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  • Mit dem Verbrenner in die Wasserstoff-Zukunft der WEC

    Mit dem Verbrenner in die Wasserstoff-Zukunft der WEC

    Die Wasserstoff-Zukunft der FIA WEC nimmt langsam Gestalt. Bei den 24 Stunden von Le Mans 2024 zeigten Bosch Engineering und Ligier Automotive einen echten Innovationsträger, der Motorsport-Fans und Technik-Enthusiasten gleichermaßen begeistern dürfte.

    Der Wasserstoff-Rennwagen Ligier JS2 RH2

    Im Mittelpunkt der Ankündigung steht der Ligier JS2 RH2, ein Rennwagen mit Wasserstoffmotor. Basierend auf einem herkömmlichen Verbrennungsmotor, wurde dieser speziell für den Betrieb mit flüssigem Wasserstoff optimiert und könnte als Grundlage für spätere Entwicklungen im weltweiten Motorsport dienen. Vorab die technischen Highlights vom Wagen:

    • Leistung: 443 kW (rund 600 PS)
    • Maximales Drehmoment: 650 Nm
    • Spezielles Einspritzsystem für präzise Wasserstoffdosierung
    • Angepasste Motorsteuerung für optimale Verbrennung
    • Innovatives Tanksystem mit bis zu 700 bar Druck

    Vom Testgelände auf die Rennstrecke

    Nach intensiven Tests und über 5.000 zurückgelegten Testkilometern folgten für den Ligier JS2 RH2 nun die ersten Demo-Fahrten in Le Mans. Die Wahl des Antriebs fällt bewusst auf Wasserstoff, weil er laut Bosch und Ligier CO2-neutral verbrennt.

    Unter Anbetracht des auf der Strecke nötigen Gesamtpaketes aus Leistung, Effizienz und Atmosphäre ist ein Wasserstoff-Ansatz die vielversprechendste Option für nachhaltigen Motorsport. Ein weiterer Vorteil: Die Technologie kann relativ einfach in bestehende Rennserien integriert werden, da sie auf bekannter Verbrennungsmotortechnik aufbaut.

    Der Wasserstoff-Antrieb des Ligier JS2 RH2
    Die Lage der Wasserstoff-Tanks im Ligier JS2 RH2

    Von der Rennstrecke auf die Straße

    Die im Rennsport gewonnenen Erkenntnisse fließen direkt in die Entwicklung von Wasserstofftechnologien für Nutzfahrzeuge und Hochleistungs-Sportwagen ein. So profitieren nicht nur Motorsport-Enthusiasten, sondern auch die Umwelt und der Transportsektor von diesen Innovationen.

    Die FIA und der ACO planen bereits den Start der eigenen Wasserstoffklasse für das Jahr 2028. Der Ligier JS2 RH2 von Bosch und Ligier ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung und zeigt, dass nachhaltige Technologien (in Form von flüssigem Wasserstoff) und Hochleistungsmotorsport durchaus vereinbar sind. Ob und wie der Ansatz des vorgestellten Konzept-Fahrzeugs final zur Anwendung kommt, ist stand jetzt aber noch unklar. Der Weg zur Praxistauglichkeit ist jedoch nicht weit entfernt.

    Bilder & Quelle: Bosch

  • Eine Rückkehr nach 10 Jahren Pause

    Eine Rückkehr nach 10 Jahren Pause

    Das gab es noch nie in der WEC: Ein Rennen kehrt nach 10 Jahren Pause wieder in den Kalender zurück. Anlass für uns über die 6 Stunden von São Paulo zu sprechen.

    Brasilien gehörte im Jahr 2012 zu den ersten Austragungsorten in der damals neuen Weltmeisterschaft. Doch nur drei Jahre später verschwand das Land im WEC-Kalender, da die Logistik-Kosten zu hoch waren. Nach genau zehn Jahren Pause kehrt die Langstrecken WM an die Traditionsstrecke in São Paulo zurück.

    Wir sprechen in dieser Folge über das bevorstehende Rennen, die Starterliste, die Zeiten und die Neuerungen vor Ort. Gleichzeitig blicken wir aber auch zurück auf die letzten WEC-Rennen in Brasilien.

    Habt Ihr Fragen, Vorschläge und Ideen zur Sendung? Schreibt uns gern eine E-Mail an podcast@endurance-archive.de und wir nehmen diese in eine der nächsten Folgen mit auf.

  • Das Hybrid-System der WEC einfach erklärt

    Das Hybrid-System der WEC einfach erklärt

    Heute werfen wir einen Blick in die Welt der Hybrid-Technologie der FIA World Endurance Championship (WEC) und möchten Euch das Thema einfach zugänglich machen. Wir hatten die Gelegenheit, hierzu mit Michael Muerlebach von Bosch zu sprechen, der für das Customer Account & Product Management zuständig ist und uns die Details erklärt hat. 

    Die Hauptkomponenten des Hybrid-Systems

    Zu Beginn möchten wir einen Blick auf die wichtigsten Komponenten werfen. Diese bilden das den Kern der Hybrid-Technologie und sind in der Regel in allen Systeme aufzufinden. Da die Haupt-Komponenten des Hybrid-Systems eigene Abkürzungen haben, die nicht immer leicht verständlich sind, haben wir diese hier kurz erklärt:

    • MCU (Motor Control Unit): Dies ist die Leistungselektronik, die den Elektromotor steuert und die Leistung regelt.
    • ECU (Electronic Control Unit): Ein elektronisches Steuergerät, das in vielen Fällen den Verbrennungsmotor steuert.
    • VCU (Vehicle Control Unit): Diese Einheit ist das Gehirn des Antriebssystems. Sie steuert den gesamten Antrieb und regelt die Aufteilung zwischen Verbrennungsmotor und elektrischer Einheit.

    Die Unterschiede zwischen LMDh und Hypercar

    Es ist wichtig zu wissen, dass in den LMDh-Fahrzeugen ein standardisiertes Hybrid-System von Bosch zum Einsatz kommt. Alle Teams mit einen Fahrzeug auf LMDh-Basis (zum Beispiel Porsche, BMW, Alpine oder auch Lamborghini) verwenden identische Komponenten.

    Bei den reinen Hypercars ist es nicht zwingend erforderlich, dass MCU und ECU von Bosch stammen. Interessanterweise werden diese Komponenten in den meisten WEC Hypercars aber trotzdem von Bosch geliefert und auch hier findet sich ein überwiegend homogenes Feld wieder.

    Das System zur Energie-Rückgewinnung (ERS)

    Unser Fotograf Ton (Links) im Gespräch mit Michael Mürlebach von Bosch (Mitte).
    Unser Fotograf Ton (Links) im Gespräch mit Michael Muerlebach von Bosch (Mitte).

    Ein zentraler Aspekt des Hybrid-Systems ist das Energierückgewinnungssystem. In der WEC sprechen wir hier vom ERS (Energy Recovery System), nicht zu verwechseln mit dem KERS (Kinetic Energy Recovery System) aus der Formel 1.

    Das ERS in der WEC ist darauf ausgelegt, in kurzer Zeit viel Energie aufzunehmen. Beim Bremsvorgang wird der Elektromotor als Generator zur Stromerzeugung genutzt, wodurch eine beträchtliche Menge Energie zurückgewonnen werden kann. Diese Energie steht dann für die Beschleunigung zur Verfügung, was die Effizienz und Leistung der Fahrzeuge erheblich steigert.

    Hardware und Software auf einer Hand

    Bosch spielt eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung und Integration des Hybrid-Systems für die LMDh-Fahrzeuge. So liefert Bosch Motorsport nicht nur die Elektronik und Komponenten für den Hybrid-Antrieb sondern entwickelt auch die Hybrid-Performance-Management-Software, um das Maximum aus dem System herauszuholen.

    Die Hybrid-Technologie in der WEC ist ein faszinierendes Beispiel dafür, wie moderne Technik den Motorsport revolutioniert. Sie verbindet Leistung mit Effizienz und trägt zu spannenderen Rennen bei. Gleichzeitig dient sie als Testfeld für Technologien, die auch bereits in Straßenfahrzeugen zum Einsatz kommen können, dank der Entwicklung auf der Strecke.

    Die Synergie aus Motorsport und Serienproduktion hat übrigens eine lange Tradition im Langstreckensport. Mehr dazu lest Ihr hier.

    Bilder © Endurance Archive (Walter Schruff)

  • News-Radar: Die Meldungen der vergangenen Wochen

    News-Radar: Die Meldungen der vergangenen Wochen

    Die 24 Stunden von Le Mans sind immer ein Anlass für eine Vielzahl an Meldungen und Neuigkeiten. Wir haben diese für Euch gesichtet.

    Habt Ihr Fragen, Vorschläge und Ideen zur Sendung? Schreibt uns gern eine E-Mail an podcast@endurance-archive.de und wir nehmen diese in eine der nächsten Folgen mit auf.

  • Das geilste Le Mans aller Zeiten

    Das geilste Le Mans aller Zeiten

    Gezeichnet vom Schlafmangel sprechen wir am Tag nach dem 24-Stunden-Rennen über das vermutlich geilste Le Mans-Wochenende aller Zeiten.

    Selten haben wir so ein packendes und offenes Langstreckenrennen an der Sarthe gesehen wie in diesem Jahr. Die 24 Stunden von Le Mans 2024 haben viel versprochen und noch mehr geliefert.

    In dieser XXL-Folge sprechen wir ausführlich über die Sieger, die Höhepunkte, die kritischen Momente und alle Details auf der Strecke. Zu Schluss gibt es noch einen Blick auf die Entwicklung im Kampf um die Weltmeisterschaft.

    Habt Ihr Fragen, Vorschläge und Ideen zur Sendung? Schreibt uns gern eine E-Mail an podcast@endurance-archive.de und wir nehmen diese in eine der nächsten Folgen mit auf.

  • Sicherheit auf der Rennstrecke: Die Wartung der Safety Cars

    Sicherheit auf der Rennstrecke: Die Wartung der Safety Cars

    Heute werfen wir einen Blick hinter die Kulissen der WEC und beleuchten die wichtige Rolle von René Röhn und die Wartung der Safety Cars.

    Die Safety Cars der FIA WEC sind keine gewöhnlichen Fahrzeuge. Es handelt sich um normale Serien-Porsche, die von der renommierten Firma Manthey Racing speziell für ihren Einsatz umgebaut und betreut werden. Zu den zusätzlichen Bauteilen gehören unter anderem die Rundum-Beleuchtung, die Funkanlage sowie die Technik für den Einsatz (Feuerlöscher und Intercom-Systeme für die Flaggenkommunikation).

    Die Wartung und Instandsetzung der Safety Cars erfolgt sowohl vor Ort bei Manthey in Meuspath am Nürburgring, als auch direkt an der Rennstrecke. René Röhn und sein Team sind dabei stets im Einsatz, um sicherzustellen, dass die Fahrzeuge in einwandfreiem Zustand sind. An jedem Rennwochenende sind zwei Personen vor Ort, die sich um die Einsatzbereitschaft der Fahrzeuge kümmern.

    Wartungsintervalle und Betankung

    Die Wartungsintervalle der Safety Cars sind weitestgehend normal wie bei Serienfahrzeugen auch. Allerdings werden spezifische Dinge wie Ölwechsel und Bremsflüssigkeit nach nahezu jedem Rennen verkürzt behandelt, um die Sicherheit zu gewährleisten. Die Betankung erfolgt über Kanister, wobei zwei Personen in feuerfester Kleidung das Fahrzeug betanken. Während des Tankvorgangs wird das Fahrzeug abgeschaltet, läuft aber ansonsten durchgehend im Leerlauf, um jederzeit einsatzbereit zu sein.

    Trotz des dauerhaften Leerlaufs haben die Safety Cars keine verkürzte Lebensdauer und werden so lange eingesetzt, wie sie funktionieren oder bis die nächste Baureihe erscheint. In Le Mans sind beispielsweise drei Porsche 911 als Safety Cars und sechs Porsche Panamera als Track & Medical Cars im Einsatz.

    Transport und Kraftstoff

    Die Safety Cars werden ausschließlich per LKW-Transport oder bei weiteren Anreisen per Container zur Strecke gebracht. An jeder Strecke kommen die gleichen Fahrzeuge zum Einsatz und werden jeweils vom Manthey-Team betreut. Getankt wird je nach Verfügbarkeit vor Ort Benzin mit 98 oder 102 Oktan. Im Stand verbraucht das Fahrzeug etwa 5 Liter pro Stunde, abhängig davon, ob die Klimaanlage läuft oder nicht. Der Füllstand wird turnusmäßig alle zwei Stunden kontrolliert und bei Bedarf nachgefüllt, sodass die Fahrzeuge immer vollgetankt sind.

    Die Arbeit von René Röhn und seinem Team ist von unschätzbarem Wert für die Sicherheit und Effizienz der FIA WEC. Durch die sorgfältige Wartung der Safety Cars wird erst sichergestellt, dass diese Fahrzeuge jederzeit einsatzbereit sind. Ohne die Streckenfahrzeuge darf keine Session am Wochenende stattfinden. Für die Sicherheit der Fahrer und die reibungslose Durchführung der Rennen ist das funktionsfähige Safety-Car Bedingung. René Röhn und sein Team leisten somit einen entscheidenden Beitrag zum Erfolg der FIA WEC und zur Sicherheit im Motorsport.

    Mehr zur Arbeit des Saftey Car-Fahrers im Cockpit gibt es in diesem Beitrag zum Nachlesen.

    Bilder © Endurance Archive (Walter Schruff / Ton Kerdijk)

  • Acht Rennen im Kalender für 2025

    Acht Rennen im Kalender für 2025

    Die FIA WEC nutzte den Rahmen der 24 Stunden von Le Mans, um den neuen Kalender für das Jahr 2025 mit acht Rennen zu enthüllen.

    Der Zeitplan für 2025 bleibt nahezu unverändert, wobei die Weltmeisterschaft insgesamt 8 Läufe auf 4 verschiedenen Kontinenten austrägt. Los geht es am 28. Februar in Katar und anschließend weiter in Europa bei den 6 Stunden von Imola im April und den 6 Stunden von Spa im Mai. In Le Mans findet am 14. Juni der Höhepunkt mit dem 24-Stunden-Rennen statt.

    Der Kalender 2025 wird am 13. Juli fortgesetzt, wenn die WEC nach Brasilien zu den Rolex 6 Hours of São Paulo reist. Am 7. September gastieren die Teams auf dem Circuit of the Americas zum „Lone Star Le Mans“, bevor im gleichen Monat auf dem Fuji Speedway das 6-Stunden-Rennen ausgetragen wird. Der traditionelle Saisonabschluss, das 8-Stunden-Rennen von Bahrain, findet am 8. November statt.

    Neuer langfristiger Vertrag für Imola

    Das Autodromo Internazionale Enzo e Dino Ferrari hat bestätigt, dass es bis einschließlich 2028 jährlich einen Lauf der FIA WEC ausrichten wird. Die Nachricht folgt auf das erfolgreiche Rennen in der Emilia Romagna in diesem Jahr, welches über 70.000 Fans anzog. Der Vertrag wurde mit Unterstützung des Bürgermeisters der Stadt Imola, Marco Panieri, geschlossen und beinhaltet die Verpflichtung, die Infrastruktur des Fahrerlagers zu verbessern und zusätzliche Boxen für das wachsende Starterfeld zu bauen.

    „Um den Geist von Le Mans zu fördern, hat die Stadt Imola daran gearbeitet, das historische Stadtzentrum mit der Rennstrecke zu verbinden“, sagte Panieri. „Dank dieser Veranstaltung werden wir in der Lage sein, die Infrastruktur wie Boxen und die Fanzone zu verbessern, um den Besuchern und dem Personal ein angenehmeres Erlebnis zu bieten.“

    Quelle
    Bild © Walter Schruff (Endurance Archive)

  • Änderung bei den Regeln und Verzögerung beim Wasserstoff

    Änderung bei den Regeln und Verzögerung beim Wasserstoff

    Der ACO hat auf seiner Jahrespressekonferenz mehrere Ankündigungen zu den aktuellen Regeln und zum Thema Wasserstoff bekanntgegeben. Wir haben das wichtigste für Euch im Überblick.

    Hypercar-Regeln bis einschließlich 2029 verlängert

    Die Gültigkeit der aktuellen Regeln für die Hypercars wurden vom Jahr 2027 hin zur Saison 2029 verlängert. Anlass war die momentane Rekordzahl an Herstellern in der höchste Kategorie des Sportwagenrennsports und die weiter anhaltende Nachfrage.

    Die Entscheidung schafft mehr Stabilität für die Teilnehmer unter den aktuellen Hypercar-Regeln und einen längeren Zeitrahmen für die Hersteller, um bestehende Fahrzeuge einsetzen zu dürfen. Den Herstellern werden zwei weitere Entwicklungszyklen zugestanden, einer im Jahr 2028 und einer im Jahr 2029, um die zweijährige Verlängerung zu berücksichtigen.

    Zwei-Fahrzeuge-Vorgabe für das Jahr 2025 bestätigt

    Der ACO bestätigte auch, dass die Hersteller ab 2025 verpflichtet sind, zwei Fahrzeuge in der Hypercar-Klasse einzusetzen. Damit erhöht sich die Teilnehmerzahl ab 2025 auf die Rekordzahl von 40 Fahrzeugen bei den WEC-Rennen.

    Von den derzeitigen Wettbewerbern wird die neue Regelung in erster Linie Cadillac, Lamborghini und Isotta Fraschini betreffen, die in der Saison 2024 mit nur einem Auto teilnehmen.

    Sie wird sich auch auf das Team von Heart of Racing auswirken, das mit dem Gedanken spielte, nächstes Jahr nur ein Aston Martin Hypercar in der WEC einzusetzen. Alle betroffenen Hersteller haben angedeutet, dass sie bereit sind, 2025 mit zwei Fahrzeugen anzutreten.

    Verzögerung bei den neuen Regeln für den Wasserstoff

    Ebenfalls wurde in Le Mans eine erneute Verschiebung des Wasserstoffreglements bekannt. Die neuen Regeln wurden nun auf 2028 verschoben. Der ACO benötigt mehr Zeit, um die genaue Anwendung der Wasserstofftechnologie in der Praxis zu erforschen.

    Die Einführung ist an das Ziel gekoppelt, einen CO2-neutralen Langstreckensport zu erreichen. Eine Arbeitsgruppe wurde jetzt eingesetzt, um genauere Details des neuen Reglements auszuarbeiten. Dabei wurde auch bestätigt, dass der Wasserstoff in der Klasse in flüssiger Form zum Einsatz kommen wird.

    Quelle
    Bild © Maksym Lobachov (Endurance Archive)

  • Ferrari holt dramatischen Sieg in Le Mans

    Ferrari holt dramatischen Sieg in Le Mans

    Ferrari hat im dramatisch umkämpften 24-Stunden-Rennen seinen zweiten Le Mans-Sieg in Folge eingefahren.

    Der Ferrari 499P mit der Startnummer 50 (Antonio Fuoco, Miguel Molina und Niklas Nielsen) setzte sich mit nur 14 Sekunden Vorsprung gegen den Toyota #7 (José Maria López, Kamui Kobayashi und Nyck de Vries) durch. Dritter wurde das Siegerauto des letzten Jahres, der #51 Ferrari von James Calado, Alessandro Pier Guidi und Antonio Giovinazzi. Die beiden Werks-Porsche und der Schwester-Toyota rundeten die Top sechs ab.

    Der Start des Rennens in Le Mans

    Porsche, Ferrari und Toyota dominierten das Rennen

    Kévin Estre im Porsche 963 #6 setzte sich gleich zu Beginn an die erste Stelle bislang größten Feldes der Königsklasse. Cadillac und die beiden Werks-Ferraris folgten dicht dahinter. Estre wurde am Ende der ersten Runde vom Ferrari mit der Startnummer 50 überholt, nachdem der Däne Niklas Nielsen einen schnellen Start hingelegt hatte.

    Schnell wurde klar, dass sowohl Ferrari als auch Porsche beim Langstreckenklassiker 2024 ein starkes Tempo vorlegen würden. Aber auch Cadillac und Toyota waren in den ersten Stunden des Rennens gut unterwegs.

    Zu Beginn des Rennens blieb es trocken, doch nach 90 Minuten zog der erste von vielen Schauern über den Kurs. Die wechselhaften Bedingungen machten die Wahl der richtigen Strategie zu einem Albtraum für die Teams. Viele von ihnen waren im Laufe des 24-Stunden-Rennens phasenweise mit den falschen Reifen unterwegs.

    Der Ferrari #83

    Der Ferrari #83 auf dem Weg zum Sieg in Le Mans

    Während des ersten Regenschauers setzten beide Ferraris auf eine abweichende Strategie. Dadurch verlor das Team viel Zeit auf Trockenreifen, während andere auf Regenreifen wechselten. Diese Entscheidung verschaffte der Startnummer 83 (Robert Kubica, Robert Shwartzmann und Yifei Ye) einen Vorsprung. Nach sechs Stunden Rennzeit betrug dieser schon knapp eine Minute.

    Kurz darauf wurde der Führende in den ersten größeren Zwischenfall mit einem der Hypercars verwickelt. Als Kubica von Dries Vanthoor (BMW #15) in der Mulsanne-Kurve herausgefordert wurde, wich er nach rechts aus und berührte den Belgier. Der BMW mit der Startnummer 15 drehte sich in die Leitplanken und schied aus. Kubica wurde wegen des Vorfalls mit einer 30- Sekunden-Strafe belegt, wodurch die #83 die Führung verlor.

    Der Unfall löste die erste von drei Safety-Car-Phasen aus, da der Schaden an der Leitplanke repariert wurde. Nach 90 Minuten Safety Car wurde das Rennen um Mitternacht Ortszeit wieder aufgenommen, als ein weiterer Regenschauer über die Strecke ging.

    Cadillac und Porsche

    Toyota und Porsche im Zweikampf

    Nach dem Rückschlag für Ferrari waren es die Toyotas und die Werks-Porsche, die zu dominieren begannen. Nach acht Stunden führte der #8 Toyota GR010 Hybrid (Sébastien Buemi, Brendon Hartley und Ryo Hirakawa) vor dem Porsche #6.

    Die #8 und die #6 verbrachten die meiste Zeit des Abends im Gleichschritt und kamen in den frühen Morgenstunden meist in derselben Runde an die Box. Allein die geringfügigen Unterschiede in der Strategie (ob es sich um reine Tankstopps oder einen kompletten Service handelte) sorgten dafür, dass die Abstände schwankten.

    Safety Car durch Starkregen lange im Einsatz

    Der nächste Regenschauer setzte um 3:30 Uhr Ortszeit ein, und dieses Mal war der Niederschlag deutlich stärker als zuvor. Obwohl es auf der Strecke zu keinen nennenswerten Zwischenfällen kam, wurde das Rennen mit dem Safety Car neutralisiert.

    Die Bedingungen blieben mehrere Stunden lang unverändert. Trotzdem entschied sich die Rennleitung weiterhin unter Safety-Car-Bedingungen zu fahren und nicht unter roter Flagge. Insgesamt dauerte die Safety-Car-Phase über 4 Stunden und brachte das Rennen ins Tageslicht.

    Achtstündiges Sprintrennen bis ins Ziel

    Da sich das Feld hinter dem Safety-Car einreihte, wurde das Rennen acht Stunden vor Schluss neu gestartet. Zu diesem Zeitpunkt war der Toyota GR010 Hybrid mit der Startnummer 8 der Favorit. Buemi, Hirakawa und Hartley absolvierten ihre Stints in gleichmäßigen Abständen.

    Der Porsche mit der Startnummer 6 blieb in Schlagdistanz zum führenden Toyota, und auch Ferrari kämpfte sich wieder heran, da die Autos mit den Startnummern 50, 51 und 83 fehlerfrei unterwegs waren. Das Unglück ereilte dann aber die #83, die wegen eines Hybridproblems an die Box musste und gut vier Stunden vor Rennende vorzeitig ausschied.

    Als sich das Rennen dem Ende zuneigte, wurde der Toyota mit der Startnummer 8 nach einer beherzten Leistung von Kobayashi, López und de Vries durch das Schwesterauto an der Spitze des Feldes abgelöst. Die beiden begannen, sich zusammen mit dem Porsche #6 und den Ferraris #50 und #51 vom Rest des Feldes abzusetzen. Der Cadillac mit der Startnummer 2, der eine andere Strategie als die übrigen Fahrzeuge verfolgte, war ebenfalls noch im Rennen um die Spitze.

    Obwohl sich noch neun Fahrzeuge in der Führungsrunde befanden, schien es wahrscheinlich, dass der Sieger aus den ersten sechs Fahrzeugen hervorgehen würde.

    Ein Dreikampf für die Ewigkeit

    Die Fans erlebten dann einen der spektakulärsten Kämpfe um die Führung seit langem, bei dem die Führenden nur durch eine Handvoll Sekunden getrennt wurden. In einem der Schlüsselmomente des Rennens berührte der Ferrari #51 dann in der Mulsanne-Kurve den Toyota #8 und schickte Fahrer Brendon Hartley in einen Dreher. Durch den Zeitverlust wurde der Toyota aus dem Rennen genommen. Die anschließende Fünf-Sekunden-Strafe für den Wagen mit der Startnummer 51 machte dessen Hoffnungen auf den Sieg zunichte.

    Somit musste der Toyota mit der Startnummer 7 gegen den Ferrari mit der Nummer 50 um den Sieg kämpfen. Da weiterer Regen die Strecke feucht machte, hatte José María López als Fahrer der #7 einige Momente abseits der Strecke. Er versuchte, das Auto mit der #50 zu überholen, während sich die Uhr weiterdrehte.

    Ein Drama ereignete sich dann für den Ferrari, als die Tür auf der rechten Seite des Autos nach einem Boxenstopp nicht richtig verschlossen wurde. Trotz der Versuche von Fahrer Niklas Nielsen, sie zu schließen, musste das Auto außerplanmäßig an die Box kommen. Diese Zusatzstopp änderte den Tankrhytmus vom Ferrari und sorgte eröffnete ungewollt eine bessere Ausgangslage für den Sieg.

    Durch Ferraris Probleme ging die Führung zunächst an Toyota. López wusste aber, dass er vor der Zielflagge noch einmal an die Box musste. Da sich Nielsen im Energiesparmodus befand, bestand die Chance, dass López die rund 45 Sekunden aufholen konnte. Das war ein hartes Stück Arbeit für den Argentinier und am Ende war das Glück auf Seiten von Ferrari.

    Ferrari holt seinen 11. Sieg in Le Mans

    Niklas Nielsen hatte seinen letzten Stint perfekt getimt und überquerte die Ziellinie mit nur noch 2 % verbleibender Energie und 14 Sekunden Vorsprung vor dem starken Toyota. Für Ferrari war es der zweite Sieg in Folge bei den 24 Stunden von Le Mans und der 11. insgesamt.

    Toyota wurde zum zweiten Mal in Folge Zweiter und wird sich fragen, was möglich gewesen wäre, nachdem die Berührung mit der Nummer 51 die Hoffnungen von Hartley, Buemi und Hirakawa zunichte machte. Trotz aller Bemühungen vom Porsche #6 schaffte es der Ferrari #51 als Dritter ins Ziel und bescherte dem „Prancing Horse“ einen zweiten Podiumsplatz und wichtige Punkte im Kampf um die Weltmeisterschaft.

    Der Toyota mit der Startnummer 8 kam auf Platz 5 ins Ziel, gefolgt vom Porsche mit der Startnummer 5 auf Rang 6. Cadillac kam auf Position 7 ins Ziel, dicht gefolgt von den Porsches mit den Startnummern 12 und 38 des Hertz Team Jota. Alle neun Fahrzeuge kamen in der ersten Runde ins Ziel (ein neuer Rekord für dieses Rennen).

    Eindrucksvolle Debütanten in Le Mans

    Was ist mit den anderen Hypercar-Teilnehmern? Lamborghini hat seinen ersten Auftritt in der Topklasse von Le Mans mit den Plätzen 10 und 13 eindrucksvoll beendet. Zwischen den beiden SC63 befanden sich die beiden Peugeot 9X8, die ein weiteres Mal schwierige 24 Stunden zu überstehen hatten.

    Der Isotta Fraschini #11 kam auf Platz 14 ins Ziel, was als Erfolg für das neue Team gewertet werden darf. Der Tipo 6-C hatte keine größeren Probleme oder Zwischenfälle und kam mit 9 Runden Rückstand auf die Spitze ins Ziel.

    Alpine hatte zwei Motorschäden zu beklagen, obwohl sie während des Rennens zeitweise ein gutes Tempo vorlegten. Zunächst blieb Ferdinand Habsburg in Arnage liegen, als sich der Motor seines LMDh-Boliden nach viereinhalb Stunden mit einer dramatischen Rauchwolke verabschiedete. Eine Stunde später kam das Aus für das Auto mit der Startnummer 36 wegen eines scheinbar ähnlichen Problems.

    Auch BMW musste bei seiner Rückkehr in die Königsklasse in Le Mans zum ersten Mal seit 1999 ein doppeltes DNF hinnehmen. Der M HYBRID V8 mit der Startnummer 15 schied aus, nachdem er vom Ferrari mit der Startnummer 83 gerammt worden war, während das “ Art Car “ mit der Startnummer 20 im Laufe des Abends an die Box kam und nicht mehr auf die Strecke zurückkehrte.

    Siege für United Autorsports und Manthey Racing

    United Autosports holte sich den Sieg in der LMP2-Kategorie, wobei der Oreca mit der Startnummer 22 rund 20 Sekunden vor dem amtierenden Meister mit der Startnummer 34 von Inter Europol ins Ziel kam. Der erfahrene Brite Oliver Jarvis zeigte an der Seite der jungen Amerikaner Nolan Siegel und Bijoy Garg eine hervorragende Leistung und holte einen denkwürdigen Sieg für die britische Mannschaft.

    Beim ersten Auftritt der LMGT3-Kategorie in Le Mans holte Manthey Racing den Sieg. Der 911 GT3 R mit der Startnummer 91 von Yassir Shahin, Morris Schuring und Richard Lietz sicherte sich den Sieg nach einem harten Kampf gegen die BMWs und Fords. Zweiter wurde das #31 Team WRT mit Darren Leung, Sean Gelael und Augusto Farfus.

    Alle Geschehnisse im chronologischen Verlauf gibt es in unserem Ticker zum nachlesen. Eine vollständige Liste der Endergebnisse gibt es hier.

    Bilder © Walter Schruff / Maksym Lobachov