolle im Renngeschehen spielen.

    Unter den neuen Regeln dürfen die Temperaturen im Cockpit nicht über 32°C ansteigen. Wenn Temperaturen in diesem Bereich prognostiziert werden, ist die FIA WEC berechtigt das Rennen, oder Teile davon, als „heißes Rennen“ zu erklären (ähnlich wie die Bekanntgabe eines „Regenrennen“ unter nassen Streckenbedingungen).

    Einige Teams verwenden Klimaanlagen um den Fahrkomfort zu verbessern und die Temperaturen auf einem stabilen Niveau zu halten. Wenn ein Rennen dann als sogenanntes „heißes Rennen“ deklariert wird müssen die Teams, welche die Cockpit-Temperatur nicht unter 32°C halten können, die Länge der Stints einkürzen. Somit darf ein Fahrer anstatt der üblichen drei Stunden nur noch 80 Minuten am Stück hinter dem Steuer sitzen

    In der LMP1-Klasse ist der große Unterschied zwischen Porsche und Toyota, dass der Porsche 919 Hybrid über eine Klimaanlage verfügt und der Toyota TS050 nicht. Sollten die Temperaturen wie vorhergesagt steigen, müsste Toyota die Stintlängen seiner Fahrer auf 80 Minuten herabsetzten. Auf der anderen Seite hindert die Klimaanlage von Porsche die volle Leistungsentfaltung des Fahrzeuges.

    Es bleibt abzuwarten, ob die neuen Vorschriften angewandt werden. Angesichts der Tatsache, dass die Temperaturen erst am Sonntagnachmittag über 32°C ansteigen werden, wird das wohl Rennentschieden sein. Wenn die führenden Autos jedoch nah beieinander sind, wird die Beschränkung der Stintlänge eine spannende und unvorhersehbare Komponente in einer bereits faszinierende Schlacht.

    Bild: Endurance Archive

  • Die nächste Entwicklungsstufe der LMP1

    Die nächste Entwicklungsstufe der LMP1

    In seiner jährlichen Presskonferenz im Rahmen der 24 Stunden von Le Mans hat der ACO das kommende LMP1-Reglement für die Saison 2020 vorgestellt. Das neue Regelwerk treibt die aktuelle Entwicklung in der Spitzenklasse der WEC weiter voran und hat dabei den Elektroantrieb und die Kostensenkung im Fokus. Neben Plug-in Hybrid-Systemen und vollelektrischen Teilstrecken wird es bewegliche Aerodynamikelemente geben.

    Die Einführung des neuen Reglements in der LMP1-Klasse sollte ursprünglich mit der Saison 2018 erfolgen. Doch durch den überraschenden Ausstieg von Audi verständigten sich ACO, FIA, Porsche und Toyota auf eine Umarbeitung dieser Vorgaben mit Einführung 2020. Im Rahmen der 24 Stunden von Le Mans ließen die Beteiligten endlich Licht ins Dunkel und zeigten wohin die Reise in der LMP1-Klasse gehen wird. Anstatt, wie von vielen befürchtet, den Hybridantrieb wieder zurückzustufen, wird es eine konsequente Weiterentwicklung dessen geben. Die Elektroeinheit bekommt eine noch stärkere Rolle im Antriebskonzept und ermöglicht den Teilnehmern mehr Entwicklungsmöglichkeiten.

    Ab dem Jahr 2020 dürfen Plug-in Hybrid-Systeme in den Le Mans Prototypen verbaut werden. Mittels Schnellladefunktion können die Fahrzeuge während des Boxenstopps aufgeladen werden und ermöglichen neue Reichweite mit rein elektrischer Energie. Diese Freiheit geht mit einer Regeländerung einher die besagt, dass die Fahrzeuge den ersten Kilometer nach jedem Aufenthalt in der Box nur rein elektrisch zurücklegen dürfen. Auch das Überqueren der Ziellinie soll künftig nur noch rein elektrisch erfolgen. Genauere Details hierzu werden aktuell ausgearbeitet.

    Im Bereich der Aerodynamik sind ab dem Jahr 2020 künftig bewegliche Bauteile zugelassen. Ähnlich wie in der Formel 1 und DTM können in den LMP1-Fahrzeugen flexible Elemente angebracht werden, die einen optimierten Luftstrom ermöglichen. Im Gegensatz zur Formel-Weltmeisterschaft darf das LMP1-DRS zu jederzeit, an jedem Streckenpunkt beliebig oft und beliebig lange verwendet werden. Änderungen an den Test- und Teamvorgaben sollen die Kosten um bis zu 10% senken und die Spitzenklasse trotz der Neuerungen attraktiver für potentielle Interessenten machen. Ob der Plan jedoch aufgeht und die LMP1-Klasse eine Zukunft hat oder ob bereits 2019 alles vorbei ist, werden die nächsten Jahre zeigen.

    Via: FIA WEC Pressemeldung
    Bild: Endurance Archive

  • Toyota mit Rekordzeit auf Pole

    Toyota mit Rekordzeit auf Pole

    Mit einer neuen Rekordzeit von 3:14.791 Minuten sicherte Toyota-Pilot Kamui Kobayashi seinem Team die Poleposition für das 24 Stunden Rennen von Le Mans. Hinter Polesetter Kamui Kobayashi und seinen Teamkollegen Stephane Sarrazin und Mike Conway landete das Schwesterfahrzeug von Sébastien Buemi, Anthony Davidson und Kazuki Nakajima. Die Top-3 komplettierte der Porsche 919 Hybrid #1 rund um den Deutschen André Lotterer.

    In der LMP2-Klasse war es die G-Drive Mannschaft, welche Grund zur Freude hatte. Mit einer Zeit von 3:25.352 Minuten schnappte sich das Fahrertrio des russischen Team die beste Startposition der Klasse. Der ehemalige Formel-1-Pilot Vitaly Petrov qualifizierte seinen Manor-Boliden mit der Startnummer #25 auf einem starken zweiten Platz. Das Jackie Chan DC Racing Team ergatterte sich nach den drei Qualifikationsläufen den dritten Rang und setzte sich somit vor die Favoriten von Rebellion Racing.

    Nach einem spektakulären Schlagabtausch in den finalen 30 Minuten des Qualifyings, setzte Le-Mans-Ass Darren Turner seinen Aston Martin #97 auf die Pole der GTE-Pro Klasse. Rang zwei ging an den AF Corse Ferrari #51, welcher sich auf den letzten Metern vor den Aston Martin #95 der amtierenden Weltmeister Thiim und Sørensen setzen konnte. Der bestplatzierte Ford #69 landete auf Rang fünf, vor der Corvette #63 von Jordan Taylor und dem Porsche #92 von Kevin Estre.

    In der GTE-Am Klasse fuhr der Brasilianer Fernando Rees in der Corvette #50 die schnellste Rundnezeit. Das starke Aston Martin-Trio rund um Pedro Lamy qualifizierte sich direkt dahinter auf der zweiten Position. Der Weather Tech Ferrari #62 sicherte sich die dritte Startposition für den Langstreckenklassiker, der traditionell am Samstag um 15:00 Uhr Ortszeit gestartet wird.

    Bilder: Endurance Archive